22.01.2017 – Nach der 8. Runde des Tata-Steel-Turniers in Wijk aan Zee hat im Masters die Führung von Wesley So weiterhin Bestand. Der Amerikaner hat nach einem leichten Remis gegen Sergey Karjakin einen halben Punkt Vorsprung auf Pavel Eljanov und Wei Ji, die ebenfalls jeweils zu einer Punkteteilung kamen. Eine kleine Sensation war der schwache Auftritt von Weltmeister Magnus Carlsen, der nach seiner Niederlage gegen Richard Rapport (Foto) weiter zurückgefallen ist. Mehr...
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Runde 8
Masters
Der ungarische Großmeister Richard Rapport ist gerade einmal 20 Jahre alt und hat sich doch bereits im Elo-Bereich oberhalb von 2700 Punkten festgesetzt. Vielleicht riskiert er manchmal im jugendlichen Überschwang noch etwas viel, doch heute, in der Partie gegen den Weltmeister Magnus Carlsen, konnte davon keine Rede sein. Im Gegenteil: Als Weißer spielte Rapport einen zurückhaltenden Aufbau mit zwei Fianchettoläufern, grundsolide und ohne Schwächen. Magnus Carlsen baute sich mit Schwarz analog zum Londoner System auf, und so etwas war es letztlich auch: Londoner System mit vertauschten Farben. Etwas später war es tatsächlich Rapport, der Erfolg mit der eigentlich eher von Carlsen zu erwartenden Strategie hatte, schlichtweg auf einen Fehler des Gegners zu warten. Von dem zentralen Bauernvorstoß d4-d3 hatte sich Carlsen wohl Vorteil versprochen, doch Rapport entzog sich mit e2-e3 den Plänen des Weltmeisters. Das Ergebnis: Carlsen hatte eine Bauernmehrheit, die Rapport gut blockieren konnte. Rapport hingegen hatte die Mehrheit am Königsflügel, und mit der walzte er seinen Gegner etwas später in wenigen Zügen nieder, wobei Carlsen dann auch nicht mehr die besten Verteidigungszüge gelangen. Ein starker Auftritt des Ungarn!
Partie des Tages: Rapport - Carlsen
Richard Rapport: Diesem Mann könnte die Zukunft gehören.
So viel Zeit muss sein: Der Weltmeister wirft einen Blick auf die Konkurrenz.
Foto von gestern: Hatte sich Carlsen während der 123 Züge gegen Anish Giri vielleicht doch zu sehr verausgabt? Wie auch immer - der Fotografin Alina l'Ami ist ein großartiges Sportfoto gelungen!
An der These, dass 123 Züge einfach zu viel sind, ist vielleicht etwas dran, denn Carlsens Gegner von gestern, Anish Giri, schien heute auch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein: Gegen Levon Aronian verlor der Niederländer tatsächlich mal wieder eine Partie. Aronian opferte eine Qualität auf Position, was zunächst nur ein "dynamisches Gleichgewicht" ergab, doch gegen die gut stehenden Figuren des Armeniers war Giri nur in der Rolle des Verteidigers, und damit kam er heute nicht zurecht - da half auch die Rückgabe der Qualität nichts mehr.
Der bis heute Mittag noch ungeschlagene Anish Giri war eigentlich nahe an die Spitze herangerückt - prompt folgte gegen Levon Aronian ein Rückschlag.
Die Partie zwischen Baskaran Adhiban und Dmitri Andreikin war ein Beispiel dafür, wie ein einziger Zug alles zunichte machen kann. Der Inder hatte bereits seine Türme in der halboffenen f-Linie verdoppelt - genau dort hatte Andreikins Stellung auf f6 aber ein riesiges Loch. Mit einem verfehlten Bauernvorstoß im Zentrum gestattete Andreikin es seinem Gegner, auch noch einen Springer Richtung f6 in Stellung zu bringen - nach einer kleinen Kombination hatte Baskaran Adhiban dann zwei Figuren für einen Turm und das langte ihm bereits, um einen ungefährdeten Sieg einzufahren. Für den Aufsteiger aus der letztjährigen Challengersrunde stehen jetzt beachtliche 4,5/8 zu Buche.
