Zum Tode von Gertrude Baumstark

10.06.2020 – Wie erst jetzt bekannt wurde, verstarb Ende April IM Gertrude Baumstark. In ihrer Jugend nahm sie für Rumänien erfolgreich an mehreren Frauen-Schacholympiaden teil. In den letzten Jahren ihrer Schachkarriere spielte Getrude Baumstark in der Frauen-Bundesligamannschaft des SG Augsburg. Ein Nachruf von Ulla Münch. | Foto: Maria Horvath

ChessBase 15 - Megapaket ChessBase 15 - Megapaket

Kombinieren Sie richtig! ChessBase 15 Programm + neue Mega Database 2020 mit 8 Mio. Partien und über 80.000 Meisteranalysen. Dazu ChessBase Magazin (DVD + Heft) und CB Premium Mitgliedschaft für ein Jahr!
ChessBase 15 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen.

Mehr...

Von Ulla Münch

Nachruf auf WIM Gertrude Baumstark
(21.5.1941, Timisoara/Rumänien – 28.4.2020, München)

Ende April verstarb die Internationale Meisterin Gertrude Baumstark. Sie lebte nach der Übersiedlung aus ihrer rumänischen Heimat in München und war zuletzt Mitglied der Schachgesellschaft Augsburg. 

In jungen Jahren agierte Gertrude Baumstark höchst erfolgreich sowohl als Einzel- als auch und vor allem als Mannschaftsspielerin in der rumänischen Olympiamannschaft der Frauen.

Seit 1970 trug sie den Titel einer Internationalen Meisterin der Frauen. Als zweifache rumänische Landesmeisterin nahm sie an vier Interzonenturnieren und fünf Schacholympiaden teil. Zweimal war sie mit dem Team am Gewinn der
Silbermedaille hinter der Sowjetunion beteiligt. In Medellin 1974 erzielte sie an Brett 2 neun Punkte aus 13 Partien. 1978 in Buenos Aires gewann sie mit 10 Punkten aus 13 Partien an Brett 2 sogar die Silbermedaille für ihr Einzelergebnis.

In den letzten Jahren ihrer Schachkarriere spielte Getrude Baumstark in der Frauen-Bundesligamannschaft des SG Augsburg. Völlig ohne irgendwelche Allüren fügte sie sich vom ersten Wettkampf an in ihrer höchst bescheidenen und sehr liebenswerten Art ins Mannschaftsgefüge ein. Auch wenn sie damals schon über dem Zenit ihrer Spielstärke hinaus war, merkte man in jeder ihrer Partien ihr hohes schachliches Können und fundiertes Wissen an.

Für das Augsburger Team war sie nicht nur ein schachlicher, sondern auch ein großer menschlicher Gewinn. Leider musste sie aufgrund eines starken Nachlassens all
ihrer Kräfte viel zu früh mit ihrem geliebten Schachsport aufhören. Sie litt in
den letzten Jahren an Demenz und wurde zum schweren Pflegefall, bis zuletzt aufopferungsvoll gepflegt von ihrer Schwester. Jetzt erlag sie im Alter von noch nicht ganz 79 Jahren ihrer Krankheit.

Im Herzen aller, die sie gekannt haben, wird sie lebendig bleiben!