Yates – Capablanca: Iranische Schachschule in Dresden

14.08.2006 – Eine große Delegation von zumeist jungen Hamburger Spielern hatte sich auf den Weg zum ZMD Open nach Dresden gemacht, um dort im Kampf mit vielen arrivierten Großmeistern zu Ruhm und Ehre, bzw. Elopunkte und Preisgeldanteile zu kämpfen. Tatsächlich verlaufen die Partien im Kampf zwischen Amateuren und Meister nicht immer so, wie es seinerzeit im bekannten Klassiker von Max Euwe beschrieben wurde und Letztere wurde hier und da in die Verlängerung, sprich: die Stichkämpfe geschickt. Dennoch ist es gut, die Klassiker zu kennen, wie der junge iranische GM Elshan Moradiabadi seinem Hamburger Gegner Robin Stellwagen bezüglich ihres Endspiels zu erklären wusste: "You must look at the game Yates – Capablanca, then you know everything what you must know!“. Andreas Albers schickt einen Situationsbericht. Turnierseite...Mehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Es geht so langsam los, die Stars kommen ins schwitzen!
Von Andreas Albers

Zu diesem Zeitpunkt ist gerade einmal die erste Hälfte des ZMD Open gespielt und schon verabschieden sich die ersten Titelträger aus dem Rennen um den Turniersieg. Der Modus macht es unmöglich nach einer verpatzten Partie durch eine Siegesserie zurück zukommen und so wird von nun an nur noch um die Plätze ab Rang 3 gekämpft.

Als erstes erwischte es in Runde vier den Großmeister Hendrik Teske vom TV Tegernsee. Gegen den jungen Tobias Hirnreise (SpVgg Rommelshausen) unterlief ihm ein taktischer Fehlgriff und Tobias zeigte wenig Respekt vor großen Namen, kombinierte seinen Gegenüber einfach aus.

Nach der Partie freute er sich natürlich wie ein Schneekönig über das Ergebnis auch wenn die Partie nach seiner Aussage nicht besonders hochwertig war: „Er hat halt was eingestellt und dann war es aus.“



Tobias Hirneise – Hendrik Teske


Tobias Hirneise, bereits 1,5/2 gegen Großmeister!)

Beeindruckt zeigte sich jedenfalls der polnische GM Pawel Jaracz, der in der Turnierpartie eine Runde später früh remis anbot und Tobias dann im Schnellschach bezwingen wollte.

Tobias Freunde Felix Graf und Gordon Zimmermann versuchten Tobias mental den Rücken zu stärken, so teilte Felix Tobias immer wieder mit wie lange es noch bis zum Tiebreak sei. Aber am Ende ging die Taktik von Jaracz auf und somit ist auch dieses Märchen nun beendet.

Felix Graf selbst hatte in der 4.Runde gegen GM Alexander Karpatchev viel riskiert und ebenfalls eine vielv ersprechende Stellung erreicht, allerdings ließ er sich wohl eine gute Fortsetzung entgehen und wurde dann ausgekontert.


Alexander Karpatchev - Felix Graf

Karpatchev unterlag dafür eine Runde später gegen den titellosen Viktor Turikov aus Russland, der schon beim Olympischen Grandprix auf sich aufmerksam gemacht hatte.
In Runde 5 kam es dann auch bereits zu den ersten Großmeisterduellen. Die Dresdener Nr. 1 GM Jens Uwe Maiwald patzte bereits in der Eröffnung, wollte nach eigener Aussage schon aufgeben: „Aber dann standen so viele Leute drum herum, da konnte ich ja nicht aufgeben und hab noch ein wenig weitergespielt.“ Grinste Maiwald nach einer langen Verteidigungsschlacht in der es ihm gelang Igor Khenkins König über das gesamte Brett bis nach a6 zu jagen. Am Ende machte ein erneuter Fehler der Partie dann doch ein Ende und Maiwald muss nun um die Plätze spielen.


Khenkin – Maiwald

Ein überraschend schnelles Ende nahm die Partie Pierrot – Postny. In einer typischen Caro Kann Vorstoßvariante preschten Pierrots Flügelbauern auf beiden Seiten in Richtung des israelischen Großmeisters. Die Amateure machten sich bereits Sorgen um den sympathischen Großmeister, aber dieser hatte die Sache vermutlich immer im Griff und konterte dann sehr effektiv.


Dieter Pierrot bedrängt Evgeni Postys Stellung)

Neben Maiwald schieden auch die weiteren Dresdener Hoffnungen, Cliff Wiechmann (remis gegen GM Tahirov, dann KO im Schnellschach) und Roland Voigt (Niederlage gegen Tomacz Markowski) aus.


Cliff Wichmann


Roland Voigt

Gut in Form präsentieren durch die Bank weg auch die Hamburger. Auch wenn natürlich lediglich GM Robert Kempinski Ambitionen auf den Turniersieg hat. FM Stefan Gottuk (SC Diogenes) bremste mit seinem c3-Sizilianer erfolgreich den Deutschen Meister Thomas Luther aus (verlor dann allerdings im Schnellschach).


Gottuk – Luther

Die große Delegation von HSK Jugendlichen, die jedes Jahr wieder nach Dresden kommen fühlen sich mal wieder wie zu Hause in ihrem Domizil dem Hostel „Mondpalast”...


Gemeinsames Essen in der Gemeinschaftsküche

... und auch schachlich läuft es gut. Der Hamburger U20 Meister Frank Bracker notiert bei 4/5, verlor dabei nur knapp gegen die Berliner Nachwuchshoffnung Attila Figura...

Frank Bracker hat seine sensationelle Form von Pardubicze konserviert (dort Eloperformance von 2320!)


... und auch Robin Stellwagen hat bisher erst eine Niederlage zu Buche stehen. Diese resultiert aus dem Duell gegen den iranischen GM Elshan Moradiabadi, den wir bereits aus Dubai kennen. In einem Sizilianer hatte Stellwagen zuerst deutlichen Vorteil, fand jedoch nicht die beste Fortsetzung. Es entstand das klassische Turmendspiel mit 4 gegen 5 Bauern an einem Flügel und nun zeigte sich Großmeisterliche Technik. In Analyse nach der Partie war der junge GM gerne bereit den Hamburger Freunden eine kleine kompakte Lektion in diesem Endspiel zu geben: „You must look at the game Yates – Capablanca, then you know everything what you must know!“


Stellwagen – Moradiabadi


Gut wenn man die Klassiker kennt


Trainingseinheit mit Elshan, vielen Dank!


Gruppenbild mit den Hamburger Jugendlichen, Elshan und seinem Dresdener Freund Jahja Eskandary

Im Turnier wird es jetzt so langsam ernst, heute, Donnerstag, lauten die Spitzenpaarungen Mchedishvili – Khenkin, Malakhatko – Markowski und Moradiabadi – Baramidze!



Halten die Freundschaft zwischen Hamburg und Dresden immer aufrecht, Petra Morgenstern und Elena Winkelmann)


Der jüngste Spieler, der noch im KO Turnier ist: IM Yakow Geller


Musste schon zweimal auf seine Künste im Schnellschach vertrauen: GM Farhad Tahirov, Azerbaidschan





Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren