Zum dritten Mal in Folge: Alice Lee gewinnt den American Cup

von Johannes Fischer
13.03.2026 – Alice Lee hat es wieder geschafft: Mit einem 1,5-0,5-Sieg im "Grand Final Reset" gegen Carissa Yip gewann die 16-Jährige in Saint Louis den American Cup nach 2024 und 2025 zum dritten Mal in Folge. Der Sieg brachte ihr ein Preisgeld von $49.000 und einen Elo-Gewinn von 18,2 Punkten. | Foto: Alice Lee und Maurice Ashley | Foto: Saint Louis Chess Club / Lennart Ootes

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Der American Cup ist eines der stärksten und prestigeträchtigsten Turniere der USA, aber der Modus ist kompliziert. 2026 traten acht Spielerinnen (bzw. Spieler) im Doppel-K.-o.-System gegeneinander an. Wie der Name schon sagt, bekommt man in diesem Modus immer eine zweite Chance, denn auch wenn man das erste K.-o.-Match verliert, scheidet man nicht aus dem Turnier aus, sondern kommt ins sogenannte "Elimination Bracket".

Erst wenn man im "Elimination Bracket" ein zweites K.-o.-Match verliert, ist man draußen. Aber bis dahin kann man sich Hoffnungen auf den Turniersieg machen, denn der Sieger des "Elimination Bracket" spielt gegen den Sieger des sogenannten "Championship Bracket" um den Turniersieg.height="1"

Für zusätzliche Verwirrung bei diesem komplizierten Modus sorgt die inflationäre Verwendung des Begriffs "Finale". Bei K.-o.-Turnieren – egal in welcher Sportart – besteht das Finale in der Regel im Aufeinandertreffen der letzten beiden Spielerinnen, Spieler oder Mannschaften, die um den Turniersieg kämpfen. Aber beim American Cup gibt es mehr als ein Finale: Es gibt das Finale des "Championship Bracket" und das Finale des "Elimination Bracket". Die beiden Sieger dieser Finali spielen dann im Grand Final um den Gesamtsieg.

Richtig kompliziert wird es aber, wenn die Gewinnerin des "Elimination Brackets" das Grand Final gewinnt. Denn da sie im vorherigen Verlauf des Turniers bereits ein K.-o.-Match verloren hat, muss sie, damit es gerecht bleibt, zwei K.-o.-Wettkämpfe gegen die Siegerin des "Championship Brackets" gewinnen, um zur Gesamtsiegerin erklärt zu werden.

Aber wie nennt man dieses letzte und entscheidende Match um den Turniersieg, wenn Finale und Grand Final bereits gespielt wurden? Da es ohne das Wort "Finale" im Titel wohl nicht geht, fiel die Wahl der Organisatoren des American Cup auf den Namen "Grand Final Reset". Und in diesem "Grand Final Reset" spielten Carissa Yip und Alice Lee am Donnerstag, den 12. März, um den Sieg im American Women's Cup.

Carissa Yip, Alice Lee

Die 22-jährige Carissa Yip (links, mit Weiß) ist die Nummer 1 der amerikanischen Frauenrangliste. Mit einer Zahl von 2481 liegt sie nach dem American Cup in der Live-Weltrangliste der Frauen auf Platz 14. Alice Lee, die bereits mit 13 IM wurde, liegt mit einer Zahl von 2417 auf Platz 32. | Foto: Lennart Ootes

Alice Lee hatte das "Championship Bracket" gewonnen, Carissa Yip das "Elimination Bracket", aber im "Grand Final" gewann Carissa Yip gegen Alice Lee im Armageddon und schaffte es so ins "Grand Final Reset". Hier standen zwei Schnellschachpartien (25+10) auf dem Programm, und gleich in der ersten gelang Alice Lee ein Sieg, der vorentscheidend sein sollte.

In der zweiten Partie kam Carissa Yip nach 117 Zügen nicht über ein Remis hinaus, und so gewann Alice Lee das "Grand Final Reset" mit 1,5-0,5 und sicherte sich damit auch den Gesamtsieg im American Women's Cup. Nach 2024 und 2025 war es ihr dritter Sieg im American Cup in Folge.

Partien

Offizielle Website


Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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