ChessBase´26: Leitfaden für ambitionierte Spieler (2)

von ChessBase
30.01.2026 – Viele Nutzer erwerben unsere neueste Software, nehmen sich aber nicht die Zeit, die erweiterten und neuen Funktionen kennenzulernen. Sie verwenden ChessBase´26 so, wie sie schon die Vorgängerversionen genutzt haben. Doch die neue Programmversion birgt enorme Schätze, die Ihre Schachvorbereitung und Ihr Schachverständnis verbessern werden – und damit auch Ihre Wertungszahl steigern. Großmeister Iniyan Panneerselvam hat sich die Zeit genommen, die neuen Funktionen zu erkunden und Ihnen einen Überblick über die neuen Möglichkeiten zu geben.

DIE SCHACH-HORIZONT-ERWEITERUNG
In ChessBase gibt es immer wieder Ansätze, die typischen Pläne einer Eröffnungsvariante zu zeigen. Zwar ist Schach im Zeitalter der Engines viel konkreter als früher gedacht. Doch gerade Amateure lieben Eröffnungen mit klaren Plänen, siehe Londoner System. In ChessBase ’26 beschäftigen sich gleich drei Funktionen mit der Darstellung von Plänen. Im neuen Eröffnungsreport wird für jede wichtige Variante untersucht, welche Figurenzüge oder Bauernvorstöße darin wichtig sind. In der Referenzsuche sieht man jetzt auf dem Brett, wo die Figuren üblicherweise hingehen. Und startet man die neue Monte-Carlo-Analyse, zeigt auch hier das Brett die häufigsten Figurenpfade.

Hauptvarianten und Antworten

Das Herzstück des Eröffnungsberichts sind die Hauptvarianten und die Antworten darauf. Er zeigt Ihnen die entscheidenden Fortsetzungen auf, die Sie priorisieren sollten, untermauert durch lehrreiche Partien gegen Gegner mit niedrigerer und gleicher Wertungszahl. Allein diese Funktion kann Ihnen unzählige Stunden ersparen, indem sie Sie direkt zu den wichtigsten Varianten führt.

Die Menüs lassen sich über den Pfeil rechts aufklappen:

Und gerade wenn man denkt, es geht nicht besser, gibt es noch einen Bonus: Typische Taktiken, die sich aus der jeweiligen Position ergeben. Diese schärfen Ihr Mustererkennungsvermögen und erleichtern es Ihnen, wichtige Spielmuster im Spielgeschehen zu erkennen. Auch Trainer werden dies als unschätzbar wertvoll für die Erstellung neuer Trainingsmaterialien empfinden.

Und schließlich erwähnen sie auch alle möglichen Transpositionen zu dieser Position, damit Sie die verschiedenen Wege kennen, um die besagte Position zu erreichen.

Vorschläge:

  1. Führen Sie den Eröffnungsbericht aus, bevor Sie sich in eine neue Variante vertiefen – er hebt die wichtigsten und kritischsten Varianten hervor, auf die Sie sich konzentrieren sollten.
  2. Achten Sie auf die ratingspezifischen Statistiken, um zu sehen, wie sich die Variante in Ihrem und dem Ratingbereich Ihres Gegners schlägt.
  3. Identifizieren Sie Elite-„Modellspieler“ für Ihre gewählte Eröffnung und studieren Sie deren Partien, um sich die besten Strategien anzueignen.
  4. Schauen Sie sich frühe Partien dieser Stellung an, um zu lernen, wie in den klassischen Partien gespielt wurden und um Kernideen zu identifizieren.
  5. Die Analysen lassen sich speichern. Tun Sie dies, damit Sie sie nicht erneut durchführen müssen.

KI befragen (neue Funktion)

Vor Kurzem nahm ich an einer Diskussion teil, in der die Frage aufkam: „Wird es jemals einen Tag geben, an dem KI effektiv coachen kann?“ Man war sich einig, dass dieser Tag noch in weiter Ferne liegt. Doch nach der Nutzung der KI-Beratungsfunktion in ChessBase´26 bin ich anderer Meinung. Die Zukunft könnte näher sein, als wir denken.

KI befragen (zum Vergrößern klicken)

Mit klaren, verständlichen Erklärungen analysiert die Funktion „KI befragen“ jede Position in einfacher, nachvollziehbarer Sprache. Sie präsentiert nicht nur Züge, sondern vermittelt auch Wissen und Verständnis.

Wenn der Eröffnungsbericht eiskalt, präzise und datenbasiert ist, dann ist „KI befragen“ das Feuer. Statt trockener Statistiken bekommt man eine menschliche Perspektive: Der Text analysiert Partien, erklärt die Pläne beider Seiten, skizziert zu erwartende Bauernstrukturen und zeigt typische Fortsetzungen auf. Sie erfahren, was zu tun ist, wann Sie es tun sollten und warum es wichtig ist. Das macht die Nutzung besonders wertvoll für Anfänger und fortgeschrittene Spieler, die mehr als nur reine Daten benötigen.

