Wijk: Carlsen und Wei Yi punkten

von André Schulz
26.01.2016 – Magnus Carlsen ist auch nach dem Ruhetag weiter gut unterwegs und holte in Wijk seinen vierten Sieg - das Opfer war diesmal Michael Adams. Nach einem Qualitätsopfer kam Adams zu einigem Gegenspiel, doch Carlsen holte auf weltmeisterliche Weise den Punkt. Einen spektakulären Angriffsieg feierte "Remiskönig" Wei Yi gegen David Navara. Im B-Turnier büßte Adhiban seine alleinige Führung ein. Mehr...

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Nach dem zweiten Ruhetag geht Magnus Carlsen als Tabellenführer ins letzte Drittel des diesjährigen Tata Steel-Turniers. Zwar hatte der Weltmeister in der 8. Runde mit Schwarz gegen Sergey Karjakin nichts ausrichten können, erhielt aber von David Navara Schützenhilfe. Der Tscheche bezwang Co-Leader Fabiano Caruana. Auch mit seiner Performance kann Carlsen zufrieden sein. Er befindet sich absolut im Soll und verzeichnete vor der heutigen 9. Runde einen leichten Elozugewinn.

 

Caruana, F. - Karjakin, S. ½-½
Wei, Y. - Navara, D. 1-0
Mamedyarov, S. - Ding, L. ½-½
Van Wely, L. - So, W. ½-½
Tomashevsky, E. - Hou, Y. ½-½
Eljanov, P. - Giri, A. ½-½
Carlsen, M. - Adams, M. 1-0

 

Carlsen spielte heute gegen Michael Adams. Die bisherige Bilanz lauetet: 7 Siege für Carlsen, zwei remis, null Siege für Adams. Der Norweger verspürte keinerlei Interesse, Adams Theoriekenntnisse im Spanischen Marshall-Angriff zu testen und so wählte er im dritten Zug 3. Lc4 statt 3. Lb5 und ging dann den "modernen" Weg mit d3 und c3. Im Laufe des Mittelspiels kam Carlsen in Vorteil, aber Adams hatte noch ein paar Giftpfeile im Köcher. Am Ende gab es noch ein spannendes Finish.

 

Carlsen-Adams

 

 

Verfolger Fabiano Caruana traf mit den weißen Steinen auf Sergey Karjakin. Diese Begegnung wird es auch beim kommenden Kandidatenturnier geben. Thema der Partie war eine Anti-Berliner Variante, wobei Caruana dann mit der langen Rochade Würze ins Spiel brachte und seine Bauern am Königsflügel nach vorne schickte. Allerdings fraßen sich die weißen Bauern am schwarzen Verteidigungsbollwerk fest. Auch nach dem folgenden Damentausch spielten beide Seiten munter nach vorne. Schließlich forcierte Caruana das Remis.

Bemerkenswerterweise stand in der Partie zwischen Wei Yi und David Navara genau die gleiche Variante und genau die gleiche Idee zur Diskussion, allerdings in einer besseren Version für den Anziehenden. Weiß rochierte im Anti-Berliner lang und griff den kurz rochierten weißen König an. Navara unterschätzte offenbar den weißen Angriff und wurde dann die Zielscheibe eines taktischen Feuerwerks.

 

Wei Yi - Navara

 

 


Anish Giri, ebenfalls Teilnehmer des Kandidatenturniers, hatte sich heute mit Pavel Eljanovs Katalanischer Eröffnung auseinanderzusetzen. In einer der Hauptvarianten wählte der Ukrainer - mit einem Bauern weniger - mit 7.Sa3 einen Nebenweg und im 10. Zug die eher seltene Läuferentwicklung nach d2 statt nach f4. Giri behielt seinen Mehrbauern, konnte diesen im Endspiel aber nicht zur Geltung bringen.

 

Eljanov - Giri

 

 

Nur 30 Züge dauerte die Partie zwischen Shakhriyar Mamedyarov und Ding Liren. Mit 9. a3 hatte Mamedyarov einen Nebenweg in der Meraner Variante gewählt. Ding Lirens 11...Sf6 war später ebenfalls nicht der Hauptzug. Im weiteren Verlauf kam es zum Generalabtausch und das Turmendspiel mit 4 gegen 4 Bauern bot für keinen der beiden Spieler eine Perspektive.

Loek van Wely und Wesley So betätigten sich auf dem Gebiet der Ragosin-Variante. Der Holländer spielte mit Weiß am Damenflügel, So mit Schwarz am Königsflügel. Offenbar trauten beide Seiten ihrem eigenen Aufmarsch nicht so recht und so kam es zur Punkteteilung im 26. Zug.

Eine Nimzoindische Partie lieferten sich Evgeny Tomashevsky und Yifan Hou. Der russische Großmeister verwaltete die typischen Hängenden Bauern, aber die Ex-Weltmeisterin setzte e5 durch und ließ f5 folgen, so dass die Stellung ein für diese Eröffnung eher ungewöhnliches Gesicht bekam. Nach dem Übergang ins Endspiel probierte Tomashevsky noch einige Zeit den vollen Punkt zu machen, doch ohne Erfolg.

 

Partien:

 

 

 

 

Cathy Rogers bei der Arbeit

Challengers

Im Challenger-Turnier ging Spitzenreiter Adhiban Baskeran heute gegen Jorden van Foreest energisch zu Werke und opferte eine Figur für Angriff. Doch der junge Holländer wehrte sich und dies sehr erfolgreich. Am Ende kassierte van Foreest den ganzen Punkt und rückte auf den 4. Platz vor. Eltaj Safarli zog an der Tabellenspitze mit Adhiban gleich.

 

Baskaran, A. - van Foreest, J. 0-1
Safarli, E. - l'Ami, E. ½-½
Nisipeanu, L. - Dreev, A. ½-½
Batsiashvili, N. - Antipov, M. 0-1
Sevian, S. - Haast, A. 1-0
Abasov, N. - Ju, W. 1-0
Admiraal, M. - Bok, B. 0-1

 

Partien:

 

 

 

 

 

 

Kinderturnier

Spielplan, Masters und Challengers

Runde Datum
1. Runde Samstag, 16 Jan
2. Runde Sonntag, 17 Jan
3. Runde Montag, 18 Jan
4. Runde Dienstag, 19 Jan
5. (Challengers) Mittwoch, 20 Jan
5. (Masters)** Donnerstag, 21 Jan (Amsterdam)
6. Runde Freitag, 22 Jan
7. Runde Samstag, 23 Jan
8. Runde Sonntag, 24 Jan
Ruhetag Montag, 25 Jan
9. Runde Dienstag, 26 Jan
10. (Masters)** Mittwoch, 27 Jan (Utrecht)
Ruhetag Donnerstag, 28 Jan
11. Runde Freitag, 29 Jan
12. Runde Samstag, 30 Jan
13. Runde Sonntag, 31 Jan
* Rundenbeginn 13.30, außer der letzten Runde. Diese beginnt um 12.00 Uhr.
** Die Runden in Amsterdam und Utrecht beginnen um 14 Uhr

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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PasstPerfekt PasstPerfekt 26.01.2016 09:27
Anmerkung: Adams hat Carlsen einmal geschlagen (die Partie, in der Carlsen den Springer im 3. Zug auf h5 gespielt hat)
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