Who is who in Calvia

01.11.2004 – Die Schacholympiade, inzwischen beendet, war wieder einmal einmal ein Sammelpunkt für Schachspieler aus der ganzen Welt, viele Journalisten und noch mehr Schachfans. Für letztere hatten die Organisatoren einige interessante Amateurturniere angeboten. Am Ruhetag traf sich außerdem die ACP, um die Richtung ihrer nächsten Maßnahmen zu beschließen. Natalia Kiseleva berichtet vom Gewimmel in Calvia und hat alle Personen im Bild fest gehalten. Alle? Nicht ganz, aber fast. Who is who in Calvia...

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Ukraine und China auf dem Weg zum Olymp
Von Natalia Kiseleva


Wo ist der versprochene Meeresblick?


Karmen Kass, Präsidentin des estnischen Verbandes, umarmt das Maskottchen von Calviá


Next Generation: Die Töchter von Elvira Sachatova von Pia Cramling

Die 36. Schacholympiade ist zu Ende. Bei den Männern konnte die Ukraine ihre führende Position behaupten und schließlich die Goldmedaille gewinnen


Das Team der Ukraine

Zwei Runden vor Schluss lag sie mit immerhin 3,5 Punkten vor Russland und Armenien. Aber auch Israel, Cuba, USA, Indien und Georgien hatten noch berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille. Die deutschen Männer hatten sich auf den 17. Platz vorgeschoben, wo sie nur einen Punkt Rückstand auf Indien haben. Doch die Hoffnung, dass vielleicht in den letzten beiden Runden noch etwas gehen würde, hat sich nicht erfüllt. Ebenfalls seit langem in Führung lag die Frauenmannschaft aus China, allerdings hatten sie ihren sehr komfortablen Vorsprung auf nur noch 3 Punkte schrumpfen lassen. Dennoch war der Sieg von China klar. Doch dahinter war der Kampf um die Medaillen spannend. Die deutsche Mannschaft rangierte nach gutem Beginn im oberen Mittelfeld.


USA gegen Ukraine


Ivanchuk (UKR) und Onichuk (USA) am Spitzenbrett


Georgien gegen Russland


USA gegen Russland

In den Brettwertungen spiegelt sich nur teilweise der Erfolg der Mannschaften wieder, hier kommen auch immer wieder Spieler und Spielerinnen aus nicht so weit vorne platzierten Teams in den Genuss einer hervorragenden Platzierung. So führt bei den Männern zwei Runden vor Schluss am ersten Brett Evgenij Ermenkov aus Palästina mit 9 / 10 vor Michael Adams (England, 8 / 10), Andres Rodriguez (Uruguay, 8 / 10) und Vassily Ivanchuk (Ukraine, 8,5 / 11). Die Frauenrangliste am Spitzenbrett wird von Bathuyag Mongontuul aus der Mongolei mit 6,5 aus 8 angeführt dicht gefolgt von Viktorija Cmilyte aus Litauen mit beeindruckenden 7 / 9. Die endgültigen Entscheidungen werden dann im Abschlussbericht veröffentlicht, sobald die letzte Partie gespielt ist.


Rafael Vaganjan (ARM), Ruslan Ponomariov (UKR)


Alexander Morozevich (RUS), Alexander Beliavsky (SLO)


Zhang Zhong (CHN), Bartosz Socko (POL)


David Navarra (CZE), Boris Gulko (USA)


Peter Svidler (RUS), Magnus Carlsen (NOR)


Jonathan Speelman (ENG), Vassily Ivanchuk (UKR)


Francisco Vallejo Pons (ESP)


Tina Mietzner (GER), Antoaneta Stefanova (BUL)


Alisa Maric (SRB), Almira Skripchenko (FRA)


Ana Muzychuk (SLO), Corinna Peptan (ROM)


Elena Sedina (ITA), Eva Repkova (SLK)


Irina Krush (USA), Iweta Radziewicz (Pol)


Kateryna Lahno (UKR), Ketino Kachiani-Gersinska (GER)

Marie Sebag (FRA), Anna Sharevich (BLR)


Monika Seps (SUI), Regina Pokorna (SLK)


Eugenia Chasovnikova aus Russland

Neben der Hauptattraktion im Casino von Calvia haben die Organisatoren ein wirklich beeindruckendes Rahmenprogramm geschaffen. Das parallel stattfindende Calvia-Chess-Festival lockte täglich hunderte Schachfans an. Sei es beim täglichen Blitzturnier, wo es sich inzwischen auch zu den Großmeistern herumgesprochen hat, dass dort jeden Tag 650 € zu gewinnen sind, oder aber bei den beiden Amateurturnieren, die mit 474 Teilnehmern das größte Open in der spanischen Schachgeschichte darstellen.

Gespielt wird hierbei in zwei Gruppen, einmal für Spieler ohne ELO-Zahl oder weniger als 2000 (Gruppe A) und in der Gruppe B für Spieler mit einer ELO-Zahl zwischen 2000 und 2300. Dass es dabei in der Gruppe A um sage und schreibe 16.950 € und in Gruppe B noch einmal um 12.850 € Preisgeld geht, steigert die Motivation zusätzlich. So haben sich zahlreiche Journalisten, Angehörige von Olympiateilnehmern oder "einfach nur" Schachliebhaber angemeldet, um nach ausführlichem Beobachten der Olympiapartien von 20:30 Uhr bis 00:30 Uhr in der Nacht noch selber die Figuren zu bewegen. Mit dabei sind unter anderem Alexander Volokitin, der Vater von Andrej (Brett 3 der Ukraine), Oxana Kosteniuk, die "kleine" Schwester von Alexandra, Andree Rosenkranz (Weissblau Allianz Leipzig), Großmeisterin Naira Agababean aus Moldawien und Mutter von Almira Skripchenko, Wulf und Ulla Hielscher aus Kiel und auch Natalia Kiseleva und Carsten Straub von ChessBase.