Natürlich ist keine KI fehlerfrei. Auch „KI befragen“ kann gelegentlich Fehler machen, daher sollte man die Empfehlungen mit Vorsicht genießen. Dennoch waren die Erkenntnisse in fast allen meinen Tests beeindruckend präzise und wirklich nützlich.

Zugriff über: Brett -> Wunschposition -> Report -> KI befragen

Vorschläge:

  1. Nutzen Sie „KI befragen“ immer dann, wenn Sie eine Eröffnungsposition besser verstehen möchten – die Pläne und Ideen hinter den Spielzügen werden hervorgehoben.
  2. Arbeiten Sie die Erklärungen aufmerksam durch und konzentrieren Sie sich dabei auf die Schlüsselaspekte der Position, die Ihr Spiel bestimmen sollen.

Eröffnungsübersicht

Die Funktion „Übersicht“ ist seit mehreren Versionen fester Bestandteil von ChessBase und erweisen sich auch in ChessBase’26 als äußerst zeitsparendes Werkzeug. Synchronisiert mit Ihrem Playchess-Konto bilden sie eine riesige Datenbank mit gesammelten Daten – von Spielern für Spieler.

Eröffnungsübersicht (zum Vergrößern klicken)

Angenommen, Sie bereiten die französische Vostroßvariante vor. Navigieren Sie einfach zur Stellung, klicken Sie auf „Übersicht“, wählen Sie den Schwierigkeitsgrad (von Leicht bis Enzyklopädie) und die gewünschte Farbe für die Übersicht. Falls bereits eine Übersicht mit denselben Einstellungen existiert, können Sie sofort darauf zugreifen – ganz ohne Aufwand. Andernfalls erstellen Sie Ihre eigene Übersicht mit nur einem Klick, während Ihr Computer im Hintergrund die Arbeit erledigt.

Die Analysen erfassen alle möglichen gegnerischen Aufstellungen sowie Optionen für Ihren eigenen Aufbau. Sie analysieren die Position detailliert und bewerten sie. Das ist eine deutliche Zeitersparnis im Vergleich zur mühsamen manuellen Analyse der Spielzüge. Noch besser: Sie können die Analysen auch im Leerlauf Ihres Computers durchführen lassen – das spart Ihnen Zeit und Energie.

Übersichten sind jedoch nicht das letzte Wort. Betrachten Sie sie eher als solide Grundlage denn als fertiges Meisterwerk. Es empfiehlt sich, die Ergebnisse mit Engines abzugleichen, bei Bedarf tiefergehende Berechnungen anzustellen und die Analyse an Ihr Repertoire anzupassen.

Zugriff über: Brett -> Notationsbereich -> Übersicht -> Gewünschte Optionen auswählen

Vorschläge:

    1. Bevor Sie sich mit der Eröffnungsanalyse befassen, prüfen Sie, ob bereits eine Umfrage existiert – das ist eine schnelle Möglichkeit, sich die Grundlagen zu erschließen.

    2. Nutzen Sie die Umfrage als Ausgangspunkt und verfeinern und erweitern Sie sie anschließend mit Ihren eigenen Beiträgen.

    Tiefenanalyse

    Die Tiefenanalyse ist eines der umfassendsten Werkzeuge von ChessBase und zeigt, wie sich die Präferenzen der Engines mit zunehmender Suchtiefe verändern. Man gibt eine Stellung ein, und der Computer erstellt einen Zugbaum, wobei die Engines an jedem Zweig schrittweise tiefer suchen.

    Stellen Sie sich vor, Sie analysieren Optionen wie e4, d4 oder c4. Die Engine untersucht einen Zweig, beispielsweise e4, in Tiefe 30 und bewertet anschließend die Antworten des Gegners in derselben Tiefe, bis zu einem bestimmten Punkt. Dann geht sie zum nächsten Zweig über und wiederholt den Vorgang. Sobald alle Varianten abgedeckt sind, kehrt die Engine zum Ausgangspunkt zurück und vertieft die Analyse um eine Ebene: Tiefe 31, Tiefe 32 usw.

    ChessBase protokolliert jede Abweichung von früheren Bewertungen und zeigt genau an, wann und wo sich die Präferenzen der Engine ändern. Dadurch ist die Tiefenanalyse besonders nützlich beim Erkunden neuer Eröffnungen – man erhält ein klares Bild der grundlegenden Spielzüge über mehrere Varianten hinweg. Obwohl der Prozess zeitaufwendig ist, ist er bemerkenswert zuverlässig und bietet eine narrensichere Methode, die Spielzüge einer Eröffnung zu analysieren.

    Zugriff: Brett -> Wunschposition -> Analyse im oberen Bereich -> Tiefenanalyse

    Vorschläge:

    1. Da die Tiefenanalyse ressourcenintensiv ist, sollten Sie sie nur dann ausführen, wenn Sie ChessBase´26 nicht aktiv nutzen. Lassen Sie Ihren Computer arbeiten, während Sie sich ausruhen oder andere Aufgaben erledigen.
    2. Wenn Sie zurückkommen, erwartet Sie bereits eine umfangreiche Analyse.

