Conquest gewinnt auf Sardinien

25.05.2009 – Mit 178 Teilnehmern war das „Capo d’Orso“ im Norden Sardiniens nicht nur in der Breite gut besetzt, auch qualitativ musste es sich mit vielen Großmeistern im Feld nicht verstecken. In den bisher drei Jahren seines Bestehens hat sich das Turnier durch die reizvolle Kulisse der Mittelmeerinsel und durch viele Zusatzveranstaltungen einen besonderen Ruf erworben. Die Organisatoren um Yuri Garret verwandeln die Ferienanlage „Porto Mannu“ während des Turniers jedes Mal in ein regelrechtes "Schachdorf". Sieger des Turniers wurde diesmal Stuart Conquest (7 P.). Silber und Bronze gingen an Sergei Tiviakov und Mihail Marin. Der 19-jährige Daniele Vocaturo holte seine dritte GM-Norm und vergrößert nun das italienische GM-Ensemble. Bettina Trabert (Bild) berichtet in Wort und Bild und Sergei Tiviakov hat sich schweren Herzens von einigen weiteren Urlaubsimpressionen getrennt.Turnierseite...Bericht, Bilder, Partien...

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Mehr als nur ein Schachturnier
von Bettina Trabert

Im dritten Jahr seines Bestehens hat das Open „Capo d’Orso“ im Nordosten Sardiniens schon einen besonderen Ruf erworben. Das liegt nicht nur daran, dass es inzwischen eines der stärksten italienischen Open-Turniere ist. Es liegt auch nicht nur daran, dass in diesem Jahr unter den 178 Teilnehmern 21 verschiedene Nationen – für italienische Verhältnisse eine sehr hohe Zahl – vertreten waren. Es ist ganz einfach die Tatsache, dass es mehr als „nur“ ein Schachturnier ist. Am treffendsten ist es vielleicht als ein zweiwöchiges „Schach-Happening“ mit diversen Veranstaltungen rund ums Schach zu bezeichnen: So verwandelte sich die reizvolle Ferienresidenz „Porto Mannu“ im Mai in eine Art „Schachdorf“, besiedelt von 33 Titelträgern und rund 150 Amateuren, sowie ihren Familien und Freunden, die diese Gelegenheit für einen gemeinsamen Urlaub in einer der schönsten Gegenden Europas nutzten.

 


Ein inspirierender Ausblick vom Spielsaal in Richtung Meer.


Im Saal: Ebenso gute Spielbedingungen an den hinteren Brettern…


...wie an den vorderen Brettern (vorne Pelletier gegen Tiviakov).


Und hier einer der Stars des Turniers: Links der 19-jährige Daniele Vocaturo aus Rom, der lange Zeit führte und hier seine letzte Großmeisternorm schaffte! Im Hintergrund sein Trainer GM Mihail Marin aus Rumänien gegen den jungen argentinischen GM Damian Lemos.

Damit bekommt Italien nach 20 Jahren wieder einen „echten“ – in Italien geborenen – Großmeister. Und wenn man seinen rasanten Aufstieg im letzten halben Jahr betrachtet, vielleicht gar einen zweiten Caruana? Die Freude bei der Siegerehrung war jedenfalls ansteckend…


Eine Tanzeinlage mit dem Turnierdirektor (und Manager Vocaturos) Yuri Garret ???


Nein! Sondern der Ansatz zu einem „Er lebe hoch!!!“


Aus nicht weiter erläuterten Gründen verweigerte Yuri Garret allerdings die Hebe-Aktion beim nächstplazierten Großmeister Igor Naumkin…


Aber der Sieger, Stuart Conquest, wurde dann doch noch einmal in die Luft gehoben!


Eine zweite Norm (diesmal WGM) ging an die junge Peruanerin Deysi Cori.



Spannender kann Schach kaum sein: Stuart Conquest und Tiger Hillarp Persson, umringt von Schaulustigen, analysieren ihre dramatische Schlussrundenpartie, in der Tiger mit seinem gewohnt scharfen Stil ein doppeltes Qualitätsopfer brachte und zwischendurch glatt auf Gewinn stand. Übrigens wurden in der Schlussrunde alle Partien an den vorderen Brettern voll ausgekämpft – vielleicht auch ein Teil der besonderen Atmosphäre?

Aber nicht nur bei den Analysen kamen die Zuschauer auf ihre Kosten: An vielen Abenden gab es einen großmeisterlichen Vortrag für alle Interessierten.


