Wild-West-Stimmung in Niedernhausen

06.11.2017 – Am letzten Oktober-Wochenende startete in Niedernhausen die neue Serie der Deutschen-Amateur-Meisterschaft 2017/2018 des Deutschen Schachbundes. Die Erfolgreiche Turnierserie geht dieses Jahr schon ins 17. Jahr. Es gab einige Neuerungen. Gerd Densing berichtet. (Foto: Gerd Densing)

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Start der Deutschen Schach-Amateur-Meisterschaft 2017/2018 des Deutschen Schachbundes

Am vergangenen Wochenende startete in Wiesbaden-Niedernhausen – unweit von Frankfurt gelegen – die neue, 17. Serie(!) von Qualifikationsturnieren der Deutschen Schach-Amateur-Meisterschaft, ausgerichtet vom Deutschen Schachbund.

Während im vergangenen Jahr in Bad-Soden die Turnierserie startete, wählte man dieses Jahr das H+ Hotel in Niedernhausen aus. Das Hotel ist dem ein oder anderen nicht unbekannt, denn dort fand bereits vor zwei Jahren das Finalturnier der DSAM statt. Ich persönlich hatte dort 2015 auch die Finalrunde in der Gruppe C mitgespielt und sehr positive Erinnerungen an die Location, sehr schön im Grünen gelegen und sehr nah zur Autobahn und super zu erreichen.

Dirk Jordan (Foto: Gerd Densing)

Turnierdirektor Dr. Dirk Jordan konnte neben verschiedenen Gastrednern und des bewährt großen und äußerst gut funktionierenden „Org-Teams“ insgesamt 284 Spielerinnen und Spieler begrüßen.

Gleich zu Beginn konnte er mit einigen interessanten und dauerhaften Neuerungen aufwarten. Nicht ohne Grund wurde das Turnier von 6³ auf 7³ umbenannt. In der neuen Turnierserie gibt es jetzt eine neue Gruppe G, also insgesamt sieben Gruppen. Dazu kommt ein siebtes Qualifikationsturnier, und zwar das Turnier in München. Qualifizierten sich bislang die ersten sechs einer Gruppe für das Finalturnier, sind es nun die ersten sieben. Die Wahl der Gruppe kann durch den Spieler erstmals nach DWZ oder ELO erfolgen, was beispielsweise in der Gruppe C, in welcher ich spielte, dazu führte, dass die Gruppe etwas stärker besetzt war, da mehrere Spieler eine ELO von deutlich über 1900 aufwiesen.

Der Turniersaal (Foto: Gerd Densing)

Die wichtigste, täglich wahrnehmbare Neuerung wird wohl die neue „Startmelodie“ vor Partiebeginn. Während bislang die Melodie „One (K)Night in Bangkok“ aus dem Mucical „Chess“ bei mir persönlich immer zu besonderer Anspannung, Konzentration, Gänsehaut (1. Runde) und ein klein wenig Adrenalin sowie Nervosität führte, wurde vor der Begrüßungsansprache die neue, voll orchestrierte Titelmelodie eines der großen Western-Klassikers gespielt. Die rund 7 minütige Musik von Elmar Bernstein zum Trailer von "Die Glorreichen Sieben" (John Sturges 1960) war zwar zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig ist aber ebenso so gut geeignet zum Partiestart. Sie verbreitet eine positive, optimistische, teils fröhliche Grundstimmung, hat eine ruhige Phase um dann wieder im Galopp auf den Partiestart zuzusteuern.

Erneut wurden einige Spieler geehrt für die 10. oder 25. Turnierteilnahme an einem DSAM-Qualifikationsturnier. Ausgezeichnet wurde man mit einem bronze- bzw. silberfarbenen Springer. Dabei handelt es sich wohl noch um Restbestände mit der „6“ als Aufdruck. Dazu gab es noch eine Urkunde. Immer wieder eine nette Geste der Organisatoren.

Mit vor Ort war auch wieder ein Schach-Bücher und Materialstand (SchachDepot, Stuttgart) sowie Martin Fischer von Chessbase mit unzähligen DVDs. Bereits bewährt hat sich die Taktik-Challenge, denn auch in Niedernhausen wurden am DVD-Stand wieder einige hundert Taktikaufgaben gelöst, was dazu führte, dass bei der Siederehrung wieder ein chessbase14 Paket verlost wurde. Dazu gab es Sonntags noch ein 90 minütiges interessantes Seminar mit Martin Fischer, bei welchem viele Funktionen von Chessbase 14 vorgestellt wurden.

Martin Fischer am ChessBase-Stand (Foto: Gerd Densing)

Die Verpflegung vor Ort war wieder sehr gut und die Turnierorganisation vorbildlich. Mit persönlich – als manchmal sehr detailverliebtem Schachspieler – gefielen folgende Sachen gut: hochwertiger Kugelschreiber vom Veranstalter (die diesjährige Farbe ist rot), Spiel mir sehr schweren sehr guten Holzfiguren, Hustenbonbons am Schiedsrichterstand, gut ablesbare Namensschilder, viel Platz am Brett, pünktlicher Rundenbeginn, Ehrungen von Geburtstagskindern und „Wiederholungstätern“, großer Analyseraum, schönes Hotel-Ambiente, saubere Toiletten, sehr schnelle und zeitnahe Ergebnispräsentation und Mitteilung der Paarungen auf der Webseite u.v.m.

