SC Viernheim hängt alle ab
Die größte Klatsche der Teams, die auf keinem Abstiegsplatz stehen, bekam der SV Deggendorf gegen Tabellenführer SC Viernheim. Die Deggendorfer verloren 1:7. Mit ihrem 4,5 zu 3,5 Sieg konnten sich die Schachfreunde Wolfhagen vom FC Bayern München absetzen. Teil des Viernheimer Erfolgsrezepts an diesem Wochenende: Es wurde niemand mit einer Elo unter 2600 aufgestellt. Während viele andere Teams an den hinteren Brettern eher Spieler mit einer Elo von 2300 oder 2400 aufstellten, haben die Viernheimer an allen acht Brettern GMs über der 2600er Marke eingesetzt. Mit Duda hatten sie sogar die Nummer 13 der Liverating-Weltrangliste am Brett.
Super-GM Jan-Krzysztof Duda steht bei 5 Punkten aus 8 Partien | Foto: Angelika Valkova
Parham Maghsoodloo punktet dieses Wochenende doppelt | Foto: Angelika Valkova
Dem FC Bayern München half es weniger die Nummer 30 der Liverating-Weltrangliste im Einsatz zu haben. Vladimir Fedoseev spielte gegen Andreij Volokitin von den Schachfreunden Wolfhagen "nur" remis, obwohl dieser 81 Elopunkte weniger hat.
Partie Maghsoodloo vs. Krivoborodov
Parham Maghsoodloo war zwar der Favorit der Partie, doch das Duell gegen Kriborodov hätte auch ganz anders ausgehen können. Letztendlich entschieden Maghsoodloos Nerven, die die Zeitnot besser aushielten, als die seines Gegners. Maghsoodloo verspielte seinen Vorteil zwar in Zeitnot, aber dies reichte, um am Ende zu gewinnen.
Das Damengambit (1.d4 d5 2.c4) ist die am häufigsten gespielte Variante einer Damenbauer-Eröffnung. Wann man den Bauern wieder zurückgibt und wie man den Zeitaufwand des Weißspielers am besten ausnutzen kann, erfährt man auf dieser DVD.
Bremer kehren mit den meisten Punkten aus Hamburg zurück
Die Gastgeber vom Hamburger SK kannten dieses Wochenende nur ein Ergebnis. Gegen den SV Werder Bremen spielten sie remis. An allen acht Brettern teilten sie sich die Punkte und kamen so auf ein 4:4. Aber dabei sollte es nicht bleiben, auch am zweiten Tag teilten sie sich die Punkte an allen acht Brettern mit den Gegnern. Auch gegen den SK Kirchweyhe spielten die Hamburger 4:4. Um sich von den Abstiegsplätzen fernzuhalten hilft dies nur bedingt. Der SK Kirchweyhe und der Hamburger SK befinden sich mit 10 Mannschaftspunkten nicht weit entfernt von diesen. Punktgleich stehen die beiden Teams mit dem SV Deggendorf und den Schachfreunden Deizisau. Wichtig könnte für die Teams mit 10 Punkten werden, dass Heimbach-Weis-Neuwied (8 Mannschaftspunkte) noch gegen alle drei Teams der Tabellenspitze spielen muss.
Der SV Werder Bremen sammelte in Hamburg die meisten Punkte ein. Sie ergatterten einen Sieg gegen den FC St. Pauli und ein Remis gegen den HSK.
Julian Kramer wurde für Jonas Lampert eingewechselt und setzte Hamburger Remistrend fort
| Foto: Eva Maria Zickelbein
Frederik und Rasmus Svane remisieren viermal am Wochenende | Foto: Eva Maria Zickelbein
ChessBase-Kursautor Nico Zwirs bei seinem ersten BL-Wochenende der Saison |
Foto: Eva Maria Zickelbein
Im Katalanen wählt Zwirs einen ambitionierten Ansatz: Er nimmt den Bauern und verteidigt ihn mit …c6 und …b5, um früh unbalancierte, kämpferische Stellungen zu erreichen.
