Schachfreunde Wolfhagen müssen Hoffnung auf Platz 1 aufgeben
Im Kampf um den Titel blickte Schachdeutschland auf die Paarungen SC Viernheim - Schachfreunde Wolfhagen und SC Heimbach-Weis-Neuwied - OSG Baden-Baden. Nach Runde 12 hatten noch drei Teams Chancen auf Platz 1: Der SC Viernheim, die Schachfreunde Wolfhagen und die OSG Baden-Baden. Der erste Vorentscheid des Wochenendes um die Meisterschaft wurde zwischen dem SC Viernheim und den Schachfreunden Wolfhagen ausgetragen. Mit einem knappen 4,5:3,5-Sieg gewann der SC Viernheim das Duell. Die Viernheimer traten u.a. mit dem türkischen Jugendtalent Yagiz Kaan Erdogmus und dem deutschen Nationalspieler Dennis Wagner an. Erdogmus kam während dieser Saison nur an einem weiteren Wochenende für Viernheim zum Einsatz. Erdogmus (2687, Live-Elo: 2708) remisierte gegen den Ukrainer Yuri Kuzubov (2606). Volodymyr Onyshchuk (2611) sicherte gegen Jorden van Foreest (2736) den einzigen Sieg des Tages für die Wolfhagener.
Erdogmus vs. Kuzubov
Yagiz Kaan Erdogmus hatte eine vorteilhafte Stellung auf dem Brett. Er nahm die Chance aber nicht wahr, die gegnerische Königsstellung zu destabilisieren. Stattdessen spielte er in der kritischen Situation zu passiv. Er behielt sich zwar das Läuferpaar, kam aber nicht über ein Remis hinaus.
Viernheim baut Puffer vor Vorentscheid gegen Baden-Baden auf
Die Viernheimer können an diesem Wochenende einen Konkurrenten nach dem anderen hinter sich lassen. Sie starteten mit dem Sieg gegen die Wolfhagener, am Samstag wollen sie die OSG Baden-Baden folgen lassen. Baden-Baden remisierte gegen den SC Heimbach-Weis-Neuwied, wodurch der SC Viernheim seinen Vorsprung auf 4 Punkte ausbaute.
In diesen 60 Minuten-Kurs stelle ich Partien vor, die ich als lehrreich empfunden habe, und gebe euch Einblicke und Richtlinien, wie ihr Angriffe kontern könnt!
Titelchancen für OSG Baden-Baden verschwindend gering
Um vier Punkte Abstand auf die Viernheimer aufzuholen, müsste Baden-Baden beide ausstehende Paarungen gewinnen, Viernheim müsste beide verlieren und der Rückstand von acht Brettpunkten müsste abgebaut werden. Am Samstag hat Baden-Baden sein Schicksal selbst in der Hand. Ein hoher Sieg gegen den SC Viernheim würde die Titelhoffnungen beflügeln.
Eröffnungsdiskussion Shirov vs. Ferreira
Alexei Shirov verlor mit Weiß gegen Jorge Joao Viterbo Ferreira. In der Eröffnung spielte Alexei eine Ungenauigkeit, die Ferreira eine Angriffsmarke durch die Partie hindurch gab.
Den Läufer von f4 nach e3 zu ziehen sieht unnatürlich aus, da dieser dem e-Bauern den Weg versperrt. Aber nach 12.e4 Sxf4 13.gxf4 Sf6 hat Schwarz eine klare Angriffsmarke – die offene Königsstellung – während Weiß die Stellung zusammenhalten muss. Dies gelang Shirov nicht, woraufhin er die Partie verlor.
Alexei Shirov zeigt, warum er vom Winawer Franzosen fasziniert ist und gibt Großmeister-Einblicke in diese zweischneidige und inhaltsreiche Variante.
Donchenko geht Tabellensituation entspannt an
Katharina Reinecke und Sonja Maria Bluhm interviewten Alexander Donchenko nach seiner Runde für ihren Schachpodcast Bluhmecke. Angesprochen auf die Titelchancen sagte Donchenko, dass er den Druck beim SC Viernheim sehe und sein Team das direkte Duell stressfrei angehen würde.
Alexander Donchenko ergatterte sich die Weltpokal-Qualifikation bei der EM | Foto: European Championship Veranstalter
Für das Endrunden-Wochenende reiste auch der ehemalige Weltmeister Viswanathan Anand an. Gegen den SC Heimbach-Weis-Neuwied spielte Anand seine erste Partie der Saison in der Bundesliga. Mit Weiß spielte er remis gegen Leon Livaic. Bis auf Brett 8 waren die Baden-Badener Spieler die Favoriten an den Brettern. Dennoch kamen sie nicht an einem Remis gegen den SC Heimbach-Weis-Neuwied vorbei, der sich inmitten des Abstiegskampfes befindet. Die letzten beiden Runden wird der SC Heimbach-Weis-Neuwied gegen den SC Viernheim und die Schachfreunde Wolfhagen antreten.
Leon Livaic mit Schwarz gegen Viswanathan Anand | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Remis hilft weder Berlin noch Dresden
Die Schachfreunde Berlin und der USV TU Dresden befinden sich auf den letzten beiden Tabellenplätzen. Das 4:4-Ergebnis hilft beiden Mannschaften nicht aus der Abstiegszone. Der USV TU Dresden ist auf dem letzten Platz mit vier Punkten nur aus einem Grund noch nicht fest abgestiegen: Die Schachfreunde Wolfhagen kündigten an, dass sie ihr Team für die kommende Saison zurückziehen würden. Dies bedeutet, dass Wolfhagen einen Abstiegsplatz einnimmt und zusätzlich nur zwei der regulären drei Abstiegsplätze vom Tabellenende in die 2. Bundesliga führen.
