Beginn der DSOL: Interview mit der Turnierleitung

von André Schulz
15.01.2021 – Ab Montag glüht das deutsche Internet. Die DSOL geht mit deutlich gesteigerter Teilnehmerzahl in die zweite Saison. Gregor Johann, Frank Jäger und Jürgen Klüners beantworten vorab einige Fragen zur neuen DSOL-Saison. Heute Abend findet das Captain's Meeting statt. | Foto: v.l.: Gregor Johann, Frank Jäger, Jürgen Klüners (Schachbund)

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Die zweite Saison der DSOL beginnt. Kurzer Rückblick: Wie fällt die Bilanz zur ersten Saison aus?

Als in Deutschland das Spielen am Schachbrett nicht möglich war, kam die Idee einer Online-Schachliga mit längerer Bedenkzeit gerade zur rechten Zeit. Mit ChessBase fanden wir einen Partner, der bereit war, die Infrastruktur für ein echtes Mannschaftsturnier zu implementieren. Mit knapp 250 Mannschaften wurden unsere Erwartungen übertroffen und technische Probleme konnten schnell gelöst werden. Auf Grund des positiven Feedbacks wird die Liga nun fortgeführt.

Was hat sich für die zweite Saison gegenüber der Auftaktsaison geändert?

Von den Teilnehmern des ersten Turniers haben wir viele Anregungen und Vorschläge bekommen, von denen wir einige umgesetzt haben (z.B. Ersatzspielerregelung, keine Nachmeldung von starken Spielern). Des Weiteren wird es zukünftig in den Spielwochen freitags eine Live-Show mit Großmeister Sebastian Siebrecht geben, bei der sowohl Vereine vorgestellt als auch die spannendsten DSOL-Partien kommentiert werden.

Die zweite Saison hat noch einmal einen deutlichen Zugewinn an Teilnehmern und Mannschaften? Worin sehen Sie die Ursache dafür?

Für viele Vereine war in der Pandemiezeit der DSOL-Spieltag das einzige Vereinsevent, was noch stattfinden konnte. Viele Vereine haben positiv darüber berichtet und dadurch das Interesse bei anderen Vereinen geweckt.

Nur wenige Online-Turniere spielen mit längerer Bedenkzeit. Die 45 Minuten plus 15 Sekunden, die wir bei der DSOL spielen, kommen bei vielen Spielern gut an. Durch den Modus, der an einen Mannschaftskampf am Schachbrett angelehnt ist, kommt ein Teamgefühl zu Stande.

Durch unsere Spielerbörse, die rege angenommen wurde, konnten weitere Schachspieler in neue Mannschaften integriert werden.

Gibt es noch Luft nach oben?

Bei knapp 90.000 Mitgliedern im DSB und ca. 3.000 Spielern, die für die 385 DSOL-Teams gemeldet sind, ist noch Luft nach oben. Um dieses Potential weiter auszuschöpfen, müssen wir das Wissen über Online-Schach in mehr Vereine tragen.

Mit wie vielen Turnierleitern wird die Liga bestritten? Wer sind die Turnierleiter?

Im DSOL-Team werden verschiedene Aufgabenbereiche bearbeitet. Neben den Schiedsrichtern sind das Öffentlichkeitsarbeit, technische Themen und Anti-Cheating. Insgesamt umfasst das Team mehr als 20 Personen vom Deutschen Schachbund und von ChessBase. (s. Liste unten)

Wie verläuft die Kommunikation mit den Mannschaftsführern?

Wir sind sowohl per E-Mail unter dsol@schachbund.de als auch an den Spieltagen ab 19 Uhr über Telefon (030 / 3000 78 11) und im Zoom-Meeting für Mannschaftsleiter und Spieler erreichbar.

Am 15.12.2020 gab es während der Meldephase einen DSOL-Online-Stammtisch und am 15.01.2021 ein Captain‘s-Meeting.

Häufige Fragen werden auch auf unserer FAQ-Seite beantwortet.

45 Minuten Bedenkzeit im Online-Schach ist eher ungewöhnlich. Warum wurde eine solch „lange“ Bedenkzeit gewählt und hat sich dies mit Blick auf die Auftaktsaison bewährt?

Bei Online-Turnieren werden fast ausschließlich Partien mit kurzer Bedenkzeit angeboten und es gab eine große Nachfrage nach Partien mit längerer Bedenkzeit, da Blitz nicht jedermanns Sache ist. Zur Bedenkzeit gab es sehr viel positives Feedback nach der 1. Saison.

Mit dieser Bedenkzeit ist eine Partie gewöhnlich nach zwei Stunden beendet und lässt sich somit sehr gut am Abend eines normalen Wochentages bestreiten.

Mit Deizisau hat jetzt auch eine reine Großmeistermannschaft gemeldet, eigentlich eine deutsche Nationalmannschaft. Welches Team könnte einen Durchmarsch des Bundesligisten verhindern?

Wir haben uns über die Meldung von Deizisau sehr gefreut, da so auch eine Brücke vom Breitensport zum Spitzensport geschlagen wird. Natürlich ist Deizisau Favorit, aber auch die beiden ersten Mannschaften von Werder Bremen sind nicht zu unterschätzen. Im letzten Jahr hat der Sieger der 1. Liga, die SG Porz, gezeigt, dass nicht die erstgesetzte Mannschaft auch das Turnier gewinnen muss.

Ein leidiges Thema betrifft das Computer-Cheating. Welche Maßnahme werden zur Verhinderung unternommen und wie werden Spieler und Teams sanktioniert, die betrügen?

Alle Partien werden von ChessBase automatisch und bei Bedarf manuell geprüft. Wir haben weiterhin ein Anti-Cheating-Team gebildet, welches bei auffälligen Partien entscheidet und auch Cheating-Anzeigen entgegennimmt und bearbeitet. Wenn das Anti-Cheating Team vom Betrug überzeugt ist, können Partieergebnisse geändert und/oder Spieler vom weiteren Turnier ausgeschlossen werden.

Wir haben uns bewusst gegen eine Video-Überwachung der Spieler entschieden, da dies im Breitenschach doch eine sehr hohe technische Hürde für die Teilnehmer darstellen würde.

Die Frage stellte André Schulz. Für das DSOL-Team antworteten Frank Jäger, Gregor Johann und Jürgen Klüners.

Das Schiedsrichter- und Organisations-Team der Deutschen Schach-Online-Liga (DSOL)

IA Gerhard Bertagnolli
FA Jonathan Born
IA Carsten Haase
IA Frank Jäger
IA Gregor Johann
IA Jürgen Klüners
NSR Sandra Schmidt
IA Hugo Schulz
IA Thomas Wiedmann
IA Fabian Winker

Matthias Berndt (Programmierung DSOL-Webseite)
GM Sebastian Siebrecht (DSOL-Live-Show)
FM Olaf Steffens (Twitter; Rundenberichte bei ChessBase)
ChessBase (Martin Fischer, Holger Lieske, Lutz Nebe, Emine Yanik)
DSB-Geschäftsstelle (Dr. Marcus Fenner, Frank Hoppe, Arne Jachmann, …)

Anti-Cheating-Team:

IA Ralph Alt
IA Jürgen Kohlstädt
Martin Fischer (ChessBase)

E-Mail: dsol-anti-cheating@schachbund.de
 

Turnierseite des DSB...


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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