Zehn Gründe, warum die Prager Einigung richtig war

25.05.2002 – Die Unterzeichnung des Prager Planes zur Einigung in der Schachwelt hat bei den Schachfreunden viel Hoffnung für die Zukunft geweckt. Allerdings gab es auch Kritik. Mit Gary Kasparov hat sich nun einer der wichtigsten Figuren des Prager Gipfels zu Wort gemeldet und zehn Punkte formuliert, wie die Prager Einigung das Schach weltweit voran bringen kann. Mehr...

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Die FIDE und Kasparov begraben das Kriegsbeil

Am 6.Mai 2002 gab es in Prag auf Einladung von Bessel Kok ein für die Schachwelt sehr bedeutsames Treffen. Die verschiedenen Fraktionen setzten sich zusammen und und einigten sich auf eine gemeinsame Weltmeisterschaft. Kirsan Ilyumzhinov, Garry Kasparov und Vladimir Kramnik unterzeichneten gemeinsam eine entsprechenden Vertrag. 

Wir fragten Garry Kasparov, welches Ergebnis der Prager Plan für die Schachwelt haben wird. Er schickte uns zehn Punkte:

  1. Die Schachwelt ist nicht mehr die gleiche. Schach wird das 21.Jh als Massensport erleben. 

  2. Einen unumstrittenen gemeinsamen Weltmeister im klassischen Schach gab es nicht mehr, seit Nigel Short und ich vor neun Jahren die FIDE verließen.

  3. Der Weltmeistertitel im Schach ist eine Tradition, die weit in die Geschichte zurück reicht und sogar zehn Jahre älter ist, als die modernen Olympischen Spiele. Nun scheint es, dass nach einer Dekade der Trennung die Schachfreunde endlich wieder den Wunsch nach einem unumstrittenen Weltmeister erfüllt bekommen.

  4. In einem Verband geeint, haben wir den Weg für die FIDE frei gemacht, mit einem professionellen Management für Schach das zu erreichen, was andere Sportarten schon seit vielen Jahren für sich erzielt haben. 

  5. Ein Nebenergebnis der Einigung wird sicher großes kommerzielles Interesse bei Sponsoren sein, Schachturniere aller Art zu unterstützen.

  6. Alle führenden Großmeister werden durch einen erfolgreichen weltweiten Zyklus partizipieren.

  7. Schach kann TV-Sport werden und die TV-Stationen und Sponsoren werden schnell das ungeheure Potential begreifen. Schach im Fernsehen ist möglich, Schach im Internet ist bereits riesig und bringt vielleicht bald den Schachsport und die Partien live in möglicherweise 100 Millionen Haushalte in der ganzen Welt.

  8. Mit der FIDE als einzigem Vertreter wird Schach schneller olympisch werden und damit überall als Sport bekannt. 

  9. Schach als Breitensport wird ebenfalls profitieren, wenn man staatliche Unterstützung bekommt. 

  10. Schach ist eine Mischung aus Sport, sozio-kulturellen und erzieherischen Bemühungen. Schach als Schulfach würde die weltweite Basis enorm erweitern. 

Es wird nicht einfach sein und nicht schnell voran gehen. Doch man muss danach streben. 

 

 



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