Im letzten Tutorial haben wir Ihnen gezeigt, wie Sie eine Datenbank systematisieren und durch weitere Partien ergänzen können. In dieser Folge möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Datenbank gewinnbringend und mit wenig Aufwand für Ihre Trainingszwecke nutzen können. Eine wirklich faszinierende Funktion in diesem Zusammenhang stellt die „Taktische Analyse“ dar.
Die eigene Datenbank „pimpen“
Ansicht in der Datenbank
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Zur Erklärung dieser Funktion haben wir uns eine Musterdatenbank mit 14 Partien angelegt. Anhand der folgenden Erläuterungen und Screenshots können Sie Ihre eigene Datenbank entsprechend nutzen. Dies ist unser Beispiel:

Es handelt sich dabei um 14 anonymisierte Partien aus einem Vereinsturnier, anhand derer wir die Möglichkeiten der „Taktischen Analyse“ demonstrieren.
Wir gehen davon aus, dass wir alle Partien zu Trainingszwecken verwenden wollen. Dazu können wir für alle Partien eine „Taktische Analyse“ durchführen und öffnen sie Partie für Partie. Wir zeigen dies für Partie 1:

Sie finden diese Funktion, indem Sie im Hauptmenü „Analyse“ wählen und dort auf „Taktische Analyse“ klicken. Es öffnet sich das Auswahlmenü, das Sie in der Mitte sehen. Dort können Sie die Rechenzeit einstellen und zwischen „Fein“, „Mittel“ und „Grob“ wählen, wovon natürlich die Dauer der Analyse abhängt. Zu Versuchszwecken sollte diese zunächst recht kurz gewählt werden – also unterhalb der vorgegebenen Empfehlung (versuchen Sie es zunächst mit 1). Darunter können Sie Häkchen setzen, abhängig davon, was Sie sich alles anzeigen lassen möchten. Wenn alles wie gewünscht eingestellt ist, wählen Sie „OK“ und die Analyse beginnt. Diese kann einige Minuten dauern und hängt vom Rechner ab.
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- Erweiterte Notation: Fügen Sie Kommentare, Symbole, Varianten, Pfeile und Markierungen zu Ihren Partien hinzu
- Erweiterte Freigabeoptionen: Teilen Sie Partien und Stellungen per Link, Bild, GIF, FEN oder QR-Code
- PGN-Kompatibilität: Hoch- und Herunterladen von Spielen oder Datenbanken als PGN-Dateien
Sie können in der Datenbankübersicht auch alle gewünschten Partien markieren und dann wie oben beschrieben zusammen durch die „Taktische Analyse“ laufen lassen. Dies kann aber viel Zeit in Anspruch nehmen. Wenn die Analyse abgeschlossen ist, werden die Partien ans Ende Ihrer Datenbank angefügt.
Wir haben die Analysen mit unseren 14 Partien durchgeführt und die Datenbank sieht nun so aus:
Sie sehen, dass die Partien 1 bis 14 alle in kommentierter Form an den Positionen 15 bis 28 eingefügt wurden. In der Spalte „VCS“ sehen Sie, dass diese neuen Partien in der Datenbank nun als kommentiert markiert sind, zudem weist die Spalte „Medaillen“ auch Einträge auf – dazu weiter unten etwas mehr.
Veränderungen in der Notation
Um zu zeigen, welche Änderungen nun in der analysierten Partie vorliegen, picken wir einfach mal die entschiedene Partie 17 heraus. Die Notation sieht nach der „Taktischen Analyse“ wie folgt aus:

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Hier sind schon einige interessante Veränderungen zu erkennen:
- Wir sind auf Zug 10 von Schwarz gesprungen, weil dieser in der Notation bereits als Neuerung markiert ist
- An der Stelle der Neuerung wurde eine Partie mit 10...c5 aus der Referenzdatenbank eingefügt zudem wird der Zug 10...b6 mit der Bewertung += empfohlen
- Die Partie wurde zudem zwei Züge zuvor schon als „E02: Katalanisch“ laut ECO klassifiziert
- Im Verlauf der Partie folgen weitere Varianten und Empfehlungen mit Stellungsbewertung – auch in Textform (siehe unten)
- Motive werden benannt, wie etwa „Fesselung“
- Es wurden auch Diagramme eingefügt
- Da wir im Kästchen „Training“ ein Häkchen gesetzt haben (siehe Screenshot 2), erscheint hier unter dem zweiten Diagramm auch die Aufforderung „Bitte führen Sie einen schwarzen Zug aus“ – das Programm hat also automatisch Übungsaufgaben eingefügt:

Hier wurde bereits die erste Aufgabe gelöst und nach 28...Tf7 und 29.Dc2 folgt erst die Bewertung, dann eine Verbesserung und schließlich das nächste Diagramm mit Trainingsaufgabe. Insgesamt wurden in diese Partie sieben Übungsaufgaben integriert, die zum Teil weiße Züge, zum Teil schwarze Züge abfragen.

Ein Blick auf das Partieende zeigt dann auch die oben erwähnten, unterschiedlich gefärbten Medaillen, das ermöglicht eine spätere gezielte Medaillensuche über die ganze Datenbank, z. B. nach „Taktischer Patzer“ oder „Opfer“ (dazu mehr in einem späteren Tutorial). Wenn man zum Beispiel auf die letzte über dem Abschlussdiagramm klickt, erhält der Zug des Läufers einen gelben Pfeil.
Zudem wurde unter dem Diagramm das Motiv „Fesselung“ als Bildunterschrift eingefügt.
Es folgt eine Statistik zur Partie.
Fazit
Ist das nicht beeindruckend? Wie von selbst erhalten Sie eine Analyse mit Trainingsaufgaben, die Sie auch im Vereinstraining oder zur Vorbereitung auf Gegner einsetzen können. Sie müssen nur ein wenig Geduld mitbringen, während ChessBase´26 diese „Taktische Analyse“ erstellt.
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In ChessBase gibt es immer wieder Ansätze, die typischen Pläne einer Eröffnungsvariante zu zeigen. Zwar ist Schach im Zeitalter der Engines viel konkreter als früher gedacht. Doch gerade Amateure lieben Eröffnungen mit klaren Plänen, siehe Londoner System. In ChessBase ’26 beschäftigen sich gleich drei Funktionen mit der Darstellung von Plänen. Im neuen Eröffnungsreport wird für jede wichtige Variante untersucht, welche Figurenzüge oder Bauernvorstöße darin wichtig sind. In der Referenzsuche sieht man jetzt auf dem Brett, wo die Figuren üblicherweise hingehen. Und startet man die neue Monte-Carlo-Analyse, zeigt auch hier das Brett die häufigsten Figurenpfade.
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