Carlsen krönt WM-Titel mit Geburtstagskombi

01.12.2016 – Mit einer sehenswerten Geburtstags-Kombination hat Carlsen die vierte Schnellpartie gewonnen. Nach 50.Dh6+ blieb dem Herausforderer keine Wahl mehr und er gratulierte dem Weltmeister zum Sieg. Der Showdown im Newsblog 2016-11-30...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Weltmeisterschaft Carlsen-Karjakin, New York - Newsblog 2016-11-30

Das Tiebreak - Anmerkungen von David Navara

 

Kollege Fischer vom Newsblog EN hat das Schlussdiagramm getwittert: 

0.42 / 6.42: Magnus Carlsen zieht 50. Dh6+ und Karjakin gratuliert dem Weltmeister zum Sieg und zur Titelverteidigung - 3:1 im Schnellschach-Tiebreak. Sabrina und Judit hatten recht behalten. Maurice Ashley hat schon einen Namen für 50.Dh6+ und schlägt "Die Geburtstagskombination" vor.

So war's auf playchess: 

Matthias:  Carlsen muss auch nicht everybodies best Schwiegersohn sein, ein bißchen Diva ist besser
Mr Vegas:  YESSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS
Mr Vegas:  WELL DONE
Matthias:  rumms

0.31 / 6.31: Karjakin steht kurz vor dem Zeitverlust und er steht schlechter. 

0.25 / 6.25: Ein Einsteller in der 3. Partie hat das Match wohl entschieden. Offenbar hat Carlsen ein Remis-Angebot ausgeschlagen. 

0.05 / 6.05: Partie Nr. 4 sieht nicht nach einem Sieg für Karjakin aus. Sizianisch mit 5.f3, Carlsen weicht einer prinzipiellen Diskussion im Najdorf-Sizilianer aus - jetzt hat der Herausforderer zu tun: 

 

23.37 / 5.37: Will Karjakin im Match bleiben, muss er mit Schwarz punkten. Jetzt sind wir mal gespannt.

23.30 / 5.30: Karjakin hat eine Figur eingestellt! - 2:1 für Carlsen. "38.Txc7, Wahnsinn! War  ...Ta1 so schwer zu sehen?", kommentiert Zuschauer Andreas I. aus Lübeck.

23.27 / 5.27: Sabrina ist zurück. "Schau dir mal die Zeit an!" 0.42 zu 7.24. Aber die angezeigten Zeiten sind nicht verlässlich während der Übertragung.  

23.24 / 5.24: Einfach nur die Raumatmo hat was für sich. Nur die Lüftung ist zu hören, das Geräusch der Uhrenwippe und ab und an ein Stühlerücken. Für Sabrina Chevannes ist das zu viel. Sie geht zurück ins Studio. 

23.11 / 5.11: Mit großer Geste hat Carlsen zum abgetauschten weißen Springer gegriffen. Kann Karjakin mit dieser Spielerei umgehen? Luftdruckmesser sagt 50/50. Vor ein paar Sekunden stand es noch 42/58. Kann gut sein, dass Carlsen nur selbstvergessen zu den weggelegten Figuren greift. Aber Profis wie Carlsen und Karjakin sind vor solchen Mätzchen sicher gefeit.

23.06 / 5.06: Steht der Weltmeister schon wieder auf. Na gut, hat auch 16 Minuten gegen Karjakins 7.53. Raucht Carlsen etwa heimlich wie Kramnik damals? 

23.01 / 5.01: ChessBase India hat's mal wieder zuerst. Sagar Shah hat die ersten beiden Partien analysiert. Auch wir werden Analysen veröffentlichen. Am Donnerstag auf ChessBase, selbe Stelle, selbe Welle, wie der große Schachkommentator Friedrich Luft zu sagen pflegte.

22.56 / 4.56: Oh je, schon wieder Carlsen im Vorteil laut digitaler Rechtschreibkontrolle Stellungsbeurteilung - 43/57. Carlsen macht jetzt Lärm mit den Figuren und dreht einen Springer zwischen den Fingern. Bei LeChiffre sah das etwas eleganter aus.

22.53 / 4.53: Pavel Eljanov empfiehlt die Herzfrequenz zu messen. Könnte sein, dass Karjakin eine eingebaute Herzkühlung hat. Auf jeden Fall habe er Cojones.

 

 

22.52 / 4.52: Kollege Baldauf bei der Arbeit - Public Viewing bei den Schachfreunden Berlin (Die WELT online auf Facebook)

22.46 / 4.46: Nach 16...f4 muss der Weltmeister erst einmal aufstehen. 