MSA Zugzwang könnte von Wolfhagen-Neuigkeiten profitieren
Momentan befindet sich MSA Zugzwang auf dem drittletzten Platz. Das bedeutet, dass sie bei diesem Tabellenstand am meisten vom Rückzug der Schachfreunde Wolfhagen profitieren.
Der 6:2-Sieg der Schachfreunde Deizisau sichert dem Team um Matthias Blübaum und Dmitrij Kollars den Klassenerhalt. Mit zwölf Mannschaftspunkten können sie nicht mehr auf einen Abstiegsplatz abrutschen.
Das Südduell FC Bayern München gegen SV Deggendorf endete in einem Remis – an allen acht Brettern kam es zur Punkteteilung. Noch fehlt den Deggendorfern ein Mannschaftspunkt zum sicheren Ufer des Klassenerhalts.
Hamburger SK und SK Kirchweyhe besiegen ihre Schachnachbarn
Im Duell zwischen dem SV Werder Bremen und dem SK Kirchweyhe wurde an jedem Brett remis gespielt – bis auf an einem. An Brett 7 unterlag Nikolas Wachinger mit Weiß gegen Sasa Martinovic. Damit lief es für Lucas van Foreest bei der Begegnung gegen Erik van den Doel besser als bei seinem Bruder Jorden van Foreest, der für Viernheim spielte und seine Partie verlor.
Arne Kähler (ChessBase) inmitten des Bundesliga-Spielsaals | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Der höchste Sieg des Tages geht an den Hamburger SK. 7:1 besiegten die Hamburger das Team des FC St. Pauli. Mit Triona Eberle setzte der FC St. Pauli sein Jugendbrett ein. Mit fast 500 Elopunkten Abstand hatte Eberle ihre persönliche Challenge gegen Konstantin Peyrer an Brett 8.
Frederik und Rasmus Svane sind von ihrer Sekundanten-Tätigkeit für Matthias Blübaum beim Kandidatenturnier zurückgekehrt. Zurück am Brett spielten sie gegen Jonas Bjerre und Bartosz Socko remis.

Bartosz Socko (5,5/9) bleibt ungeschlagen, Rasmus Svane steht bei 7,5/13 | Foto: Reinhard Ahrens
English Opening Powerbase 2023 ist eine Datenbank und enthält insgesamt 10570 Partien aus der Mega 2023 bzw. der Correspondence Database 2022, davon sind 699 kommentiert.
Die 699 kommentierten Partien enthalten viele hochkarätige Kommentierungen. Topspieler wie Carlsen (3 kommentierte Partien), Adams (2), Aronian (3), Caruana (1), Ding Liren (2), Duda (2), Firouzja (1), Giri (11), Kramnik (2), Karjakin (1), Mamedyarov (1), Nakamura (1), Navara (7), Nepomniachtchi (1), Radjabov (2), So (5), Vidit (6), Vitiugov (6) und Yu Yangyi (2) haben ihre Partien analysiert, dazu kommen die Kommentare von Experten der Englischen Eröffnung wie Marin (148), Stohl (70), Edouard (31). Insgesamt sind es 10570 Partien, wobei der Ratingschnitt 2640 beträgt (außer kommentierte Partien sowie Partien von Spezialisten).
Frederik Svane plaudert aus dem Sekundanten-Nähkästchen
Katharina Reinecke und Sonja Maria Bluhm interviewten auch Frederik Svane für ihren Schachpodcast Bluhmecke. Frederik Svane sprach dabei über die Ziele des Teams in der Bundesliga, über seine Partie gegen Jonas Bjerre und über seine Erfahrungen als Sekundant von Matthias Blübaum. Er erzählte, dass er mit Dmitrij Kollars in Thailand war, um die Zeitverschiebung nach Zypern für die Vorbereitung von Blübaum auszunutzen.
Seine Partie gegen Jonas Bjerre erinnerte ihn an eine Partie aus dem Kandidatenturnier der Frauen von Divya Deshmukh. Bis Zug 10.Se2 folgten sie der Partie Deshmukh-Lagno aus Runde 7. Es kam eine Variante der Englischen Eröffnung auf das Brett. Anders als bei Deshmukh und Lagno dauerte die Partie zwischen Frederik Svane und Jonas Bjerre jedoch keine 135 Züge an. Sie spielten die Kurzversion mit 31 Zügen.
Dieses Repertoire behandelt alle wichtigen schwarzen Antworten – insbesondere 2…d5 und 2…Sf6 – und vermittelt moderne, dynamische Konzepte statt endloser Variantenketten.
Die Alapin-Variante mit 1.e4 c5 2.c3 ist eine der intelligentesten Antworten auf die Sizilianische Verteidigung. Statt sich in den gewaltigen Theorie-Dschungel des Offenen Sizilianers zu begeben, baut Weiß ein starkes Zentrum mit d4 und e4 auf – klar strukturiert, strategisch fundiert und zugleich hochambitioniert.
Tabelle (Stand nach Runde 13)
Alle verfügbaren Partien (Runde 1-13)
Spielplan Runde 14 und 15
14. Runde
15. Runde
Links