Charity Cup: Carlsen und Duda sind im Finale!

von Carlos Colodro
25.03.2022 – Magnus Carlsen und Jan-Krzysztof Duda haben das Finale des Online Charity Cups erreicht. Carlsen setzte sich mit 3:1 gegen Ding durch, Duda gewann 2,5:1,5 gegen Le Quang Liem. Das Finale beginnt Freitag, den 25. März, um 18 Uhr, und besteht aus zwei Wettkämpfen mit je vier Partien. Der erste Wettkampf wird am Freitag gespielt, der zweite am Samstag. | Foto: Lennart Ootes (Archiv)

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Eine Art Revanche

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In den letzten zwei Jahren hat Jan-Krzysztof Duda zwei Mal in entscheidenden Momenten gegen Magnus Carlsen gewonnen. Im Oktober 2020 beendete der polnische Großmeister Carlsens Serie von 125 klassischen Partien in Folge ohne Niederlage, als er gegen Carlsen beim Norway Chess Turnier gewann. Und im August 2021 besiegte Duda Carlsen im Halbfinale des Weltcups. Duda gewann den Tiebreak gegen Carlsen mit 1½-½ und qualifizierte sich so für das Kandidatenturnier 2023. Im Finale setzte sich Duda dann auch noch gegen Sergey Karjakin durch und wurde World Cup Sieger 2021.

Etwas mehr als sechs Monate nach diesem Aufeinandertreffen beim World Cup in Khanty-Mansiysk stehen sich Duda und Carlsen im Finale des Charity Cups erneut gegenüber. Im Finale werden zwei Wettkämpfe, die jeweils über vier Partien gehen, gespielt. Das erste Turnier der diesjährigen Meltwater Champions Chess Turnier, das Airthings Masters, hat Carlsen gewonnen, wohingegen Duda nicht über die Vorrunde hinauskam.

Im Halbfinale des Charity Cups setzte sich Carlsen mit 3:1 gegen Ding Liren durch. Die ersten beiden Partien des Wettkampfs endeten Unentschieden, aber dann gewann Carlsen die Partien drei und vier. Duda gewann mit 2,5:1,5 knapp gegen Le Quang Liem, den Gewinner des Vorrundenturniers.

Charity Cup Chess 2022

M. Carlsen 3 - 1 Ding Liren

In der ersten Partie hatte der Weltmeister Weiß und zauberte seinem Gegner ein Lächeln ins Gesicht, als er mit 1.e3 eröffnete. Im Mittelspiel ließ Carlsen einige Chancen ungenutzt, und musste später ein Endspiel Turm gegen Turm und Springer verteidigen, das allerdings nach 110 Zügen mit Remis endete.

Die Partie zwei endete ebenfalls Remis, aber in der dritten Partie gewann Carlsen im Damenendspiel.

 

Schwarz hat zwei Bauern mehr, aber der weiße c-Bauer steht kurz davor, sich in eine Dame zu verwandeln, und deshalb hätte sich Ding hier mit einem Remis zufrieden geben sollen — 46...Df3+ führt sowohl nach 47.Kg1 als auch nach 47.Kh3 zu Dauerschach. Er spielte jedoch  46...Kg6, was nach 47.De3 jedoch verliert.

 

Weiß will auf g3 schlagen und Schwarz darf wegen des vorgerückten c-Bauern nie die Damen tauschen. Und nach 47...Kf7 48.Dxg3 De6 entschied Weiß die Partie mit 49.Dh3 zu seinen Gunsten. Ding spielte noch 49...Dg6+ aber gab nach 50.Kh1 auf.

Damit musste Ding die vierte Partie unbedingt gewinnen, aber nach einem Versehen Dings im Endspiel kam Carlsen zu seinem zweiten Sieg in Folge und gewann den Wettkampf mit 3:1. Ding, der im Moment auf Platz drei der Weltrangliste liegt, spielte das Turnier genau wie Lei Tingjie und Ju Wenjun, die bereits in der Vorrunde ausgeschieden waren, unter erschwerten Bedingungen, denn für sie begannen die täglichen Runden wegen der Zeitverschiebung um 1 Uhr nachts.

 

J-K. Duda 2½ - 1½ Le Quang Liem

In der Vorrunde und im Viertelfinale hatte Le bislang souverän gespielt, aber gegen Duda begann er das Match auf dem falschen Fuß: Er hatte Weiß in der ersten Partie, aber wurde von Duda in einer scharfen Stellung überspielt und verlor. Nach zwei Remis in den Partien zwei und drei musste Le die vierte Partie unbedingt gewinnen, um sich in den Blitz-Tiebreak zu retten.

Aber nach einer Ungenauigkeit von Le im 19. Zug kippte die Partie zugunsten von Duda und Les Chancen auf einen Tiebreak wurden immer geringer.

 

Hier spielte der Vietnamese 19...Dd7?, was Weiß die Chance gibt, 20.f6! zu spielen. Nach 20...gxf6 spielt Weiß 21.Se4 und steht wegen der unglücklichen Stellung der Dame auf d7 auf Gewinn, und nach 20...Lxf6+ folgt 21.Sxf6 gxf6 und auch jetzt steht Weiß nach 21.Se4 auf Gewinn.

Doch es schien, als hätte Le mit dem Bauernvorstoß gerechnet, denn er antwortete schnell mit 20...h5. Aber nach der starken Antwort 21.Sh6+ gxh6 22.fxe7 ist die schwarze Struktur am Königsflügel ruiniert und Weiß steht klar besser.

 

Aber da Duda nur ein Remis brauchte, spielte er vorsichtig und versuchte nicht, mit aller Kraft zu gewinnen. Die Partie endete schließlich mit Dauerschach und damit hatte sich Duda für das Finale qualifiziert.

 

Übersetzung aus dem Englischen: Johannes Fischer

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Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.

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