Biel: Remisrunde

25.07.2018 – Nach reichlich entschiedenen Partien in den Runden zuvor, gab es in der 4. Runde des Accentus GMT-Turniers in Biel heute drei Punkteteilungen. Nico Georgiadis wehrte sich dabei mit Erfolg gegen den Weltmeister. | Fotos: Simon Bohnenblust, Lennart Ootes

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Nach zwei Siegen kam der Carlsen-Express gestern etwas ins Stocken. Mehr als eine Remis gab es für den Weltmeister gegen Peter Svidlers Najdorf-Variante nicht zu holen. Shakriyar Mamedyarov konnte mit einem Sieg über den bisher etwas indisponierten Maxime Vachier-Lagrave mit Carlsen gleichziehen. Einen Fehlstart in diesem starken Feld verzeichnete der junge Schweizer Nico Georgiadis mit drei Niederlagen.

Heute traf nun Magnus Carlsen mit den schwarzen Steinen auf den Schweizer und nominell schwächsten Spieler. Eine klare Angelegenheit? Oh nein!

Georgiadis gegen Carlsen

Einige Beobachter vermuteten schon, dass die Spieler in Biel Extra-Geld bekommen, wenn sie kuriose oder ungewöhnliche Eröffnungen spielen. Im Laufe seiner Karriere hatte Magnus Carlsen schon viele Eröffnungen probiert, besonders in seinen jungen Jahren. Die Französische Verteidigung war auch schon dabei, aber nicht die Armenische Variante. Die probierte der Norweger heute gegen Georgiadis aus.

 

Bis zum 12. Zug folgte die Partie noch einigen wenigen Vorbildern. Dann wählte Georgiadis einen anderen Weg.

 

Weiß spielte hier 13.Dd6. Nach 13.Dc3 bewertet die Maschine die weiße Stellung als vorteilhaft. Als die Partie sich dann allmählich zugunsten von Carlsen zu neigen schien, brachte Georgiadis ein Qualitätsopfer und neue komplizierte Motive ins Endspiel. Die digitalen Prothesen sahen Carlsen zwar im Vorteil, doch der junge Schweizer hatte doch einige Kompensation und Carlsen praktische Probleme seinen Materialvorteil in die Waagschale zu werfen. Schließlich befreite Carlsen seine Stellung mit einem Qualitätsrückopfer, doch danach war das Endspiel objektiv remis. Carlsen zeigte zwar noch ein paar Kniffe aus dem Endspielwerkzeugkasten eines Weltmeisters, doch zum Gewinn der Partie reichte es nicht.

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Hier zündete Carlsen mit 41...f4 noch eine Nebelbombe. Man könnte den Bauern wohl nehmen, doch Georgiadis ließ es lieber.

Mamedyarov-Svidler

Peter Svidler war in seiner Partie gegen Shakriyar Mamedyarov mit dem Verlauf der Eröffnung  - in den Bahnen der Fianchetto-Variante gegen seine Grünfeld-Verteidigung - überhaupt nicht zufrieden, wusste aber in der Pressekonferenz nicht recht zu erklären, wo genau die Eröffnung für ihn aus dem Ruder gelaufen war, vermutlich aber nach 12... Db6. 

 

Hier schlug Svidler als Alternative 12...Dc8 vor. Weiß hat dann Probleme, seinen h-Bauern zu decken, denn das natürlich 13.Kh2 scheitert an 13...Sxc3 14.bxc3 Se4 und zwei Bauern hängen. Nach 12...Db6 und folgendem Damentausch erhielt Mamedyarov stattdessen großen Raumvorteil, verpasste aber einige giftigere Möglichkeiten und so konnte der St. Petersburger die Balance halten und erreichte im Endspiel ein Remis.

 

Remis.

Navara gegen Vachier-Lagrave

Als erstes hatten heute David Navara und Maxime Vachier-Lagrave die Partie beendet. Der Tscheche ließ sich auf Vachier-Lagraves Grünfeld-Verteidgung ein, wählte aber in der zig-tausendfach gespielten Abtausch-Variante D85 einen weniger breit ausgetretenen Weg mit 9.Sd2. Nach dem frühen Damentausch entstand ein Endspiel mit je zwei Türmen und einem Läufer plus Bauern. Im 28. Zug endete die Partie nach dreifacher Stellungswiederholung remis.

Ergebnisse

 

Tabelle

 

Partien

 

 

Turnierleiter Peter Bohnenblust, rechts, bei der Arbeit

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