2019 stellte der niederländische IM Nico Zwirs sein Eröffnungsrepertoire um und setzte fortan auf den klassischen Ansatz mit 1…d5. Eines der wichtigsten Schlachtfelder im Abgelehnten Damengambit ist die Katalanische Eröffnung. Dagegen entschied sich Zwirs für eine ambitionierte Strategie: den Bauern zu nehmen und ihn mit …c6 und …b5 zu verteidigen – mit dem Ziel, von Beginn an eine unbalancierte, kämpferische Stellung zu erreichen.
Die entstehenden Positionen sind dynamisch und strategisch reichhaltig, stehen jedoch auf einer soliden strukturellen Grundlage. Inzwischen wurde diese Variante auch von mehreren Topspielern übernommen und dient häufig als Überraschungswaffe, um mit Schwarz auf Gewinn zu spielen.
Nach 5…c6 hat Weiß drei Hauptmöglichkeiten:
- 6.a4, um …b5 zu verhindern
- 6.0-0, und erlaubt damit …b5
- 6.Ne5, um den Bauern möglichst schnell zurückzugewinnen
Kostenloses Videobeispie: Introduction
Kostenloses Videobeispiel: Early Sidelines
Jonas Bjerre wiederholt Sieg vom Vortag für den FC St. Pauli | Foto: Anna-Blume Giede
Der FC St. Pauli konnte seinen Sieg vom Vortag nicht wiederholen. Jonas Bjerre konnte an Brett 1 gegen Velimir Ivic trotz ähnlicher Elo gewinnen. Doch Marc'Andria Maurizzi und Mads Andersen erreichten kein Remis, was für den Sieg notwendig gewesen wäre. Ein starkes Remis brachte Jonah Krause mit Schwarz auf das Brett, der 114 Elopunkte weniger als Gegner Collin Colbow hat. Auch zwischen Zbynek Hracek und Aljoscha Feuerstack hätte die Partie anders ausgehen können. Mit 89 Elopunkten mehr war Hracek der Favorit der Partie, Feuerstack wickelte jedoch in ein Remis ab.
Partie Benedict Krause vs. Jari Reuker
Jari Reuker ließ nicht zu, dass Benedict Krause am Sonntag frei von Drama nachhause fahren würde. Er opferte einen Läufer, was eigentlich nicht hätte gehen sollten, sorgte aber für genügend Verwirrungen, dass das Opfer aufging. Am Ende zeigten beide Spieler, wie man die Nerven in einem Endspiel behält, bei dem das Material nicht in jedem Zug ausgeglichen wirkt.
Trotz des Dramas auf dem Brett endete die Partie dann doch in einem friedlichen Remis.
Großmeister Dr. Karsten Müller, einer der führenden Endspielexperten weltweit, vermittelt Ihnen in diesem zweiten Band systematisch alles, was Sie zu Turmendspielen wissen müssen.
Stellen Sie sich vor: Sie haben Ihren Gegner Zug um Zug überspielt, stehen klar besser und dann kippt das Endspiel doch noch ins Remis, - nur weil das entscheidende Theoriewissen gefehlt hat. Genau hier setzt dieser Kurs an. Ohne sicheres Endspielwissen geht es nicht. Gerade das Wissen über Turmendspiele ist unentbehrlich: diese Endspiele treten am häufigsten auf und entscheiden über Sieg oder halben Punkt. Wer hier sattelfest ist, verwandelt Vorteile souverän in Siege!
Kostenloses Videobeispiel: Einführung
Kostenloses Videobeispiel: Bodycheck
Baden-Baden weiterhin auf Verfolgerkurs
Alexander Donchenko und Nikita Vitiugov brachten der OSG Baden-Baden den 5-3-Sieg gegen die SG Solingen. Mit diesem Sieg sind die Badener weiter auf Verfolgerkurs mit Blick auf den SC Viernheim, der nochmal stolpern muss, damit die OSG Baden-Baden eine Chance auf die Meisterschaft bekommt.
