Warum nicht Najdorf?

25.04.2013 – Eröffnungen, die von den besten Spielern der Welt rauf und runter gespielt werden, stehen bei Amateuren oft im Ruf, zu variantenmächtig für das eigene Repertoire zu sein. Genau das war auch für den Verbandsligaspieler Jürgen Gersinska der Grund, einen Bogen um die Najdorf-Variante zu machen. Dank Daniel Kings neuer Powerplay-DVD sieht er die Sache nun ganz anders. Zum Erfahrungsbericht...

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Als ambitionierter Amateur im besten Alter (Jahrgang 1959) versuche ich mich auf meine wenigen Partien (in den letzten Jahren Mannschaftskämpfe in der Verbandsliga) im Rahmen eines begrenzten Zeitbudgets möglichst optimal vorzubereiten. Meine Frau (IM Ketino Kachiani-Gersinska) bezeichnet mich in diesen Phasen gerne als Professor, der versucht, die Wahrheit einer Eröffnung zu ergründen und dabei scheitert. GM Philipp Schlosser, mit dem ich mich hin und wieder auch über diese Themen unterhalten darf, beschreibt das mit den Worten: "Für einen Amateur ist Dir bereits zuviel über die Feinheiten verschiedener Eröffnungen bekannt, dafür hast Du an anderer Stelle eine Menge Defizite." Beiden will ich nicht widersprechen. Entscheidend für mich ist, dass es mir Spaß macht.

Seit ungefähr 40 Jahren versuche ich mich mit Schwarz gegen e4 mit der Sizilianischen Verteidigung. Ich habe dabei so ziemlich alles versucht, was mich ansprach. Ob Scheveninger, Paulsen oder Drachen. Alles stand schon auf dem Brett. Nachdem mein in den letzten 20 Jahren bevorzugtes Richter-Rauser-System aus meiner Sicht seit einigen Jahren in eine Krise geriet, entstand für mich Handlungsbedarf. Wieder war es Paulsen und auch Taimamov, die meine Aufmerksamkeit erregten. Um Najdorf habe ich in all den Jahren einen großen Bogen gemacht: Warum? Mein Eindruck war: Zuviel Theorie, zu schnelllebig, ein Dschungel an Varianten, der es einem schwer macht den Überblick zu behalten aber interessant. Deshalb war ich sehr neugierig auf die Power Play DVD von Daniel King über genau dieses Thema. Um es vorweg zu nehmen: Meine Erwartungen wurden übertroffen.

Daniel King geht auf alle wichtigen Abspiele ein. Geboten werden strategisch orientierte Lösungen, wobei hochgradig theoretisch geprägte Varianten, die das stupide Auswendiglernen von Zügen erfordern, weitestgehend vermieden werden. Anhand von gut selektierten Musterpartien werden sowohl die wichtigsten Angriffsideen von Weiß und Antwortempfehlungen für Schwarz bis hin zu den entstehenden Endspielen erläutert. Sehr angenehm erscheint die gut gelungene Portionierung von Varianten innerhalb der gewählten Musterpartien. Ich habe den Eindruck, dass sich Daniel King auf das wirklich Notwendige beschränkt ohne Wesentliches zu vernachlässigen. Auch die Art der Präsentation durch den geübten Großmeister lässt erkennen, dass hier ein Kenner am Werk ist. Gleichwohl sollte man auch als ambitionierter Amateur nicht außer acht lassen, dass Schach ein sehr dynamisches Spiel ist und sich die gängige Theorie ständig weiter entwickelt. Deshalb lohnt sich ein Blick in die Mega Database 2013 immer.

 

Mein Fazit: Um sich die Grundlagen der Sizilianischen Najdorfvariante zu erarbeiten und einen Überblick über die Varianten zu erhalten ist diese DVD bestens geeignet. Dieser Ratgeber kann dem an der Najdorfvariante interessierten Amateur wärmstens empfohlen werden.

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