Varshney gewann das Andranik Margaryan Memorial souverän: Er holte 7 Punkte aus 9 Partien, blieb ungeschlagen und hatte am Ende 1,5 Punkte Vorsprung vor dem russischen GM Aleksey Goganov.
| Rg. |
Snr |
|
Name |
Land |
Elo |
Pkt. |
Wtg1 |
| 1 |
2 |
IM |
Aaryan, Varshney |
IND |
2513 |
7 |
29 |
| 2 |
3 |
GM |
Goganov, Aleksey |
RUS |
2487 |
5,5 |
20,25 |
| 3 |
8 |
GM |
Lashkin, Jegor |
MDA |
2494 |
5 |
22 |
| 4 |
1 |
IM |
Agasarov, Benik |
ARM |
2403 |
5 |
21,75 |
| 5 |
6 |
IM |
Sukiasyan, Vahe A. |
ARM |
2442 |
5 |
21 |
| 6 |
10 |
IM |
Hakobyan, Erik |
ARM |
2427 |
4,5 |
19,25 |
| 7 |
9 |
GM |
Hayrapetyan, Hovik |
ARM |
2407 |
4,5 |
17,25 |
| 8 |
4 |
IM |
Nozdrachev, Vladislav |
RUS |
2514 |
3,5 |
12,75 |
| 9 |
7 |
FM |
Ambartsumian, Tyhran |
ARM |
2375 |
3 |
12 |
| 10 |
5 |
IM |
Sahakyan, Aleks |
ARM |
2401 |
2 |
9,75 |
Es war Varshneys dritte GM-Norm in anderthalb Monaten, und sie sicherte ihm den Titel. Wie die Times of India berichtet, war die treibende Kraft hinter diesem Erfolg Varshneys Vater Gaurav.
Die Mutter verließ die Familie, als Aaryan Varshney fünf Jahre alt war, und der spätere GM wuchs bei seinem Vater und seinen Großeltern auf. Als Aaryan sieben Jahre alt war, begann Gaurav Varshney, von Beruf Physiklehrer in Delhi, seinen Sohn im Schach zu unterrichten. Mit einem starken Hang zur Unabhängigkeit, beträchtlichem Ehrgeiz, moderner Software – und mit Erfolg.
Stolz berichtet Vater Gaurav der Times of India:
Mein Sohn hat bis heute keinen Trainer. Er wird wahrscheinlich der Erste sein, der ohne Trainer Großmeister wird. ... Wir haben nur die ChessBase-Software benutzt und uns auf Eröffnungen konzentriert. Er hat durchs Spielen gelernt, und ich habe jede einzelne Partie von Aaryan analysiert, egal ob er gewonnen oder verloren hat. ... Sie werden überrascht sein, dass Aaryan noch nie ein Schachbuch gelesen hat. Unsere wichtigste Wissensquelle war das Spielen. Schach ist kein Studium. Es ist ein Spiel. Spielen und lernen.
Hätten Aaryan oder sein Vater doch ab und an einen Blick in ein Schachbuch geworfen, hätten sie vielleicht überrascht festgestellt, dass Spieler wie Tigran Petrosian, José Raúl Capablanca oder Bent Larsen ohne Trainer in die Weltklasse aufgestiegen sind. Ja, tatsächlich hatten im Laufe der Schachgeschichte viele Spitzenspieler und Großmeister – gerade aus dem Westen – oft gar nicht genug Geld, um sich einen Trainer leisten zu können.
Aber davon unabhängig zeigt sich hier ein bemerkenswertes Phänomen: Kamen Großmeister und die besten Spieler der Welt früher in der Regel aus Ländern mit langer Schachtradition und großen Schachverbänden, haben Computer, Datenbanken, Software und nicht zuletzt das Internet dafür gesorgt, dass Schach „demokratischer“ wurde – man braucht heute keine Bibliothek voller Eröffnungs- und Lehrbücher mehr – inklusive Trainer, der einem sagt, was und wie man studieren soll –, um im Schach gut zu werden. Man braucht lediglich einen Computer, Software, Zugang zum Internet sowie Talent, Ehrgeiz und Arbeitsbereitschaft.
Aaryan Varshney hatte und hat diese Eigenschaften und sie haben ihm zum GM-Titel verholfen.
DIE SCHACH-HORIZONT-ERWEITERUNG
In ChessBase gibt es immer wieder Ansätze, die typischen Pläne einer Eröffnungsvariante zu zeigen. Zwar ist Schach im Zeitalter der Engines viel konkreter als früher gedacht. Doch gerade Amateure lieben Eröffnungen mit klaren Plänen, siehe Londoner System.
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