Zweite Bundesliga: St. Pauli, Düsseldorf, München 36 und Bad Mergentheim steigen auf

von André Schulz
21.03.2024 – Am vergangenen Wochenende haben die Zweiten Bundesligen ihren letzten Spieltag absolviert und ihre Aufsteiger ermittelt. Noch vor der Fußballabteilung hat die Schachabteilung des FC St.Pauli ihren Aufstieg klar gemacht. Aus dem Westen steigt der Düsseldorfer SK auf. Im Osten sorgt der Münchener SC 1836 dafür, dass weiter zwei Münchener Klubs im Oberhaus spielen und im Süden steigen die SF Bad Mergentheim auf.

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Die Erste Bundesliga muss diese Saison noch einen Doppelspieltag austragen, bevor alle Messen gelesen sind. Viernheim ist die Mannschaftsmeisterschaft 2024 nur noch theoretisch zu nehmen, der Titel ist fast in trockenen Tüchern. Der HSK Lister Turm und MSA Zugzwang aus München können hingegen den Abstieg nicht mehr vermeiden. Der SC Remagen-Sinzig hat nur noch vage theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Die punktgleichen Klubs SC-Heimbach-Weis-Neuwied, der Hamburger SK (beide 9 Punkte) und USV TU Dresden (10 Punkte) sind die drei Kandidaten für den vierten Abstiegsplatz.

Das spannendste Rennen um den Aufstiegsplatz lieferten sich in der Zweiten Liga Nord die Schachabteilung des FC St. Pauli mit den Schachfreunden Berlin. Ein einziger Brettpunkt gab nach der neunten Runde den Ausschlag zugunsten von St. Pauli. 

In der letzten Runde gewannen die Hamburger mit 5,5:2,5 gegen Glückauf Rüdersdorf. Die SF Berlin besiegten hingegen den zweiten Anzug des Hamburger SK mit 6,5:1,5. Ein 7,5:0,5-Sieg wäre nötig gewesen, um mit den Kiezspielern nach Brettpunkten gleichzuziehen. Aber Konstantin Preyrer, Malte Colpe und Frank Bracker gaben alle drei nicht mehr als einen halben Punkt her. Da ist wohl ein Astra im Millerntor-Stadion fällig, besser noch eine Freikarte zum Fußball.

Endstand 2. Bundesliga Nord

Mannschaft Sp MP BP BW
1. FC St. Pauli 9 15 48 230½
2. SF Berlin 9 15 47 212½
3. SK Zehlendorf 9 13 42½ 190
4. SK Doppelbauer Turm Kiel II 9 13 39½ 172½
5. Hamburger SK II 9 10 36½ 176½
6. SV Glückauf Rüdersdorf 9 8 39½ 182
7. SC Rotation Pankow 9 7 31 136½
8. SG AE Magdeburg 9 4 25½ 104½
9. HSK Lister Turm II 9 3 26 106½
10. Lübecker SV 9 2 24½ 108½

Partien

In der Zweiten Bundesliga West war die Situation eine ganz andere als im Norden. Bad Emstal/Wolfhagen hat fünf Großmeister an den Start gebracht und mit Yuri Kozubov einen Spieler über 2600 an Brett eins. Das war aber bei Weitem nicht gut genug, um dem Team des Düsseldorfer SK Paroli zu bieten. Düsseldorf hat 13 Großmeister gemeldet, davon fünf mit einer Elozahl über 2700. Die kamen auch alle zum Einsatz.


Meist gewann die Mannschaft hoch. Wenn es knapp wurde, hieß es 5,5:2,5. Zweimal gab es ein 8:0. Von den 72 möglichen Brettpunkten holte Düsseldorf 60,5.

Bad Emstal/Wolfhagen wurde noch von Porz überflügelt.

Nach dem Tod des Sponsors Wilfried Hilgert könnte Porz vielleicht nochmal in die Erste Liga aufsteigen, es sei denn, der Patriarch hat testamentarisch ein Verbot verfügt.   

Endstand 2. Bundesliga West

Mannschaft Sp MP BP BW
1. Düsseldorfer SK 9 18 60½ 285½
2. SG Porz 9 13 46 205½
3. Bad Emstal/Wolfhagen 9 12 42½ 189½
4. SV Werder Bremen II 9 10 36½ 154
5. Aachener SV 9 9 35½ 158½
6. SC Siegburg 9 9 31 146
7. SG Solingen II 9 8 34 156½
8. Klub Kölner SF 9 7 27 105
9. SV Koblenz 9 3 26 112
10. SF Lieme 9 1 21 107½

Partien

Im geografischen Süden und spieltechnischen Osten gab es ebenfalls ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Münchener SC 1836 und dem SV Deggendorf.

Die Münchener, mit sieben Großmeistern und Leonardo Costa im Team, hatten aber im Laufe der Saison einen Brettpunkte-Vorsprung angehäuft, der ihnen den Aufstiegsplatz sicherte. Deggendorf, mit zehn gemeldeten Großmeistern blieb punktgleich nur Platz zwei.

Endstand 2. Bundesliga Ost

Mannschaft Sp MP BP BW
1. Münchener Schachclub 1836 9 16 52 247½
2. SV Deggendorf 9 16 46½ 202
3. Nickelhütte Aue 9 13 41½ 183½
4. SK Göggingen 9 11 42 186
5. SC Garching 9 10 36½ 159½
6. FC Bayern München II 9 9 30½ 129
7. SC Bavaria Regensburg 1881 9 6 30 128½
8. Erfurter SK 9 4 27½ 136½
9. SC Erlangen 9 3 28½ 136½
10. SK München Südost 9 2 25 111

Partien

Den SF Bad Mergentheim reichte in der Zweiten Liga Süd drei Großmeister im Team, um mit 16 Mannschaftspunkten Südmeister zu werden. Die zweite Mannschaft der OSG Baden-Baden und der SV 1920 Hofheim belegten punktgleich die Plätze zwei und drei.

Endstand 2. Bundesliga Süd

Mannschaft Sp MP BP BW
1. SF Bad Mergentheim 9 16 43½ 210½
2. OSG Baden-Baden II 9 14 45 198
3. SV 1920 Hofheim 9 14 45 188½
4. SC Eppingen 9 11 39 192
5. SC Viernheim II 9 10 37 177½
6. TSV Schönaich 9 9 38½ 181½
7. SV 1947 Walldorf 9 6 35 153½
8. Heilbronner SV 9 6 31 136
9. TSV Schott Mainz 9 4 32 128½
10. SK Schmiden/Cannstatt 9 0 14   54

Partien

Dies war erst einmal die letzte Saison, die mit einer viergleisigen zweiten Bundesliga durchgeführt wurde. Für die neue Saison greift die vom Deutschen Schachbund beschlossene Reform der Zweiten Bundesliga. Diese wird nur noch aus zwei Staffeln mit je 12 Teams bestehen. 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.