Die Spieler schwärmen von den Spielkonditionen, dem großartigen Spielerfeld und der wunderschönen Lage des Spielorts. Die Offene Internationale Bayerische Schach-Meisterschaft (OIBM) in Gmund am Tegernsee bringt Spieler verschiedener Lebenslagen zusammen: Vom Kind, das erst seit einer kurzen Weile Turnierschach spielt, über Vereinsspieler, die seit vielen Jahren regelmäßig zum Turnier zurückkehren, bis zum 18-jährigen deutschen Meister und zwei Spielern mit einer Elo über 2600.
Leonardo Costa erreichte 2025 den 10. Platz | Foto: Sandra Schmidt / OIBM
Bei der OIBM werden an neun Tagen insgesamt neun Runden gespielt. Die Bedenkzeit beträgt 90min für die ersten 40 Züge, danach gibt es einen Bonus von 30 Minuten und ab dem ersten Zug gibt es ein Inkrement von 30 Sekunden/Zug extra zur Bedenkzeit. Die Spitzenpartien werden über 40 DGTI-Bretter online übertragen. Fans, Freunde und Trainer können also die Partien von zuhause aus oder unterwegs mitverfolgen.
Besonders ist bei dem Turnier, dass es nach Schweizer System, beschleunigt in den ersten fünf Runden nach Baku-Methode ausgetragen wird. Dies sorgt dafür, dass die Spieler der oberen Hälfte des Teilnehmerfelds früher gegeneinander antreten als es beim klassischen Schweizer System der Fall wäre. Bei einem großen Teilnehmerfeld mit Ratingunterschieden wie beim Turnier am Tegernsee empfiehlt sich diese Methode, damit Spieler früher gegen passendere Gegner antreten können. Zum Erreichen von Normen hilft es, da so der notwendige Gegnerschnitt und die notwendige Anzahl von Titelträgern als Gegner eher erreicht werden können.
Der Spielsaal | Foto: Thomas Plettenberg / Der Tegernsee
Insgesamt ist Platz für etwa 600 Spielern im Turniersaal. Die Organisatoren machen darauf aufmerksam, dass es eine Warteliste gibt, sobald die maximale Teilnehmerzahl erreicht ist.
Es wird erneut um einen Preis- und Sachfond von rund 15.000 € gespielt.
Durch das breite Feld haben Freunde und Familienmitglieder auch mit großem Leistungsunterschied die Möglichkeit, gemeinsam am Turnier teilzunehmen. Der Trainer kann zeitgleich mit seinen Schützlingen spielen. Das Turnier am Tegernsee zieht Titelträger an, da diese wissen, dass viele weitere Titelträger vor Ort sein werden. Es haben sich bereits 15 GMs, 2 WGMs, 23 IMs, 3 WIMs und einige weitere Titelträger (Stand: 30.9.26) für das Turnier angemeldet. U.a. dabei sind der amtierende deutsche Meister Leonardo Costa, die Siegerin der Internationalen offenen deutschen Frauenmeisterschaft Klaudia Kulon, die deutsche Nationalspielerin Kateryna Dolzhykova und das deutsche Jugendtalent Houssain Besou. Tobias Kügel vom SK Kirchweyhe zeigte in der Meisterklasse der deutschen Meisterschaft in Dresden, dass auch Niclas Huschenbeth, Alexander Donchenko und Rasmus Svane nicht immer gegen Internationale Meister gewinnen und ist nun auch einer der Spieler, die sich bereits für die OIBM angemeldet haben. In Dresden erreichte er sechs Remis in neun Partien.
Tobias Kügel (rechts) erreichte 6/9 im Vorjahr am Tegernsee | Foto: Sandra Schmidt
Im vergangenen Jahr gewann der iranische Großmeister Amin Tabatabaei das Turnier mit acht Punkten aus neun Spielen. Damit hatte er einen Punkt Vorsprung auf eine zehnköpfige Verfolgergruppe, u.a. mit Luis Engel, Szymon Gumularz und Leonardo Costa. Die beiden stärksten Spielerinnen waren Liya Kurmangaliyeva und Lilit Mkrtchian mit je 6,5 Punkten. Letztes Jahr nahm auch das junge kasachische Talent Alua Nurman an der OIBM teil, die in Samarkand gerade Silber bei der Schacholympiade der Frauen mit ihrem Team Kasachstan gewann.
Turniersieger 2025, Amin Tabatabaei | Foto: Sandra Schmidt / OIBM
Mit Klaudia Kulon hat sich auch bereits eine Spielerin angemeldet, die im September bei der Schacholympiade ein starkes Ergebnis erreichte. Team Polen nahm nach Runde 11 in der Sektion der Frauen Platz 5 ein! Nach aktuellem Anmeldestand sind sie und Kateryna Dolzhykova die stärksten Frauen im Teilnehmerfeld. Auch die deutsche Nachwuchskader-Spielerin Svenja Butenandt vom FC Bayern München hat sich für das Turnier angemeldet.
Klaudia Kulon bei der Schacholympiade in Samarkand | Foto: Michal Walusza / FIDE
Amin Tabatabaei war im Vorjahr der einzige Spieler mit einer Elo über 2600 – Brandon Jacobson stand bei einer Elo von 2599. Mittlerweile hat Tabatabaei schon die Grenze von 2700 überschritten. Für die diesjährige Ausgabe haben sich bereits zwei Spieler mit einer Elo über 2600 angemeldet: Der Spanier Jaime Santos Latasa vom FC Bayern München und der polnische Großmeister Szymon Gumularz vom SV Werder Bremen. Valery Kazakouski aus Litauen steht aktuell bei einer Elo von 2597 und einer DWZ von 2601. Szymon Gumularz erreichte im Vorjahr den dritten Platz hinter Tabatabaei und Luis Engel.
Siegerehrung bei der OIBM am Tegernsee 2025 | Foto: Sandra Schmidt / OIBM
Wunderschöne Lage
Das Turnier wird wie in den vergangenen Jahren im Gut Kaltenbrunn am Tegernsee, mit Blick auf die Alpen, ausgetragen. Wenn Eltern ihre spielenden Kinder begleiten, können diese die Natur genießen. Mit einer Runde am Tag bleibt auch den Spielern selbst die Möglichkeit, die Gegend zu erkunden.