Hier Mihail Marin, einer der Stammgäste des Turniers und ein äußerst amüsanter Redner, bei der Erläuterung der Partie Keres (mit Gelb) gegen Kotov (mit Grün).


Die beiden IMs Pierluigi Piscopo und Duilio Collutiis bei der Analyse der schwierigsten Schachstellung.

Ein weiterer Programmpunkt war das „Reykjavik-Quiz“, ein von den isländischen Schachfreunden ausgeborgtes schachhistorisches Quiz.


Die Siegerteams: Mihail Marin und Yuri Garret, sowie Marco Sbarra und Roberto Messa (Chefredakteur der italienischen Schachzeitschrift Torre&Cavallo).


Und schließlich gab es einen Abend, an dem Jereon van den Berg, Turnierdirektor von Wijk aan Zee, Informationen und Geschichten über das berühmte Turnier zum Besten gab.

Noch nicht genug Programm?

Man kann immer noch blitzen… (Hier Daniele Vocaturo gegen den 14-jährigen Jorge Cori aus Peru (Elo 2418!)


…oder Tischfußball spielen. Ein schwedisches Doppel (IM Nils Grandelius und Hillarp Persson)

…und ein italienisch-griechisches Doppel (Piscopo und Skembris)


Oder natürlich schwimmen gehen…


Der schöne Hotelstrand von Porto Mannu.


Oder zum nahe gelegenen Bärenfelsen hinaufwandern (Namensgeber des „Capo d’Orso“-Turniers).

Und um das Ganze abzurunden, gibt es noch einen besonderen Leckerbissen: Wer noch nicht genug vom Schach hat, kann im Anschluss an das Turnier an einem der beiden Lehrgänge mit den berühmten Trainern Artur Jussupow und Mihail Marin teilnehmen.

Alles in allem ein großartiges Schach-Event, das nur durch das persönliche Engagement der Gastgeber Allesandra Ariotto und Stefano Lupini (die zwar lieber im Hintergrund blieben, aber in vielen Details selbst mit zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen), sowie Yuri Garret und seinem Team von Helfern möglich war. Man kann nur hoffen, dass es in den nächsten Jahren weitere Capo d’Orso-Turniere geben wird!

Zum Abschluss einige Cartoons von Marciello Carriero, eigens während dieses Turniers angefertigt (mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und des Verlags Caissa).

 

King Stuart III.


Tiviakov – Vocaturo


Astengo – Naumkin


Yuri Garret


Mit herzlichen Grüßen J   Bettina Trabert

Endstand:

1 7.0    GM Conquest Stuart C 2549
2 6.5    GM Tiviakov Sergei 2697 
3 6.5    GM Marin Mihail 2564
4 6.5    GM Lemos Damian 2512 
5 6.5    GM Korneev Oleg 2587 
6 6.5    GM Jussupow Artur 2576 
7 6.5    GM Pelletier Yannick 2559 
8 6.5    GM Skembris Spyridon 2434 
9 6.5    GM Naumkin Igor 2488 
10 6.5   IM Cmilyte Viktorija 2498 
11 6.5   --   Schaefer Michael 2172 
12 6.0   IM Vocaturo Daniele 2480 
13 6.0   GM Hillarp Persson Tige 2618 
14 6.0   IM D'Amore Carlo 2483 
15 6.0   IM Bitalzadeh Ali 2417 
16 6.0   IM Grandelius Nils 2491 
17 6.0   GM Malakhatko Vadim 2618 
18 6.0   FM Miedema Roi 2370 
19 6.0   FM Cori Jorge 2418 
20 6.0   IM Loeffler Stefan 2412

… insgesamt 178 Teilnehmer

Mehr Infos und Partien: asd.caissa.it

 

Runden 8 und 9 liegen nicht vor


Weitere Impressionen von Sergey Tiviakov


Installation mit Köpfen


Mediterrane Botanik


Artur Jussupow reinigt einen Bauern


Jussupow gegen Skembris


Korneev


Marin


Naumkin


Skembris gegen Tiviakov


Vocaturo


Zozulia (li.)










Deysi Cori machte eine WGM-Norm


D'amor (li.)




Der schwedische Jungstar Grandelius


Grandelius ggen Naumkin


Hillarp Persson gegen Lemos


Seestern


Nikolay Tiviakov und Naumkin am Strand


Sergey Tiviakov kühlt seine Füße


Stuart Conquest mit dem Siegerpokal


Die drei ersten: Tiviakov, Conques, Marin.


Viktorija Cmlilyte war beste Frau im Feld


Artur Jussupow und Yuri Garret

 

 

 



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