22.45 / 4.45: Sabrina Chevannes ist mit ihrer Ansicht nicht allein: 

Erstmal durchatmen

Erst einmal durchatmen nach dieser zweiten Partie

22.21 / 4.21: Remis. Sabrina sagt, das sei matchentscheidend. Sie fürchtet, es könnte Carlsens schlimmster Geburtstag werden.

22.21 / 4.21: Sabrina sagt, Carlsen wird es überziehen. 

22.19 / 4.19: Sabrina bekommt Nachrichten von einem Freund: Kh8 Matt in 26. Aha.

22.16 / 4.16: Technische Angelegenheit. Karjakin und Carlsen zeigen Anzeichen von Nervosität. 

22.14 / 4.14: Von 82/18 auf 62/38 ... Sabrina ist sich sicher. Wenn Carlsen das Ding vergeigt, hat er das Match verloren.

22.12 / 4.12: Der Computer sieht Weiß mit 82/18 im Vorteil. Zeit: 1.36 - 1.03 - dann... 62.Lg4. Aha?!

22.04 / 4.04: Sabrina Chevannes ist außer sich. "Magnus muss das gewinnen!" 

22.02 / 4.02: Karjakin sieht nicht allzu gestresst aus mit 0.59 auf der Uhr. Keine Bauern mehr auf dem Damenflügel. Sieht nicht mehr so gefährlich aus für Schwarz, aber der Computer sagt 72/28.

22.00 / 4.00: Carlsen hat mehr als 4,5 Minuten über 35.Le4 nachgedacht. 

21.58 / 3. 58: Karjakin blickt erstmals an die Decke und vergräbt seinen Kopf in den Händen. Computer sagt 70/30. Zeit sagt 8.52 zu 0.48.

21.54 / 3.54: Carlsen nimmt sich einen schwarzen Bauern, um damit herumzuspielen. 9.50 zu 0.40 mit Weiß am Zug.

21.52: Selbstversuch: Cam2. Kein Kommentar. Super. Nachteil: Man sieht nicht, was die Schachuhr anzeigt.

21.49 / 3.49: Judit Polgar sagt einen Punkt für Carlsen voraus. Judit Polgar: Vielleicht ist Sergey in Panik geraten. Max: Du kommst in Panik, wenn Du in Zeitnot bist. Judit: Wenn Sergey diese Position hält, ist er wirklich ein Genie (anerkennendes Nicken). 

Kontrolle vor dem Match

21.46 / 3.46: Carlsen trinkt erstmal einen Schluck. Sieht gut aus für Weiß. 13 Minuten gegen 3 Minuten. Sogar Dlugy gibt sich Chancen, das Ding nach Hause zu tragen, wie er sagt.

21.42 / 3.42: Bauernopfer im 21. Zug! 

21.38 / 3.38 Karjakin denkt sieben Minuten nach. Ist auf sieben Minuten runter und Carlsen antwortet à tempo. 

21.19 / 3.19 Uhr: Carlsen lässt sich Zeit vor 37.de5 und liegt ganz leicht zurück in der Zeit. 

Karjakin auf dem Weg zur Markthalle

21.04 / 3.04: Carlsen mit Weiß. Italienisch. 

20.58 / 2.58: Henrik Carlsen sagt, es war ein anständige Partie, sah mehr nach Turnierschach aus. Dem Sohn gehe es gut, er sei motiviert und überhaupt. Er selbst aber sei etwas nervös. 

20.51 / 2.51: Erste Partie Remis.

20.49 / 2.49: Max und Judit sehen das Remis kommen.

20.47 / 2.47: Karjakin auf vier Minuten. Schnappatmung. 

20.44 / 2.44 pm: 33.f4 - Sergey Karjakin geht aufs Ganze. 33.e5 wäre die bürokratische Lösung gewesen.

20.36 / 2.36 pm: Schon wieder die Voraussage von Judit Polgar. Das wird eine lange Partie, in der Schwarz die Balance halten muss. 

20.28 / 2.28 pm: Max Dlugy an Judit Polgar: "What's the only way not to lose on time in Blitz? Play faster than your opponent." Was ist die einzige Möglichkeit, beim Blitzen nicht auf Zeit zu verlieren? Ziehe schneller als Dein Gegner.

Max Dlugy plädiert dafür, einige Züge wirklich schnell auszuführen. Ian Nepomniachtchi weise immer wieder darauf hin, wie wichtig es sei, schnelle Sequenzen zu spielen. Und Nepomniachtchi habe mit Magnus Carlsen gearbeitet. 