Für den SC Heimbach-Weis-Neuwied verlief der Sonntag nicht wie erhofft. Gegen den Düsseldorfer SK war man nicht in der Favoritenrolle, aber die Aufstellungen beider Mannschaften waren ausgeglichen genug, dass zumindest ein Punkt, wenn nicht sogar ein Sieg möglich gewesen wäre. Mit dem 6-2 für den Düsseldorfer SK hat der SC Heimbach-Weis-Neuwied keine gute Basis für das Endwochenende in Berlin geschaffen, wo noch die Spiele gegen den SC Viernheim, die OSG Baden-Baden und die Schachfreunde Wolfhagen ausstehen. Mit nur einem Punkt Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz würde sich das Team um Leon Livaic und Martin Krämer sicherlich andere Gegner wünschen.
In diesem Videokurs werden die möglichen Aufstellungen, die Schwarz wählen kann, in allen Einzelheiten vorgestellt. Sie werden die wichtigsten Konzepte und Strategien lernen, um diese fantastische Eröffnung in Ihr Repertoire aufzunehmen.
Die Dresdner nähern sich stetig dem Abstieg
Beim 9. und 10. Spieltag in Deizisau waren die Uhren auf Abstiegskampf gestellt. Die Gastgeber hatten den angenehmeren Ausgangspunkt. Sie waren das einzige Team, das sich nicht auf einem Abstiegsplatz befand. Aber auch die Deizisauer mit Matthias Blübaum und Dmitrij Kollars konnten sich noch nicht in Sicherheit wägen. Am Samstag konnten sie gegen den USV TU Dresden knapp gewinnen, doch gegen die Schachfreunde Berlin am Sonntag verloren sie genauso knapp 3,5 zu 4,5. Matthias Blübaum spielte an diesem Wochenende nicht mit. An Brett 1 gewann Dmitrij Kollars die einzige Partie des Tages für die Schachfreunde Deizisau. Er spielte gegen Jacek Tomczak. Die Berliner Ilja Schneider und Marius Fromm gewannen ihre Partien mit Schwarz gegen Zdenko Kozul und Rustem Dautov, obwohl diese als Favoriten in die Partien gestartet waren.
Die Dresdner verloren auch am Sonntag ihre Partie 3,5 zu 4,5. Nach 12 Spieltagen hat der USV TU Dresden nur drei Mannschaftspunkte einsammeln können. Ihnen fehlen noch die Spiele gegen SF Berlin, SK Kirchweyhe und den SV Werder Bremen. Mindestens vier Punkte müssten beim finalen Wochenende in Berlin auf jeden Fall erreicht werden, um überhaupt Hoffnungen auf den Klassenerhalt zu haben.
Kann Leonardo Costas Team die Klasse halten? | Foto: Anna-Blume Giede, 6. Runde
Die Schachfreunde Berlin und MSA Zugzwang konnten den Sonntag besser nutzen, um die Segel in Richtung Klassenerhalt zu setzen. Die Berliner sind momentan zwei Mannschaftspunkte und die Münchener einen Mannschaftspunkt vom ersten Nicht-Abstiegsplatz entfernt. Pavel Eljanov, Brett 1 von MSA Zugzwang, ist mit 7,5 Punkten aus 12 Partien bisher noch ungeschlagen, genauso Ilja Schneider, Brett Listenplatz 11 mit 5 aus 9.
Muss Kandidatenturnier-Teilnehmer Matthias Blübaum beim Endrunden-Wochenende um den Klassenerhalt bangen? | Foto: Sandra Schmidt, 8. Runde
Auf seinen zwei DVDs stellt Jan Gustaffson ein koplettes Repertoire für Schwarz nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 vor, das in der Spanischen Partie auf dem Marshall-Gambit basiert.
Tabelle nach Runde 10 (nach 12 Spieltagen)
Wegen der vorgezogenen Runden 11 und 12 im Januar wurden nach Runde 10 bereits 12 Spieltage gespielt. Die letzten ausstehenden Spieltage werden an einem langen Wochenende in Berlin zum Endrunden-Wochenende ausgetragen.
Partien (Runde 5-12)
Spielplan Endrunden-Wochenende in Berlin (Runde 13-15)
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