Die Zuschauer fieberten...
...und bangten auch heute wieder kräftig mit.
Pentala Harikrishna und Wei Ji einigten sich bei vollem Brett auf ein Remis. Bemerkenswert: Mit 5,0/8 liegt der 17jährige Chinese Wei Ji in der Tabelle mittlerweile vor Magnus Carlsen. Um gleich bei diesem Bild zu bleiben: Sergey Karjakin und Wesley So einigten sich ebenfalls frühzeitig auf ein Remis - bei einem noch um einen Bauern volleren Brett. Und natürlich liegt damit auch So weiterhin vor Carlsen, während Karjakin dank des Unentschiedens nun gleichauf mit seinem WM-Konkurrenten liegt.
Sergey Karjakin robbt sich in Wijk langsam an die Spitze heran.
Pavel Eljanov wäre nun der Mann gewesen, der Wesley So noch hätte einholen können, doch gegen Radoslaw Wojtaszek gelang auch ihm mit Weiß nur ein Remis. Dieses Remis hatte es allerdings in sich: Aus einem Najdorf-Sizilianer hatte sich eine Struktur entwickelt, die an die Kalashnikov-Variante erinnerte. Weiß griff mit seiner Bauernmehrheit am Damenflügel an, Schwarz entsprechend auf der anderen Brettseite. In einer lange andauernden, extrem komplizierten taktischen Gemengelage stand Eljanov dann mindestens zweimal auf Gewinn, konnte diesen aber jeweils nicht realisieren. Ein echter Leckerbissen für Taktikfans!
Ein Remis glückte schließlich auch wieder einmal Loek van Wely im Kellerduell des heutigen Tages gegen Ian Nepomniachtchi. Nach der achten Runde liegen diese beiden Spieler auf den beiden letzten Plätzen der Tabelle.
Blick in den "Leitstand" von Wijk aan Zee.
Ergebnisse der 8. Runde
Runde 8 - Sonntag, 22.01.2017
Aronian, L. - Giri, A.
1-0
Rapport, R. - Carlsen, M.
1-0
Van Wely, L. - Nepomniachtchi, I.
½-½
Harikrishna, P. - Wei, Y.
½-½
Adhiban, B. - Andreikin, D.
1-0
Eljanov, P. - Wojtaszek, R.
½-½
Karjakin, S. - So, W.
½-½
Tabelle des Masters nach der 8. Runde
Partien der Runden 1-8 des Masters-Turniers
Challengers
Im Challengers-Turnier endete heute nur eine Partie nicht remis, und diese spielten mit Dobrov und Lei Tingjie zwei in der unteren Tabellenhälfte beheimatete Spieler. Daraus folgt, dass an der Spitze alles beim Alten bleibt: Es führen Ragger und Jones mit einem halben Punkt Vorsprung vor Smirin. Durchaus sehenswert war die Partie zwischen Gawain Jones und Erwin l'Ami. Jones opferte bereits in der Eröffnung eine Qualität, für die er eine gute Stellung und einen Bauern hatte. Das sah ziemlich wild aus, doch das Spiel befand sich tatsächlich zu jedem Zeitpunkt innerhalb der Remisbreite - meinen jedenfalls die Computer. Das war also spannend - Smirin und Ragger hingegen beschränkten sich darauf einfach Material zu tauschen und auf diese Weise schließlich den Remishafen anzusteuern.
Gestern: Markus Ragger und Sopiko Guramishvili - die Georgierin konnte einem fast Leid tun...
Dieser Fan hat seinen ganz eigenen Weg gefunden, seinen Idolen nahe zu sein.
Klaus BesenthalKlaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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