75 Jahre Christian Zickelbein im HSK

von André Schulz
28.10.2026 – Meistens wird bei einem 75 Jahre umfassenden Jubiläum das Lebensalter gefeiert. Beim Hamburger Urgestein Christian Zickelbein nicht. Darüber ist der 89-Jährige schon lange hinaus. In diesem Jahr feiert "Mr. HSK" schon seine 75-jährige Mitgliedschaft im Hamburger Schachklub! | Foto: Hamburger SK

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Der Hamburger Schachklub von 1830 ist einer der ältesten deutschen Schachvereine und nach fast 200 Jahren Vereinsgeschichte heute einer der größten deutschen Schachklubs. Bei der Gründung des Klubs hatte Christian Zickelbein die Finger noch nicht im Spiel - dafür später aber bei der Gründung einiger anderer Schachorganisationen. Für die heutige Bedeutung und die Größe des Hamburger Schachklubs ist Christian Zickelbein jedoch maßgeblich mitverantwortlich.

Seit einem Dreivierteljahrhundert gehört Christian Zickelbein nun dem HSK an - kaum zu glauben. 1951 hat er seinen Aufnahmeantrag beim HSK unterschrieben und seitdem die Geschichte des Hamburger Schachklubs, aber auch die Geschichte des ganzen Hamburger Schachs und auch die Geschichte des Schachlebens in Deutschland begleitet, beobachtet und an vielen Stellen mitgestaltet.

Der Hamburger SK ist vermutlich der Schachklub im deutschen Schach, der die meisten Schachgroßmeister hervorgebracht hat. Der Klub spielt mit seinen Topteams in zwei Bundesligen mit, der Schachbundesliga und der Frauenbundesliga, und ist mit seinen zahlreichen Teams auch in allen Ligen darunter vertreten, zumeist mit mehreren Mannschaften. 

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr und die wichtigsten Weichenstellungen wurden in den Zeiten vorgenommen, als Christian Zickelbein dem Klub als 1. Vorsitzender vorstand. So hat der Hamburger SK ein richtiges Zuhause, ein eigenes Klubheim, das von den Mitgliedern selber finanziert wurde und wird. Das Haus in der Schellingstraße ist auch der Standort der vereinsnahen Hamburger Schachschule, die mitverantwortlich dafür ist, dass dem Hamburger Schachklub der talentierte Nachwuchs niemals ausgeht. 

Bei den Mannschaften im Spitzenschach, den Bundesligamannschaften, hält der Hamburger SK immer geschickt die Balance zwischen den talentierten Eigengewächsen und einigen auswärtigen Profis. Aber nicht nur die Eigengewächse, auch die Profis haben stets einen festen Bezug zum Verein. Das ist bei den Bundesligamannschaften anderer Vereine durchaus nicht selbstverständlich. In Hamburg schon.

Bei allen diesen Entwicklungen hat Christian Zickelbein seinen Stempel mit aufgedrückt. Aber auch außerhalb des Hamburger SK war er als Gestalter, Organisator und als "Schachmissionar" aktiv. Nachdem er selbst als Kind Schach gelernt hatte, fand Christian Zickelbein bald keine Gegner und musste anderen Kindern erst Schach beibringen, um gegen sie spielen zu können.

Den Missionarsgedanken hat er sich ein Leben lang bewahrt. In seiner Schule in Hamburg gründete er noch als Schüler eine Schulschachgruppe, die "Schachelschweine", die es immer noch gibt und die nun die älteste Schulschachgruppe in Deutschland ist. Als Lehrer sorgte er an seinen Schulen für Schach-AGs und pflegte diese. Christian Zickelbein war an der Gründung der Hamburger und dann der Deutschen Schachjugend beteiligt. Als Hamburger Bundesligakapitän war er zudem Mitinitiator der Gründung der Schachbundesliga e.V.

So gingen viele erfüllte Jahre mit viel Schach vorbei. Im nun schon etwas fortgeschrittenen Alter kann Christian Zickelbein jetzt nicht mehr so helfen, wie er es gerne möchte. Das heißt aber nicht, dass er die Hände in den Schoß legt. Da er praktisch so gut wie alle Mitglieder im Klub kannte und kennt, war er immer auch an der Aufstellung und Zusammensetzung der Mannschaften beteiligt, bevor die Saison begann. Viele Befindlichkeiten müssen berücksichtigt werden: Die Spielstärke natürlich, wer möchte mit wem in einer Mannschaft spielen, wer vielleicht nicht, wer muss gefördert werden, etc. Das lässt er sich auch heute noch nicht nehmen. "Ich muss die jungen Leute doch unterstützen", sagt Christian Zickelbein.

Glückwunsch zum 75-jährigen Vereinsjubiläum!

Würdigung beim Hamburger SK mit vielen schönen Fotos...

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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