Adventskalender 2016 (3): Edward, der andere Lasker

03.12.2016 – Der Adventskalender für die Leser der ChessBase-Nachrichten: Jeden Tag halten wir ein Türchen in der Adventszeit zum Öffnen bereit. Am 3. Dezember: Über Edward Lasker. Mehr...

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Der "andere" Lasker: Edward Lasker

Der Namen Lasker ist gleich mehrfach in den Schachannalen vertreten. Der bekannteste Lasker ist natürlich Emanuel Lasker, Schachweltmeister von 1894 bis 1921. Auch sein Bruder Berthold war ein ausgezeichneter Schachspieler, wenn auch bei Turnieren nicht so erfolgreich wie sein jüngerer Bruder. Mit Eduard, später Edward, Lasker gab es einen dritten sehr guten Schachspieler dieses Namens.

Edward Lasker wurde heute vor 131 Jahren, am 3. Dezember 1885, in Kempen, heute Kepno, geboren, einem kleinen Ort etwa 80 km östlich von Breslau gelegen. Er studierte in Breslau und Berlin Mathematik und Ingenieurwissenschaft und schloss das Studium 1910 ab. Ab 1911 arbeitete er für die AEG in Berlin. Aus beruflichen Gründen ging Lasker balad darauf zunächst nach London. Kurz nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges emigrierte er schließlich in die USA. Er arbeitete in Chicago als Sicherheits-Ingenieur, betätigte sich aber auch zunehmend als Erfinder verschiedener elektrotechnischer Geräte. Am erfolgreichsten war er mit einer zwischen 1921 und 1923 entwickelten elektrischen Milchpumpe. Diese Erfindung machte ihn zu einem wohlhabenden Mann.

Schach lernte Lasker in Breslau von Arnold Schottländer. 1909 gewann er in Berlin die Stadtmeisterschaft und veröffentlichte 1911 sein erstes Schachbuch "Schachstrategie". 1914 gewann er die Stadtmeisterschaft von London. Fünfmal, 1916, 1917, 1919, 1920 und 1921 gewann er auch die Offenen US-Meisterschaften. Lasker war Teilnehmer des berühmten und hochkarätig besetzten Turniers von New York 1924, belegte dort aber nur den vorletzten Platz.

Neben dem Schach interessierte Lasker sich aber auch für andere Brettspiele, für Dame und ganz besonders für Go und veröffentlichte auch dazu eine Reihe von Büchern. In seiner Berliner Zeit hatte er mit dem deutschen Go-Guru Felix Dueball gespielt und galt fünf Jahre lang als bester Go-Spieler der Welt. In den USA begründete er den nationalen Go-Verband. Zeitweise war Lasker auch Präsident des New Yorker Marshall Chess Clubs.  

Eduard Lasker lebte mit der US-Schachspielerin Mona May Karff zusammen. Mona Karff war mehrfache Teilnehmerin bei Frauenweltmeisterschaften, stammte aus vermögenden Hause und betätigte sich neben dem Schach als Kunstsammlerin.

Eduard und Emanuel Lasker

Edward und Emanuel Lasker waren miteinander befreundet und sich darüber bewusst, dass sie auch miteinander verwandt waren, wussten aber nicht genau, auf welche Weise. Später fand man anhand von Familienunterlagen heraus, dass sie Vettern dritten Grades waren. Eduard Lasker ist zudem ein Onkel von Anita Lasker-Walfisch, Überlebende des Mädchenorchesters von Auschwitz.

Gegen Sir George Alan Thomas gelang Lasker 1912 eine sehr hübsche Partie:

 

Und hier die ChessBase-Tür für den 3. Dezember:


Themen Advent 2016
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PhilMic PhilMic 03.12.2016 08:45
Es ist immer wieder interessant zu hören, welche großen Schachspieler sich auch für Go begeistern konnten. Im Artikel hat sich jedoch ein Fehler eingeschlichen: denn der weltbeste Go-Spieler war Ed. Lasker gewiß nicht. Niemals hat ein Spieler außerhalb der Länder Japan, China und Korea eine solche Spielstärke erreichen können. Gemeint ist vermutlich "bester Spieler der westlichen Welt". Auch Em. Lasker war ein guter Go-Spieler. Vgl. hierzu den interesannten Bericht auf der Seite der Lasker-Gesellschaft: http://www.lasker-gesellschaft.de/partien/2009/1-2KW/1-2KW.html
Tempelritter Tempelritter 03.12.2016 08:55
Schöne Sache der Adventskalender. Ich freue mich schon auf die restlichen Türchen.
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