Carsten Straub, vorne rechts.


Wulf Hielscher, Ulla Hielscher


Alexander Volokitin, der Vater von Andrej


André Rosenkranz

Am freien Tag fand zudem ein Meeting der ACP statt.


Alexander Bakh, Alexander Shabalov



Jevgeny Sveshinikov (LAT),  Vishy Anand (IND)

Das Präsidium hatte alle Mitglieder und die Presse eingeladen, um über die Ereignisse des ersten Jahres der Spielergewerkschaft, die aktuellen Themen und geplante Projekte zu berichten. Erfreulicherweise fanden sich zahlreiche Topspieler wie Vishy Anand, Alexei Shirov, Alexander Onischuk, Alexander Shabalov oder Michael Krasenkow ein, um den Berichten zu lauschen und zu an der anschließenden Diskussion rege zu beteiligen. Da die Inhalte auf der offiziellen Seite der ACP veröffentlicht werden, beschränke ich mich hier auf eine kurze Zusammenfassung.

 

  • Eine Abstimmung unter den Mitgliedern über die Bedenkzeitregelung hat ergeben, dass sich eine deutliche Mehrheit für die Rückkehr zur klassischen Bedenkzeit ausgesprochen hat. Etwas anders sieht es dagegen bei den Frauen aus, hier wird die neue Fide-Regelung bevorzugt.
     
  • Die ACP plant die Einführung einer World-League, wo die stärksten Vereinsmannschaften ähnlich wie in der Championsleague beim Fussball gegeneinander antreten.
     
  • Die ATP-Tour wurde ins Leben gerufen, mehr als 50 Turniere haben sich schon diesem System angeschlossen. Teilnehmer an diesen Turnieren sammeln Punkte für eine Rangliste, aus der am Jahresende die Teilnehmer eines finalen Turniers ermittelt werden.
     
  • Die Probleme mit der Fide bezüglich der Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Libyen gipfelten in einem von Milov Vadim geführten Prozess gegen die Fide, da es ihm auf Grund seiner israelischen Staatsangehörigkeit nicht ermöglicht wurde, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen, obwohl er alle Kriterien erfüllte. Die ACP unterstützt ihn hierbei und hofft, dass mit einem positiven Urteil die Fide in Zukunft eher die Interessen aller Schachspieler berücksichtigt.
     
  • Nach der letzten Europameisterschaft kam Kritik auf, da von der ECU die Regelung getroffen wurde, dass alle Spieler verpflichtet sind, im offiziellen Hotel zu übernachten, obwohl sie dort deutliche höhere Preise zahlen mussten als Touristen. Da die Reaktion der ECU auf einen offenen Brief von 200 Spielern nicht die erhoffte Einsicht zeigte, traf sich die ACP in Dresden mit Vertretern der ECU um dieses Problem zu erörtern. Als Ergebnis wurde verkündet, dass die ECU in Zukunft den Organisatoren vorschlagen wird, auf diese Klausel zu verzichten. Bei der im nächsten Jahr stattfindenden Frauen-EM in Moldawien wird es diese Regelung nicht geben.
     
  • In Zusammenarbeit mit ChessBase wurden bereits mehrere Internetturniere durchgeführt, wobei die Reaktion und Akzeptanz unter den Spielern so groß und positiv war, dass weitere Veranstaltungen dieser Art geplant sind.

 

Anschließend folgte eine lebhafte Diskussion über Kurzremise, wobei sowohl die Ansichten von Turnierveranstaltern, Journalisten, Sponsoren und auch den Spielern selber ausgetauscht wurden. Dabei ging es von Verboten eines Remisangebots vor einem bestimmten Zug bis hin zu grundlegenden Änderungen des Punktesystems. Ein Vorschlag an Turnierorganisatoren könnte sein, zu Turnieren die Spieler einzuladen, die nicht zu kurzen Remispartien neigen. Eine für alle befriedigende Lösung wird es aber wohl nicht geben.

"Femaly Affairs"


Familie Cramling, allerdings ohne Pia


Elvira Sachatova: Babyalarm


Die Schwestern Kosteniuk


Tatiana und Nadezhda Kosintseva


Feodor Skripchenko und WGM Naira Agababean aus Moldawien, Vater und und Mutter von Almira Skripchenko














Natalia Kislevea und Alexander Moissenko


Nigel Short und Natalia Zhukova








1/2 Dutch Team: Loek van Wely, Friso Nijboer

Journalisten:


Olga Alexandrova

Interview mit Olga Alexandrova (von Nadia Woisin und Frederic Friedel)...


Albert Vasse aus Holland


Das indische Fernsehen


Interview mit Xie Jun


Z Krnic, das Gesicht des Informator's und Ivan Sokolov


Verfolgt im Pressezentrum aufmerksam die Partie seiner Frau Alexandra Kosteniuk: Diego Garces


Oksana Kosteniuk an der Kamera ...


... und am Brett.



... und Alexandra Kosteniuk am freien Tag.


Für Schachmagazin 64 unterwegs: Harald Fietz


Frederic Friedel (ChessBase) mit Rustam Kazimdhanov...


... Loek van Wely...


... und Ruslan Ponomariov. Rechts: Nadja Woisin beim Videoschnitt.


Natalia Kiseleva

 



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