20.05 / 2.05 pm: Der Weltmeister zieht die Jacke aus. Dlugy sieht ihn noch in der Vorbereitung, gemessen an der Geschwindigkeit, mit der ...Tb8 folgte.

20.00 / 2.00 pm: Geht los. Karjakin legt mit 1.e4 los. Klassischer Spanier, aber mit Sc3. Carlsen gruppiert den Springer über b8 nach d7 um, analog zur Breyer-Variante. Unser Reporter Max Dlugy ist bei Judit Polgar im Studio. 

19.55 / 1.55 pm: Auch Judit Polgar glaubt, das Match werde beim Schnellschach entschieden. Auch, wenn sie gern Blitzpartien sehen würde.

19.41 / 1.41 pm: Maske, bitte ins Studio! Da ist was am Auge. 

19.28 / 1.28 pm: Miss Lova Lova vermisst übrigens immer noch ihre edle EF85/1.2 Canon-Optik. Die Umstände interessieren sie nicht, aber wer immer ihr das Glas zurückgibt, bekommt eine Belohnung. 

19.18 / 1.18 pm - für Carlsen:

Für Karjakin:

19.16 / 1.16 pm: Fotograf Lennart Ootes musste sein Flugticket umbuchen, aber das sei es wert, wie er sagt: 

18.31 / 12.45 am: Sabrina Chevannes erwartet eine Entscheidung im Schnellschach. Unsere Autorin ist gerade zu Besuch bei uns in Hamburg und nimmt einige "First Repertoire"-DVDs auf. Sie sagt: "Heute hat Magnus Geburtstag. Was wäre ein besseres Geburtsgeschenk als die Bestätigung des Weltmeistertitels? Ich glaube, er hat sich seine Kraft für dieses Schnellschach-Showdown aufgespart, er wird der Welt in den ersten vier Partien zeigen, wer der Chef ist. Prognose: 2,5:1,5 für Magnus."  

Sabrina Chevannes

17.45 / 11.45 am - Noch gut zwei Stunden bis zum Stichkampf

Peter Svidlers Prognose:

 

16.45 / 10.45 Wird die Weltmeisterschaft heute mit einer Blitzpartie entschieden?

 

13:14 / 7:14 am - Interview mit Vlastimil Hort:

Was ist Ihr Urteil über die WM in New York?
Ja, sehr interessant, zwei junge Leute, fast gleich stark. Ich glaube Karjakin ist sehr gut vorbereitet, Carlsen nicht so gut.

Spielt Carlsen sein bestes Schach?
Nein, sicher nicht. Ich glaube, er ist nicht zu 100% auf den WM-Kampf fokussiert. Er hat vielleicht die Aufgabe zu leicht genommen. Wahrscheinlich hat er zu viele andere Termine im Kalender. Heute muss er hier sein, nächsten Monat dort. Er macht dies und das. Aber du kannst nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Bei Karjakin ist es etwas anderes. Für ihn ist es der Höhepunkt der bisherigen Karriere. Und Carlsen war schon K.o. Nach seiner Niederlage hat er diese riskante Spanische Variante vorbereitet. Diese Partie konnte er auch gut verlieren. Da hat er Glück gehabt.

Was war Ihre Prognose vor dem Match?
Ich habe tatsächlich bei tschechischen Buchmachern etwas Geld gesetzt, nicht viel, nur ein wenig, auf ein 6:6. Ich bin etwas mehr für Karjakin, man hält immer etwas mehr zum Schwächeren. Aber bei mir hat es noch einen anderen Grund. Karjakin und ich sind beides Steinböcke, am 12. Januar geboren. Ich bin nur ein bisschen älter als er, 48 Jahre! Wir Steinböcke müssen zusammenhalten.

Was war die beste Partie?
Das war die Gewinnpartie von Carlsen in der Italienischen Partie.

Die schlechteste Partie...?
Also die letzte Partie, das war furchtbar. Fischer hätte in dieser Situation bis zum blanken König gespielt, 100 Züge, wenn nötig. 

Was halten Sie vom Format?
Viel zu kurz. Zwölf Partien, das ist zu wenig. Und der Tiebreak, furchtbar. Im Tennis gibt es einen Tiebreak, im Eishockey einen Sudden Death, im Fußball Penaltyschießen. Das ist alles noch dem eigentlichen Wettbewerb sehr ähnlich. Aber im Schach, Schnellschach oder sogar Blitzschach. Das ist etwas ganz anderes als Turnierschach. In der Oper kannst du auch nicht eine Vorstellung als Tragödie beginnen und dann als Komödie beenden.

