Bamberg 1968, Runde 9: Unzicker brilliert, Ivkov hätte brillieren können

von Johannes Fischer
01.07.2020 – Die 9. Runde des Jubiläumsturniers in Bamberg brachte eine Reihe spannender und sehenswerter Partien. Den Zug des Tages spielte Wolfgang Unzicker in seiner Partie gegen Laszlo Szabo, die Partie des Tages hätte Borislav Ivkov spielen können - wenn er gegen Weltmeister Tigran Petrosian eine versteckte taktische Wendung gefunden hätte. | Foto: Bamberger Rathaus (Pixabay)

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Taktische Tricks

Wolfgang Unzicker, Deutschlands Nummer eins, gelang gegen den ungarischen Großmeister Laszlo Szabo ein sehr schöner Sieg. In einem Sizilianer sicherte sich Unzicker mit einem versteckten taktischen Trick Vorteil, den er anschließend sicher verwertete.

 

Hätte Borislav Ivkov einen versteckten taktischen Trick gesehen, dann wäre ihm eine kleine Sensation geglückt und er hätte gegen Weltmeister Tigran Petrosian gewonnen, der als sehr schwer zu schlagen gilt. Aber Ivkov verpasste nicht nur diese sondern auch noch eine Reihe anderer guter Chancen und musste sich am Ende mit einem Remis begnügen.

 

Rudolf Teschner, der Redakteur der Deutschen Schachzeitung, kommt immer besser in Form und in Runde 9 erzielte er gegen Andreas Dückstein seinen dritten Sieg in Folge.

 

Heikki Westerinen profitierte von einem kurzen Blackout Hans-Günter Kestlers und kam zu einem schnellen Sieg.

 

Der holländische Großmeister Jan Hein Donner kam gegen Jürgen Teufel mit trockenem Positionsspiel zu einem problemlosen Sieg.

 

Paul Keres hatte Schwarz gegen Klaus Klundt, aber überspielte seinen Gegner mühelos und gewann die Partie mit einer hübschen Kombination im damenlosen Mittelspiel.

 

Die beiden Bamberger Helmut Pfleger und Lothar Schmid trennten sich in der ersten Turnierpartie, die sie je gegeneinander gespielt haben, Remis – allerdings stand Schmid lange Zeit mit einem Mehrbauern klar besser und hätte gewinnen können.

 

Die einzige farblose Partie der Runde spielten Roman Toran und Milko Bobotsov. Sie trennten sich nach 22 Zügen ohne größere Aufregung mit Remis.

 

Damit führt Keres das Feld nach 9 von 15 Runden mit 7.5/9 mit einem Punkt Vorsprung weiter alleine an. Petrosian belegt mit 6.5/9 den alleinigen zweiten Platz.

Ergebnisse

Rudolf Teschner 1 - 0 Andreas Dueckstein
Roman Toran Albero ½ - ½ Milko Georgiev Bobotsov
Borislav Ivkov ½ - ½ Tigran V Petrosian
Jan Hein Donner 1 - 0 Juergen Teufel
Wolfgang Unzicker 1 - 0 Laszlo Szabo
Heikki MJ Westerinen 1 - 0 Hans Guenter Kestler
Helmut Pfleger ½ - ½ Lothar Schmid
Klaus Klundt 0 - 1 Paul Keres

Tabelle

Rg. Name 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Pkt.
1 Paul Keres   ½   1   1   ½     ½ 1 1   1 1 7.5
2 Tigran V Petrosian ½   ½ ½         ½ 1 1 ½   1   1 6.5
3 Wolfgang Unzicker   ½       ½ ½ 1 ½ ½ 1   ½ 1     6.0
4 Borislav Ivkov 0 ½       ½   ½   1 ½ 1 1     1 6.0
5 Heikki MJ Westerinen           0   1 0 ½ 1 1 1 ½   1 6.0
6 Lothar Schmid 0   ½ ½ 1   ½   ½ ½       1 1   5.5
7 Rudolf Teschner     ½     ½   0 ½ ½ 1   1 ½   1 5.5
8 Milko Georgiev Bobotsov ½   0 ½ 0   1   1     1   ½ ½   5.0
9 Jan Hein Donner   ½ ½   1 ½ ½ 0   0     1 1     5.0
10 Helmut Pfleger   0 ½ 0 ½ ½ ½   1         1 ½   4.5
11 Laszlo Szabo ½ 0 0 ½ 0   0         ½     1 1 3.5
12 Hans Guenter Kestler 0 ½   0 0     0     ½   ½   1 ½ 3.0
13 Juergen Teufel 0   ½ 0 0   0   0     ½     1 ½ 2.5
14 Roman Toran Albero   0 0   ½ 0 ½ ½ 0 0         ½   2.0
15 Klaus Klundt 0         0   ½   ½ 0 0 0 ½   ½ 2.0
16 Andreas Dueckstein 0 0   0 0   0       0 ½ ½   ½   1.5

Partien

 

Turnierseite



Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".