Die 15-jährige Ukrainerin Anastasia Hnatyshyn setzte sich souverän bei der diesjährigen Europameisterschaft der Frauen in Batumi durch. In der Setzliste lag sie bei 165 Teilnehmerinnen nur auf Rang 76. Ihr Erfolg kam aber nicht von ungefähr. Auch die Kasparov-Schachstiftung war schon auf sie aufmersam geworden und hatte sie zu einer Schulung Anfang Juli im Rahmen der Grand Chess Tour in Zagreb eingeladen.
In der Schachwelt hat sich aber auch darüberhinaus viel getan: Ding Liren wurde zweifacher Weltmeister, während es bei Magnus weiter kriselte. Ein Interview mit André Schulz, Hintergrundberichte, Partien und Ergebnisse liefert die gerade erschienene August-Ausgabe des Schach-Magazin 64:
Was will man mehr als ein dramatisches Finale? Bei den FIDE-Rapid-Weltmeisterschaften erkämpfte sich das Team Dragon Chilling um Kapitän und Ex-Weltmeister Ding Liren nach einem Nervenkrimi den Titel des Team-Weltmeisters im Schnellschach. Hongkong wurde dabei zum Schauplatz eines hochspannenden Teamturniers. Über drei Tage hinweg verlief der Wettbewerb nicht nur sportlich hochklassig, sondern vor allem dramatisch – mit einem Ausgang, der erst über Feinwertungen entschieden wurde. Für einen anderen ehemaligen Weltmeister lief es aber eher durchwachsen: Magnus Carlsen spielte erneut nicht überzeugend.
Der für Frankreich startende Alireza Firouzja meldete sich nach seinem Rückzug wegen einer Knöchelverletzung vom Super Chess Classic Rumänien 2026, mit seinem Sieg beim dritten Turnier der Serie Grand Chess Tour 2026 eindrucksvoll zurück. Firouzja – dem der französische Schachverband kürzlich mitteilte, dass er bei Schacholympiaden oder anderen Mannschaftsmeisterschaften nicht mehr für das französische Team berücksichtigt wird – teilte sich im Schnellschachteil des Turniers den ersten Platz mit Praggnanandhaa Rameshbabu. Anschließend erzielte er am ersten Blitzschachtag ohne eine einzige Niederlage starke 8 Punkte aus 9 Runden und verschaffte sich so vor dem letzten Spieltag einen Vorsprung von drei Punkten auf den Usbeken Nodirbek Abdusattorov.
Als Anastasiia Hnatyshyn in Batumi zur letzten Runde der Frauen-Europameisterschaft antrat, war die Ausgangslage ungewöhnlich klar: Die 15-jährige Ukrainerin führte das Feld an, obwohl sie vor Turnierbeginn kaum jemand zu den Titelkandidatinnen gezählt hatte. In der Setzliste lag sie bei 165 Teilnehmerinnen nur auf Rang 76. Ihre Elozahl von 2207 spiegelte zwar Talent wider, aber nicht den Status einer Spielerin, die ein Feld mit zahlreichen Großmeisterinnen und erfahrenen Europameisterschaftsteilnehmerinnen dominieren würde ...
Mehr als drei Jahrzehnte lang hat André Schulz den deutschen Schach-Journalismus geprägt. Auf ChessBase.de sorgte der heute 66-Jährige für zahllose Beiträge über den Denksport. Die Frohnatur geht zwar offiziell als Chefredakteur in Rente, aber etwas unregelmäßiger als bisher kommen glücklicherweise noch weitere Artikel zu den über 30.000 veröffentlichten hinzu. Schulz, der zu Spitzenzeiten eine beachtliche Deutsche Wertungszahl von bis zu 2130 erreichte, gehörte auch zum Entwickler-Team der Software Deep Fritz. 2015 veröffentlichte der Hamburger ein lesenswertes Buch über die 46 Schach-Weltmeisterschaften von Steinitz bis Carlsen.
Und sonst?
Weitere Turnierberichte aus aller Welt mit Hintergründen und den aufregendsten Partien, spannende Endspielanalysen, knifflige Taktikaufgaben und viele weitere Themen machen die neue Ausgabe des Schach-Magazin 64 wieder äußerst lesenswert ...
Hier ein ausführlicher Blick in den Inhalt des neuen Hefts:
