Wenn zwei eine Reise tun...

11.09.2013 – GM Thomas Luther und Verbandsligaspieler Jürgen Jordan haben sich kürzlich auf eine "Expedition ins Caro-Kann" begeben. Herausgekommen ist eine beredte Reiseempfehlung für alle, die gegen 1.e4 eine zuverlässige Orientierung suchen oder neue Routen in ihr Caro-Kann-Repertoire einbauen möchten. Felix Graf hat sich die DVD angesehen und besonders am dialogischen Format Gefallen gefunden. Zur Rezension.

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Thomas Luther/Jürgen Jordan: Expedition ins Caro-Kann

Rezension von Felix Graf

"Expedition ins Caro-Kann" ist doch schon mal ein toller Titel. Er ist ehrlich und beteuert nicht ein vollständiges Repertoire geben zu wollen. Stattdessen geht es hier tatsächlich darum das Caro- Kann aus schwarzer Sicht in vielen Aspekten zu beleuchten. Darauf kann man ein Repertoire aufbauen, allerdings ist dies eben auch mit Arbeit verbunden und nicht wie oft so verheißungsvoll von anderen Autoren angepriesen ein Kinderspiel.

Dabei hält sich GM Thomas Luther, wie in letzter Zeit recht häufig, an ein Format mit Co-Kommentator. Diese Rolle nimmt Jürgen Jordan, der Chefredakteur der „Schach-Zeitung“ ein. Luther erklärt dabei seine System-Empfehlungen sowie viele ausführliche Partien zur Veranschaulichung der Pläne. Jordan unterbricht hierbei ab und zu und stellt Fragen, die für den Laien von Bedeutung sind, welche dem Großmeister aber vielleicht gar nicht in den Sinn kommen würden. Dies bringt nicht nur den Vorteil der ausführlicheren Betrachtung. Sondern macht die DVD auch abwechslungsreicher und spannender als manch anderen Eröffnungstrainer. Die beiden geben dabei ein sympathisches Duo ab, welches sowohl rhetorisch als auch fachlich überzeugen kann.

Inhaltlich werden alle großen Varianten im Caro-Kann abgehandelt, aber auch die vielen kleine Varianten finden Betrachtung. Es wird dabei stets klar eine Empfehlung gegeben während die anderen Varianten wenig bis keine Betrachtung finden. Dies erleichtert für den Unerfahrenen sicherlich die Ausarbeitung eines Repertoires, da man nicht ständig auswählen muss, welche Varianten denn besser geeignet wären. Nachteil für Spieler die das System schon spielen ist, dass sie teilweise weniger Nutzen daraus ziehen können oder ihr System anpassen müssen. Dennoch bringt es viele Ideen des Caro-Kanns gut zum Ausdruck und betont hierbei stets das langsame, positionelle Spiel. Taktik wird so weit wie möglich aus dem Spiel genommen. Ganz im Sinne der klassischen russischen Schule nach Anatoly Karpov. Gerade da der Fokus auf dem positionellen Spiel liegt und das ganze nicht zu anspruchsvoll präsentiert wird, denke ich es ist eine geeignete DVD für fast alle Zielgruppen. Wer also Caro-Kann spielt oder sich ein neues Repertoire erarbeiten möchte, ist mit diesem Fritztrainer sicherlich gut beraten.

Ich persönlich habe viel Gefallen an der DVD und besonders dem Format gefunden und kann sie daher durchaus weiterempfehlen.

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Felix Graf ist 20 Jahre alt, spielt für den FC Bayern München in der 2. Bundesliga und hat aktuell eine ELO-Zahl von 2476 zu Buche stehen. 

 

 



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