

Mit dem ChessBase Magazin 232 legt die Redaktion erneut eine Ausgabe vor, die von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt.
Besonders neugierig machte mich der Schwerpunkt zum Sigeman-Turnier in Malmö. Allein die Rückkehr von Magnus Carlsen zu einem klassischen Turnier verleiht dem Turnier einen besonderen Reiz. Dass seine Partien ausgerechnet von seinem langjährigen Sekundanten Peter Heine Nielsen und Andy Woodward kommentiert werden, macht sie zu einem echten Genuss. Hier erfährt man nicht nur, was gespielt wurde, sondern vor allem warum. Genau diese Einblicke hinter die Kulissen gehören für mich zu den größten Stärken des ChessBase Magazins.
Der Eröffnungsteil bleibt ebenfalls ein echtes Aushängeschild. Statt trockener Variantenbäume präsentieren die Autoren aktuelle Ideen, eingebettet in hochwertige Turnierpartien und stets mit Blick auf ihre praktische Anwendbarkeit. Ob IM Zwirs zum orthodoxen Damengambit, GM Blohbergers Analyse der Antoshin-Variante in der Philidor-Verteidigung, GM Daniel Kings Vorschläge gegen das Evans-Gambit oder die zahlreichen weiteren Beiträge – die Bandbreite ist groß und bietet für nahezu jedes Repertoire interessante Anregungen.
Schauen Sie selbst:

Nach der Lektüre dieser Artikel juckt es förmlich in den Fingern, die neuen Ideen sofort in der nächsten Blitzpartie auszuprobieren – ein besseres Kompliment kann man einem Eröffnungskapitel kaum machen.
Ein weiteres Glanzlicht ist das Sindarov-Special. Anhand von 22 ausgewählten Partien lässt sich die Entwicklung eines der spannendsten Nachwuchsspieler der letzten Jahre Schritt für Schritt nachvollziehen. Solche Themenschwerpunkte vermitteln nicht nur Wissen, sondern verleihen jeder Ausgabe ihre ganz eigene Handschrift.

Auch die festen Rubriken überzeugen wie gewohnt. Die praxisnahen Hinweise von IM Reeh zum Taktiktraining, GM Markos, Rogozencos gewohnt lehrreiche Endspielkolumne – diesmal zum Thema „Springer gegen Turm und Bauer“ – sowie das interaktive Format „Zug für Zug“ machen den Leser selbst zum Spieler.

Martin Breutigam demonstriert anhand der Partie Suyarov – Svane (2026) eindrucksvoll, wie man mit den schwarzen Steinen auf Gewinn spielt. Robert Ris analysiert die Partie Ljepic – Guijarro (EM 2026) eine mitreißende Angriffspartie, die lange im Gedächtnis bleibt. Zusammen mit den zahlreichen Taktik-, Strategie- und Endspielaufgaben entsteht ein Trainingsangebot, das weit über den Rahmen einer klassischen Schachzeitschrift hinausgeht.

Auch in digitaler Hinsicht präsentiert sich das ChessBase Magazin auf der Höhe der Zeit. Sämtliche Inhalte stehen sowohl zur Installation unter Windows als auch als ChessBase Book für macOS, Tablet oder iPad bereit. Besonders positiv fällt das inzwischen hochwertig gestaltete PDF-Magazin auf. Auf 52 Seiten bietet es einen übersichtlichen Einstieg in die Download- und Book-Version und enthält darüber hinaus ausgewählte Analysen und Theoriebeiträge in voller Länge. Die moderne Gestaltung sorgt für eine angenehme Lesbarkeit und rundet den insgesamt hervorragenden Eindruck dieser Ausgabe ab.
Das ChessBase Magazin 232 verbindet hochklassige Schachinhalte mit praktischem Nutzen und einer gelungenen Präsentation. Wer sich für aktuelle Spitzenschachpartien, fundierte Eröffnungstheorie und abwechslungsreiches Training interessiert, bekommt hier ein Gesamtpaket, das gleichermaßen informiert, inspiriert und motiviert. Nach der Lektüre bleibt vor allem eines: die Lust, selbst wieder ein paar Partien zu spielen.
