06.09.2019 – Mit dem gestrigen letzten Spieltag beim Champions Showdown im Chess 9LX fanden die langen Schachwochen im Saint Louis Chess Center ihr Ende. Fabiano Caruana, Wesley So, Peter Svidler und Hikaru Nakamura sind die Sieger der vier Matches. | Foto: Lennart Ootes
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Nach einer langen Turnierserie mit dem Saint Louis Rapid & Blitz, dem Sinquefield Cup und dem Ultimate Move Pausenfüller endeten die Saint Louis Schachwochen gestern mit dem vierten und letzten Spieltag. Der amtierende und 16. Schachweltmeister Magnus Carlsen war der Star am Anfang der Serie, der 13. Schachweltmeister Garry Kasparov war der Star beim Abschlussturnier, dem Champions Showdown. Dieses Turnier, genau genommen waren es vier Wettkämpfe, wurde mit der Schachvariante "Chess 960" gespielt, in Saint Louis kreativ als "Chess 9LX" beworben.
Der letzte Spieltag: Hochkarätige Analyserunde | Foto: Austin Fuller
Kasparov!
Niemand bringt mehr Ausdruck ins Schach als Garry Kasparov. Deshalb lieben ihn alle so sehr. Wenn er gewinnt, verleiht er diesem Ereignis durch große Körperspannung zusätzliches Gewicht, und wenn er verliert, durch ausdrucksstarke Gesichter noch mehr.
Kasparov liebt Schach | Foto: Lennart Ootes
In seinem Wettkampf gegen Fabiano Caruana verlor er mehr als er gewann - oft aber "ungerecht". Auch fast 15 Jahre nach seinem offiziellen Rückzug vom Turnierschach kann jeder sehen, dass Kasparov nichts verlernt hat und dass er genau so viel vom Schach versteht, wie die jungen Leute heute. Was ihm aber fehlt, ist Praxis. Und diese braucht man, um gute Stellungen auch zum Gewinn führen zu können und zwischendurch nicht ein paar gemeine Tricks zu übersehen.
So gab es also, besonders an den ersten drei Spieltagen, eine Reihe von "falschen" Ergebnissen - aus Sicht des "alten Meisters". Zwei der sechs Rapidpartien hielt Kasparov remis, die anderen vier verlor er, also: 10:2 bei Doppelpunktzählung. Das Blitzduell über insgesamt 14 Partien ging 9:5 zugunsten von Caruana aus. Anfangs kam Kasparov hier auch nicht recht in Tritt, aber den gestrigen letzten Tag mit acht Blitzpartien konnte er fast ausgeglichen gestalten (3,5:4,5).
Bisweilen gelangen dem 13. Weltmeister hübsche Bilder:
Nach 24. Txg4 gab es keine Rettung mehr für Schwarz.
Endstand trotzdem 19:7 für Caruana.
Zwei der drei übrigen Duelle hatten ebenfalls einen eindeutigen Trend. Wesley So dominierte Veselin Topalov. Der US-Großmeister ging aus jedem der vier Spieltage als Sieger hervor und gewann auch den letzten Spieltag mit 5:3. Endstand: 18:8.
Und im Match zwischen Peter Svidler und Leinier Dominguez hatte der St. Petersburger die Nase vorn.
Peter Svidler beim Interview | Foto: austin Fuller
Am dritten Spieltag konnte Dominguez seinen Rückstand etwa verkürzen. Gestern gewann Svidler auch noch einmal, knapp, mit 4,5:3.5. Endstand: 15,5:10,5.
Ein Wettkampf hat sich gedreht. Hikaru Nakamura startete gegen Levon Aronian mit 0,5: 5,5, verkürzte den Rückstand aber nach und nach. Vor dem gestrigen Schlusstag lag er noch mit 8,5:9,5 hinten, gewann den 4. Spieltag aber deutlich mit 6:2 und damit auch den Wettkampf.
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