Die US-Juniorenmeisterschaft 2026 entwickelte sich zu einem spannenden Titelkampf zwischen Titelverteidiger Andy Woodward und Abhimanyu Mishra. Sie hatten sich im Zehner-Rundenturnier im Saint Louis Chess Club von Tani Adewumi, Alice Lee, Brewington Hardaway, Evan Park, Bach Ngo, Nico Chasin, Kirk Ghazarian und Liam Putnam abgesetzt.
Mishra setzte sich in den ersten Runden klar an die Spitze. Er besiegte Lee in der zweiten Runde und punktete weiterhin konstant, während Woodward nach einem Sieg gegen Ngo und einem Unentschieden gegen Adewumi in Reichweite blieb. Lee, die zum ersten Mal in der offenen Klasse antrat, erholte sich von ihrer Niederlage gegen Mishra und feierte in der dritten Runde ihren ersten Sieg bei diesem Turnier.

Andy Woodward während seines Spiels der zweiten Runde gegen Bach Ngo. | Foto: Lennart Ootes
Woodward und Mishra trennten sich in der sechsten Runde unentschieden. Mishra ging also als Führender in die Endphase des Turniers. Mishras anschließende Remisserie ermöglichte es dem Titelverteidiger jedoch, den Rückstand zu verkürzen. In der achten Runde errang Woodward den benötigten Sieg, um mit Mishra gleichzuziehen. Adewumi hingegen verpasste seine Chance, ins Titelrennen einzugreifen.
Die beiden klaren Favoriten, beide mit zufälligerweise 2638 Elo-Punkten, gingen auch gleichauf in die letzte Runde. Woodward aber konnte seine letzte Partie gewinnen, während Mishra von Ngo besiegt wurde.
Woodward 1-0 Ngo
Woodward beendete das Turnier mit 6,5/9 Punkten, blieb ungeschlagen mit vier Siegen und fünf Unentschieden und verteidigte den nationalen Titel, den er erstmals 2025 gewonnen hatte. Mishra wurde Zweiter, während der nigerianisch-amerikanische Nachwuchsstar Adewumi den dritten Platz belegte.
Mit seinem Sieg sicherte sich Woodward auch einen Platz bei der US-Meisterschaft 2026.

Neunte Runde: Abhimanyu Mishra verlor gegen Bach Ngo (0-1). | Foto: Lennart Ootes

Tani Adewumi ging als Siebter der Setzliste ins Turnier und belegte mit 5,5 von 9 Punkten den geteilten zweiten Platz. | Foto: Lennart Ootes

Alice Lee, 16, erzielte bei ihrem Debüt in der offenen Klasse 4,5 von 9 Punkten und erreichte damit 10,7 Ratingpunkte. | Foto: Lennart Ootes

Rachael Li legte den stärksten Start bei den US-Juniorinnen-Meisterschaften hin. Sie besiegte Rose Atwell in der ersten Runde und legte mit einem weiteren Sieg nach, um sich die alleinige Tabellenführung zu sichern. Titelverteidigerin Zoey Tang begann mit einem Unentschieden gegen Megan Paragua, konnte aber in der zweiten Runde Iris Mou schlagen und blieb damit dicht hinter der Führenden.
Li baute ihren perfekten Start auf vier Siege aus vier Partien aus. Sie gewann in der vierten Runde gegen Chloe Gaw ein Turm-Bauer-Endspiel, doch in der sechsten Runde musste Li schließlich ihre erste Niederlage gegen Mou hinnehmen, während Tang bei ihrem vierten Sieg in sechs Runden Atwell bezwang.
Die entscheidende Begegnung fand in Runde sieben statt, als Tang mit den schwarzen Steinen Li besiegte. Dadurch ging die Titelverteidigerin mit komfortablen 1,5 Punkten Vorsprung in die letzte beiden Runden. Tang spielte in der vorletzten Runde remis und blieb immer noch einen ganz Punkt in Front, denn Li besiegte Aimee Yang und wahrte die Chance auf ein Stechen.
Li 0-1 Tang

Rachel Li. | Foto: Lennart Ootes
Tang besiegte Gaw in der letzten Runde und beendete das Turnier ungeschlagen mit 7,5/9 Punkten (sechs Siege und drei Remis) und verteidigte erfolgreich ihren Titel aus dem Jahr 2025. Li verlor ihr Finalspiel gegen Irene Jiao Fei. Dadurch holten sie Rochelle Wu und Jasmine Zhixin Su ein und teilten mit ihr den zweiten Platz.
Mit ihrem zweiten aufeinanderfolgenden US-Juniorenmeistertitel sicherte sich Tang die Qualifikation für die US-Frauenmeisterschaften 2026.

Zoey Tang gewann die Meisterschaft zum zweiten Mal in Folge | Foto: Lennart Ootes

Rochelle Wu startete mit drei Niederlagen in Folge ins Turnier, spielte in der vierten Runde remis und meldete sich dann mit fünf Siegen in Folge zurück! | Foto: Lennart Ootes

Jasmine Zhixin Su. | Foto: Lennart Ootes
