World Cup, Halbfinale: Radjabov gewinnt gegen Vachier-Lagrave

von Johannes Fischer
27.09.2019 – Teimour Radjabov hat sich für das Finale des World Cups und das Kandidatenturnier 2020 qualifiziert. In der zweiten Partie seines Wettkampfs gegen Maxime Vachier-Lagrave erwischte er den Franzosen in der Eröffnung auf dem falschen Fuß und gewann eine souverän gespielte Partie. Im zweiten Match des Halbfinales einigten sich Ding Liren und Yu Yangyi schnell auf Remis und ermitteln morgen im Tiebreak den zweiten Finalteilnehmer. | Alle Fotos: David Llada, FIDE

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World Cup, Halbfinale, Partie 2

T. Radjabov 1-0 M. Vachier-Lagrave

Beim World Cup 2017 verpasste Maxime Vachier-Lagrave die Qualikation zum Kandidatenturnier nur knapp: der Franzose verlor im Halbfinale gegen Levon Aronian die Armaggeddon-Partie des Tiebreaks und schied aus. Auch beim World Cup 2019 hatte Vachier-Lagrave kein Glück. Er verlor gegen Teimour Radjabov, der im entscheidenden Moment eine souveräne Leistung zeigte.

Radjabov verzichtete auf ein theoretisches Duell in Vachier-Lagraves Grünfeld-Inder und entschied sich stattdessen für eine selten gespielte, zurückhaltende Variante. Vachier-Lagrave fand nicht die richtige Antwort und geriet bereits in der Eröffnung unter Druck, denn Radjabov kam zu schnellem und starkem Angriff. Um nicht Matt gesetzt zu werden, opferte Vachier-Lagrave einen Bauern, aber stand danach in einer Stellung mit ungleichfarbigen Läufern weiter unter Druck. Mit ruhigem und starkem Spiel erhöhte Radjabov den Druck kontinuierlich und erhielt eine Gewinnstellung. Die Partie endete, als Vachier-Lagrave in Verluststellung ein taktisches Versehen unterlief.

Damit ist Radjabov im Finale des World Cups und hat sich zugleich für das Kandidatenturnier 2020 qualifiziert.

 

Maxime Vachier-Lagrave scheiterte erneut im Halbfinale des World Cups (Foto: David Llada)

Video-Analyse von IM Georgios Souleidis

Yu Yangyi ½-½ Ding Liren: Ein sehr schnelles Remis

Yu Yangyi und Ding Liren, die beiden Chinesen im Halbfinale des World Cups, waren sich einig und hatten es eilig, in den Tiebreak zu kommen: sie brauchten nicht einmal eine halbe Stunde, um 30 Züge und ein Dauerschach aufs Brett zu zaubern. Damit entscheidet Schnell- und vielleicht auch Blitzschach, wer der beiden ins Finale des World Cups kommt und sich so für das Kandidatenturnier 2020 qualifiziert. Ding Liren hat allerdings auch noch gute Chancen, sich als Ratingsbester der Monate Februar 2019 bis Januar 2020 für das Kandidatenturnier zu qualifizieren, denn in den Monaten Februar bis September 2019 lag der Chinese hier deutlich vor der Konkurrenz. Sollte es Ding ins Finale des World Cups schaffen, geht der frei gewordene Qualifikationsplatz im Kandidatenturnier an den Spieler mit dem zweitbesten Ratingschnitt. Das ist im Moment Anish Giri.

 

Yu Yangyi (Foto: David Llada)

Ding Liren (Foto: David Llada)

Ergebnisse

 

Partien

 

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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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KillerBateman KillerBateman 28.09.2019 11:34
Vielen Dank für die Blumen. Es wäre schön, wenn mich die FIDE ebenfalls nonchalant zum Großmeister ernennen würde, aber ich befürchte, ich muss noch mit dem IM-Titel auskommen.
PaulKeres16 PaulKeres16 27.09.2019 08:27
zur siegreichen Partie Radjabov gegen MVL:

klasse Videoanalyse von Großmeister Herrn Souleidis,
sehr lebendig, unkompliziert
und höchst verständlich vermittelt.

Die stille Schönheit der Partie kommt
wunderbar zur Geltung.

Schön, dass wir Kommentatoren
von solch einem Format (noch)
haben.

P.K.16
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