Was ist denn besser, eine Stichkampf oder eine Regelung wie früher - bei Gleichstand behält der Weltmeister den Titel?
Ja, schwierige Frage: Ich habe das einmal mit Fischer diskutiert, in Budapest. Fischer war der Meinung, am besten wirft man eine Münze.  

Ihre Prognose für den Tiebreak?
Ich denke, Carlsen ist hier besser und er wird gewinnen.

9.04 / 3.04: Herzlichen Glückwunsch zum 26. Geburtstag, Magnus Carlsen! Der Weltmeister wurde vor 26 Jahren am 30. November 1990 m norwegischen Tønsberg geboren. Wir gratulieren herzlich und freuen uns über ein Spektakel. 

Ob die Entscheidung so oder anders ausfallen muss, wird gerade heftig debattiert. Der Einwurf unseres Autors Yasser Seirawans Einwurf (auf Englisch) zeigt indes, dass es viel Gesprächsbedarf gibt. 

8.08 / 2.08: Die Grundregeln des Tiebreaks: Mindestens drei Partien werden ausgetragen - und 15 Partien.

Schnellschach

Das Tiebreak beginnt mit einem Satz aus vier Schnellpartien (25 Minuten + 10 Sek./Zug). Karjakin hat in der ersten Partie Weiß. Im Falle eines 2:2 nach vier Partien wird die Entscheidung beim Blitzen gesucht. 

Blitz

Das Blitzen besteht aus einem Satz zweier Blitzpartien, bei dem jeder Spieler je eine Partie mit Weiß und mit Schwarz spielt (5 Min. + 3 Sek./Zug). Endet das erste Match 1:1, folgt ein zweites Match. Bis zu fünf Mini-Blitzmatches können gespielt werden. Enden alle diese fünf Matches 1:1, entscheidet das Armageddon.

Armageddon

Dieses Format garantiert einen Gewinner, denn im Falle eines Unentschieden wird der Schwarzsieger zum Sieger erklärt. Hierbei hat Weiß fünf Minuten, Schwarz nur vier. Ab Zug Nr. 61 gibt es einen Zeitzuschlag von drei Sekunden pro Zug. 

07.45 / 01.45: Laut den Live Ratings ist Carlsen leichter Favorit beim Schnellschach und Blitz.

Live Ratings: Top Ten Schnellschach

1 Carlsen 2894.0
2 Nakamura 2839.0
3 Karjakin 2818 i
4 Nepomniachtchi 2812.0
5 Mamedyarov 2805.0
6 Dominguez Perez 2803.0
7 Anand 2802.0
8 Vachier-Lagrave 2795.0
9 Radjabov 2788 i
10 Kramnik 2778.0

Live Ratings: Top Ten Blitz

1 Ding Liren 2875.0
2 Carlsen 2873.0
3 Nakamura 2842.0
4 Nepomniachtchi 2830.0
5 Aronian 2830.0
6 Vachier-Lagrave 2823.0
7 Mamedyarov 2813.0
8 Radjabov 2800 i
9 Karjakin 2800.0
10 Caruana 2800.0


+ + +

Die Newsblogs zur Weltmeisterschaft Carlsen-Karjakin 2016:


Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren

MagicH MagicH 01.12.2016 09:35
Lassen wir die Kritik an Carlsen mal dahingestellt, aber: 'mädchenhafte Eröffnungen'?
Spricht da jemand, der Mädchen als etwas besonders verachtenswertes oder besonders attraktives empfindet?
Gereichen die mit diesem Adjektiv versehenen Eröffnungen Carlsen dann zum Nach- oder Vorteil?
Und wenn der Autor beides so nicht empfindet - das Zurückrudern senerseits höre ich schon - wozu dann dieses sinnfreie Bezeichnung?
Mclanda Mclanda 30.11.2016 04:12
Selbst wenn dieser überbewertete Carlsen gewinnen sollte, ein würdiger Schachweltmeister ist er trotzdem nicht. Mit seinen Spielstil und seiner Überheblichkeit vertreibt er Sponsoren und betreibt regelrecht Antischach. Wer soll sich denn für so eine Spielweise bei einen WM Kampf begeistern? Sollte er mal nicht mehr Weltmeister sein wird man sich nur noch an einen gewissen Norweger erinnern, welcher mädchenhafte und gelangweilte Eröffnungen spielte, mehr aber auch nicht.
1