    Referenzsuche

    Die Referenzsuche ist eines der leistungsstärksten und zeitsparendsten Werkzeuge von ChessBase. Sie durchsucht Datenbanken mit Millionen von Partien und liefert Ergebnisse in Sekundenschnelle. Dank jahrelanger Optimierung konnten die Suchzeiten auf Millisekunden reduziert werden – selbst bei der Arbeit mit riesigen Sammlungen wie der Mega-Datenbank.

    Die Sortierung ist äußerst flexibel und bietet zahlreiche Optionen, mit denen Sie die Spiele genau nach Ihren Wünschen organisieren können.

    ChessBase´26 bietet erweiterte Klassifizierungen und Filter (neue Funktion). Sie können Ihre Suche jetzt nach Bedenkzeit (Klassisch, Schnellschach, Blitzschach oder Fernschach) verfeinern und sich so gezielt auf die für Ihre Vorbereitung relevanten Formate konzentrieren. Mit dem Spielernamenfilter finden Sie außerdem sofort alle Partien in einer bestimmten Stellung, unabhängig von der Farbe. So trennen Sie die wichtigen Partien von den irrelevanten und konzentrieren sich ausschließlich auf das Studium der wirklich relevanten Partien.

    Zugriff über: Brett -> Notationsbereich -> Referenz

    Vorschläge:

    1. Setzen Sie Filter strategisch ein, um die relevantesten Spiele herauszufiltern.
    2. Erkunden Sie alle Sortieroptionen – manche sind vielleicht nicht auf den ersten Blick zu verstehen, können aber von unschätzbarem Wert sein.
    3. Nutzen Sie die Mehrfachauswahl-Sortierung. Die zuletzt angeklickte Option hat Vorrang, gefolgt von der vorletzten usw.
    4. Wenn Sie möchten, dass ChessBase´26 für seine Analysen eine andere Datenbank als Referenz verwendet, können Sie auf die Datenbank klicken, zu den Eigenschaften gehen und als Referenzdatenbank auswählen. ChessBase´26 wird dann diese Datenbank anstelle der Mega-Datenbank verwenden.

    Figurenpfade (neue Funktion)

    Eine der intuitivsten Neuerungen in ChessBase´26 ist die Figurenpfade-Funktion. Wenn Sie den Cursor über eine Figur bewegen, hebt ChessBase´26 deren mögliche Zugmöglichkeiten anhand von Daten aus der Referenzsuche oder der Monte-Carlo-Analyse hervor (letztere werden wir später genauer betrachten).

    Figurenpfade sind dank Referenzen und Monte-Carlo-Analyse sichtbar.

    Die Figurenpfade sind farblich unterschieden: Grün kennzeichnet Züge mit hoher Gewinnwahrscheinlichkeit, Rot hingegen weniger vielversprechende Optionen. Ein Pfeil zeigt einen Standardzug an, ein Kreis markiert die Figur, die dort getauscht wird. Diese einfache visuelle Darstellung verwandelt Rohdaten in eine leicht verständliche Übersicht der Möglichkeiten.

    Stellen Sie sich vor, Sie sind mitten in der Vorbereitung und betrachten eine Stellung, für die bereits tausende Partien analysiert wurden. Anstatt unzählige Beispiele mühsam nach wiederkehrenden Mustern zu durchsuchen (was Sie natürlich weiterhin tun sollten, wenn die Zeit es erlaubt), können Sie sich jetzt auf automatische Figurenpfade verlassen, um die strategischen Pläne und typischen Stellungen Ihrer Figuren sofort zu visualisieren. Es ist, als hätten Sie ein taktisches Navigationssystem, das Sie durch den Dschungel der Eröffnungstheorie führt.

    Zugriff über: Brett -> Referenz oder Monte-Carlo-Engine -> Bewegen Sie den Mauszeiger über die Figur, deren typische Pfade Sie sehen möchten.

    — Fortsetzung folgt —

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    Über den Autor

    Einen Überblick über die Karriere von Iniyan Panneerselvam finden Sie in der Autorenbiografie weiter unten. Der 23-jährige Großmeister engagiert sich stark für wohltätige Zwecke und unterstützt Gemeinschaften in Krisenzeiten. Im Mai 2020, mitten in der COVID-19-Pandemie, organisierte er einen 72-stündigen Online-Blitzschachmarathon. In rund 45 Stunden spielte er 271 Partien gegen Teilnehmer weltweit, um Spenden für Hilfsmaßnahmen zu sammeln. Dabei kamen 121.199 Rupien für wohltätige Zwecke zusammen. Iniyan erklärte, er wolle sein Schachtalent zum Wohle der Gesellschaft einsetzen und jungen Spielern nicht nur finanzielle Unterstützung bieten, sondern ihnen auch die Möglichkeit geben, von Analysen auf Großmeisterniveau zu lernen.
     
    Bericht zur Aktion


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