ZMD-Open: Sieg in letzte Sekunde<br>

18.08.2006 – Ohne Zweifel gehört Dresden zu den Schachturnierstädten mit der besten historischen Kulisse. Neben einem Ensemble von beeindruckenden Barockschlössern gehört seit Kurzem auch die wieder erbaute Frauenkirche dazu. Höheren Beistand hätten sich auch einige der Spieler des ZMD-Opens erbaut, die feststellen mussten, dass die von ihnen erbauten Positionen sich leider als Luftschlösser erwiesen. Viele versuchten noch im Trüben zu fischen, was auch in der Elbe möglich gewesen wäre, der mal wieder das Flussbrett zu klein geworden war. Andres Albers berichtet vom Abschluss des ZMD-Opens und hat sich mit der Hamburger Spieler-Delegation noch auf einen kleinen Erkundungsrundgang begeben. Turnierseite...Finalbericht...

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Ein Sieg in letzter Sekunde
Von Andreas Albers

Der Weg ins Finale war steinig: Erst kamen Gerüchte auf, das Hochwasser der Elbe würde den einen oder anderen Großmeister hinfort spülen.


Wenn der Dresdener nicht zur Elbe kommt, kommt die Elbe zu ihm

Auch der Vogelgrippealarm im Dresdner Zoo sorgte für Aufregung, aber zum Glück viel doch keiner der Teilnehmer der Stallpflicht zum Opfer. Aber schachlich ging es hoch her: In Runde 6 erwischte es gleich mal die ersten 4 der Setzliste: Khenkin (im Tiebreak gegen Mchedlishvili), Malakhatko in einem heißen Gefecht gegen Markowski, Baramidze mit einer deutlichen Niederlage gegen Moradiabadi, Luther unglücklich gegen den jungen Jakov Geller.


Das Aus für Baramidze gegen Moradiabadi

In der nächsten Runde stieg die Nervosität von Moradiabadi, musste er doch auf ein baldiges Ausscheiden des Israelis Evgeny Postny hoffen. Aus politischen Gründen ist es iranischen Staatsbürgern untersagt in sportlichen Wettkampf mit Israelis zu treten, man stelle sich nur diese Paarung als Finale vor und einen kampflosen Finalsieger. Doch das Schicksal zeigte sich gnädig, beförderte Postny im Tiebreak der 7. Runde gegen den Georgier Mchedlishvili  aus dem KO-Turnier und eine Runde später erwischte es auch den Iraner gegen eben jenen „tricky guy“ Mchedlishvili.


Mchedlishvili gewinnt seinen Tiebreak gegen Postny


Graf überschreitet gegen Markowski die Zeit im Blitztiebreak und scheidet aus

Moradiabadi lehnte ein frühes Remisangebot ab, um die Schnellschachqualitäten seines Gegners nicht weiter zu testen. Der Versuch, die Partie unbedingt zu gewinnen scheiterte und so zog Mchedlishvili  verdient ins Finale ein. Sein Gegner dort, der polnische Nationalspieler Robert Kempinski, der sich im Tiebreak gegen seinen Freund Tomacz Markowski durchsetzte. Wenn auf eines wetten kann beim Dresdener ZMD Open, dann auf Spannung bis zu letzt.

Wie schon im letzten Jahr (damals im Finale Malakhatko – Luther) endete die finale Turnierpartie schnell remis, wie im letzten Jahr ging es in der Schnellschachpartie hin und her und am Ende wurde Frieden geschlossen, erst in der Blitzpartie wurde der Turniersieger ermittelt. Neben der Live-Übertragung im Internet übernahm der Dresdner Spitzenspieler Volker Seifert das Demobrett, im Blitzfinish assistierte Melanie Ohme, so dass alle Zuschauer das Geschehen verfolgen konnten.


Die beiden Finalisten, Robert Kempinski..


...und Mikheil Mchedlishvili


Volker Seifert zeigt die Finalpartien fürs Publikum


Immer in Mikheils Nähe: sein Kumpel David Baramidze, der ebenfalls aus Georgien stammt (hinter dem Plakat)


Die Entscheidung fällt im Blitzen, höchste Konzentration für die Herren am Brett und die Helfer am Demobrett


Robert Kempinski hat soeben diese Stellung mit Schwarz aufgegeben!

Aber vor diesem Finale galt die volle Konzentration aller anderen Spieler den eigenen Partien. Die einen trennten sich schnell remis:


Völlige Symmetrie, Khenkin tritt gegen Graf voll auf die Bremse

Die anderen landen noch einmal wichtige Siege, so Baramidze gegen Markowski und auch der junge Atilla Figura gegen den Berliner Stadtrivalen IM Yakov Meister ...


Figura rundet ein erfolgreiches Turnier mit einem Sieg gegen Meister ab

... durchaus skurrile Stellungen waren allerdings schon das ganze Turnier über zu bewundern:


Das nennt man dann wohl den Gegner „anspringen“.

Die Siegerehrung ist auch durch die vielen Ratingpreise immer ein eine große Zeremonie. Aber die Bestplatzierten stehen natürlich im Vordergrund.


Die ersten Drei: Kempinski (2.), Mchedlishvili (1.) und Khenkin (3.)

Stärkste Frau des Turniers wurde, wie schon im Vorjahr Anna Zozulia, die in Runde 8 Baramidze auf der Schippe hatte. Einen Tag zuvor hatte Zozulia gemeinsam mit ihrem Ehemann Vadim Malakhatko ihren Titel als Deutsche Familienmeister verteidigt


Eine Weltklassefamilie: Vadim Malakhatko und Anna Zozulia

Dass Dresden auch neben dem Schachturnier immer wieder eine Reise wert ist, stellten die Hamburger jeden Tag auf ihrem Weg zum Spiellokal


Klassisch: das Dresdner Schloss


Hamburger im Zwinger


Führung in korrekter Garderobe


Timo Daedrich, Arne Bracker, Jascha Kolster und Frank Bracker
vor der wieder aufgebauten Frauenkirche

 


Modern: die gläserne Manufaktur der Volkswagen AG

Unweit des Spiellokals findet man eine kleine Ruine voller Geheimnisse


Was kann man hier wohl finden?


Ostalgie! Einmal die Woche Eier.


Gibt's auch noch: Den Trabi


Bei der Stretchlimousine dauert das Waschen länger. Das muss nicht immer lästig sein. (s.u.)

 

 

 

 

 



Themen: ZMD Open 2006
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