Was macht eigentlich Klaus Jörg Lais?

30.08.2010 – In der Rubrik "Was macht eigentlich...?" stellt Frank Große in der "Schachzeitung" Personen des deutsche Schachs vor. Im aktuellen Heft wird Klaus Jörg Lais portraitiert, der als Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Schachbundes seit inzwischen fünf Jahren "für den Auftritt der Webseite http://www.schachbund.de/ verantwortlich ist". Damals wurde ein Nachfolger für Norbert Heymann gesucht: "Und außer mir war niemand so intelligent, sich zu melden". Da der Schachbund u.a. vor zwei Jahren auch gescheitert ist, mit der Schacholympiade neue Mitglieder zu gewinnen  ("Wir waren leider nicht in der Lage, die Schacholympiade zu nutzen. Es fehlt uns aber auch an Manpower."), sieht Lais das organisierte Schachbund am Scheideweg: "Entweder wir reißen das Ruder herum und stellen uns ideell neu auf oder wir werden untergehen.“ Im nächsten Jahr will Lais als ehrenamtlicher Referent für Öffentlichkeitsarbeit Schluss machen. Stattdessen hofft er beim Schachbund auf einen Job im Bereich Marketing.Zur Schachzeitung - Probeheft bestellen...Nachdruck...

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Was macht eigentlich....?

Von Frank Große

Klaus-Jörg Lais

In der Funktion des „Lautsprechers“ oder offiziell formuliert ‚Referenten für Öffentlichkeitsarbeit‘ des Deutschen Schachbundes zeichnet sich Klaus-Jörg Lais (geboren 1965) seit mittlerweile fünf Jahren für den Auftritt der Webseite http://www.schachbund.de verantwortlich. Grund genug den Mann hinter den Kulissen auf die Bühne zu ziehen.

Der Hobbyspieler, der das Spiel erst mit 25 Jahren erlernte, wusste, dass auf dem Brett keine Bäume auszureißen sind. Trotzdem konnte er sich aber über jeden Fortschritt freuen. Seit vier Jahren spielt der Saarländer kaum noch, da er seine Freizeit für den DSB opfert. Der gelernte Kaufmann arbeitet seit mittlerweile zwei Jahrzehnten in Vertriebs- und Marketingpositionen. Sein Referat für den Schachbund vollzieht er ehrenamtlich: „Dazu bin ich gekommen, weil ich im Präsidium des saarländischen Schachverbandes zunächst Spielersprecher und dann Pressereferent zwischen 1996 und 2005 war. Als mein Vorgänger im DSB, Norbert Heymann 2005 aufhören wollte, fragte er die Länderkollegen. Und außer mir war niemand so intelligent, sich zu melden.“ Mit viel Engagement und Enthusiasmus angetreten, betrachtet er seinen Wirkungswinkel an den Grenzen der Ehrenamtlichkeit: „Wirklich nachhaltig etwas im Schachverband zu bewegen, ist unglaublich schwer. Wir waren leider nicht in der Lage, die Schacholympiade zu nutzen. Es fehlt uns aber auch an Manpower. Wer sollte das professionell in einem ehrenamtlich geführten Verband umsetzen? Bezüglich der Öffentlichkeitsarbeit habe ich mir eine Grenze in 2011 gesetzt.“

Seinen Ehrgeiz verspürt man auch, wenn er sich hinsichtlich der Entwicklung des Schachsports in Deutschland in Zukunft äußert: „Im organisierten Schach stehen wir an einem Scheideweg. Entweder wir reißen das Ruder herum und stellen uns ideell neu auf oder wir werden untergehen.“



Dabei steht er als öffentlicher Vertreter des Schachbunds oft auch zwischen den Extremen finanzieller Engpässe, fehlender Wahrnehmung und Seitenhieben der Besserwisser: „Ich wünsche mir, dass die Kritiker des organisierten Verbandsschachs ihren Horizont erweitern und erkennen, dass der Deutsche Schachbund in dieser Struktur nicht aus seiner Haut kann. Ich wünsche mir, dass damit Schluss ist, alles und jeden immer nur negativ zu betrachten und die Bereitschaft vorhanden ist, das vielfältig höchst positive Potential des Spiels zu erkennen und nutzen zu wollen. Ich wünsche mir, dass unsere positiven Beispiele aktiven Handelns, beispielsweise im Schulschach oder im Breitenschach, Früchte tragen für eine hohe Akzeptanz der Medien.“

Die Schacholympiade vor zwei Jahren war der Auslöser warum er vom Saarland an die Elbe nach Dresden zog. Dort absolvierte er einen zeitlich befristetes Vertrag als Presseleiter der Schacholympiade der Stadt Dresden: „Dresden ist wunderbar. Ich liebe diese Stadt. Und schachlich bleibt es dank der Arbeit in Vereinen und Verbänden eine absolute Hochburg. Schade, dass es hier wenig berufliche Perspektiven gibt.“ Mittlerweile hat ihn der Lebensweg nach Berlin („ …morgens geht vor meinem Fenster direkt die Sonne auf“) verschlagen, wo er als Abteilungsleiter in einem großen Netzwerk für Immobilien arbeitet. Er selbst sieht sich in der Mitte seines Lebens, in der man „noch zurück und noch nach vorn schauen kann“. In Diensten des Deutschen Schachbundes geht es nach 2011 wohl nur weiter, wenn er einen Auftrag im Bereich Marketing erhält. Schlägt das fehl, findet er sicherlich wieder Zeit und Muße sich seiner persönlichen spielerischen Weiterentwicklung zu widmen.
 



Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Schachzeitung


 

 



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