Eine Kleinigkeit ist mir allerdings aufgefallen. Sowohl an Nachbarbrettern als auch als Zuschauer habe ich – in verschiedenen Gruppen - rund ein Dutzend Mal Remisangebote mitbekommen, die nicht regelkonform waren. Das Remis-Angebot erfolgte währen die Uhr des Gegners bereits einige Sekunden tickte … Mein Vorschlag: Vielleicht könnte man in jedem der Qualifikationsturniere bei einer der 5 Begrüßungsansprachen zum Rundenbeginn jeweils ein kleines, ein oder zweiminütiges Thema zur Regelkunde einfließen lassen … (zum Beispiel: richtig Remis anbieten, Spiel nur mit einer Hand, Besonderheiten bei Bauernumwandlung etc.).

Mir persönlich gefiel es wieder sehr gut in Niedernhausen und ich kann jedem Amateurspieler in Deutschland die Teilnahme an einem der Qualifikationsturniere – oder mehreren – wärmstens empfehlen.

Fazit: Dem Team um Dr. Dirk Jordan ist wieder ein gelungener Auftakt der aktuellen Amateurmeisterschaften des Deutschen Schachbundes gelungen. Bis ins Detail passte einfach alles. Weitere Informationen, Tabellen und Siegerfotos sind auf der Turnierseite sehr gut aufbereitet hier zu finden.

Endstand A-Gruppe

Rang Teilnehmer
Verein/Ort
TWZ 1 2 3 4 5 Punkte Buchh SoBerg
1 Namyslo, Holger
TG Biberach
2258 1
17
 
½
5
 
1
7
 
½
3
 
½
4
 
13,0 8,50
2 Goloborodko, Dimitri
SG Turm Idstein
2121 ½
11
 
1
22
 
1
6
 
½
4
 
½
3
 
12,5 7,75
3 Schulze, Andreas
TG Biberach
2200 ½
16
 
1
18
 
1
14
 
½
1
 
½
2
 
11,5 8,00
4 Pitschka, Claus
SC Garching 1980 e.V.
2245 ½
14
 
1
16
 
1
15
 
½
2
 
½
1
 
11,5 7,50
5 Dr. Hoffmeister, Frank
SVG Eppstein 1932
2154 1
8
 
½
1
 
½
12
 
½
9
 
½
6
 
3 12,5 7,75
6 Mohaupt, Sascha
Schachverein Wermelskirchen 32
2209 ½
13
 
1
10
 
0
2
 
1
15
 
½
5
 
3 12,0 7,75
7 Gülsen, Taylan
Schachgemeinschaft Niederkassel
2165 1
21
 
½
15
 
0
1
 
1
14
 
½
8
 
3 11,0 6,50
8 Weidel, Albrecht
SF Ravensburg
2105 0
5
 
1
17
 
½
13
 
1
20
 
½
7
 
3 10,5 6,25
9 Dr. Gassmann, Volker
Schachfreunde Essen-Katernberg 0
2132 ½
12
 
½
11
 
1
19
 
½
5
 
½
13
 
3 10,5 5,50
10 Wecker, Martin
Godesberger Schachklub 1929 e.V.
2117 1
22
 
0
6
 
½
11
 
½
12
 
1
19
 
3 9,5 4,50
11 Cmiel, Thorsten
Kölner Schachklub Dr. Lasker 186
2167 ½
2
 
½
9
 
½
10
 
½
13
 
½
12
 
12,0 6,00
12 Boos, Markus
Schachfreunde Vonkeln 1931
2196 ½
9
 
½
13
 
½
5
 
½
10
 
½
11
 
11,5 5,75
12 Oppitz, Peter
SV Caissa Wolfenbüttel
2142 ½
6
 
½
12
 
½
8
 
½
11
 
½
9
 
11,5 5,75
14 Wronn, Bernd
FC ST.Pauli 1910 eV SAbt
2145 ½
4
 
1
20
 
0
3
 
0
7
 
1
21
 
11,5 4,75
15 Bethke, Richard
SF Neuberg
2153 1
19
 
½
7
 
0
4
 
0
6
 
½
18
 
2 11,5 4,00
16 Will, Dominik
SC Bad Nauheim
2140 ½
3
 
0
4
 
½
20
 
½
21
 
½
17
 
2 10,5 4,25
17 Dr. Hinkmann, Jens
Bochumer Schachverein 02
2145 0
1
 
0
8
 
1
18
 
½
19
 
½
16
 
2 10,5 3,75
18 Kienitz, Andre
Schachfreunde Erkelenz 1959 e.V.
2122 ½
20
 
0
3
 
0
17
 
1
22
 
½
15
 
2 9,0 2,25
19 Dr. Kuznetsov, Volodymyr
SG Turm Idstein
2104 0
15
 
1
21
 
0
9
 
½
17
 
0
10
 
10,0 2,50
20 Lantzsch, Christian
Sfr.Heidesheim
2178 ½
18
 
0
14
 
½
16
 
0
8
 
½
22
 
9,5 2,25
21 Bollmann, Henrik
SC Bad Nauheim
2120 0
7
 
0
19
 
1
22
 
½
16
 
0
14
 
9,0 1,50
22 Doll, Stefan
SC Untergrombach 46
2162 0
10
 
0
2
 
0
21
 
0
18
 
½
20
 
½ 10,0 0,75

Turnierseite...


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