Der FIDE World Cup bekommt ein neues Format

von Pressemitteilung
14.07.2026 – Die FIDE hat auf Empfehlung der Global Strategy Commission eine Reihe wichtiger Änderungen am Format des FIDE World Cups 2027 und des FIDE Frauen-World Cups 2027 beschlossen. Ziel ist es, die Wettbewerbe offener zu gestalten, die Bedingungen für die Teilnehmer zu verbessern, die Gesamtdauer der Turniere zu verkürzen und sicherzustellen, dass der World Cup auch künftig zu den wichtigsten Wettbewerben im Zyklus um die Weltmeisterschaft gehört.

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Seit der Einführung des K.-o.-Formats im Jahr 2005 gehört der FIDE World Cup zu den prestigeträchtigsten Turnieren im internationalen Schachkalender. In den vergangenen beiden Jahrzehnten sind die Wettbewerbe deutlich gewachsen: Das offene Turnier wurde von 128 auf 206 Teilnehmer erweitert, der FIDE Women's World Cup von 64 auf 103 Spielerinnen.

Mit diesem Wachstum gingen jedoch auch neue Herausforderungen einher. Bis 2025 war der offene World Cup auf eine Dauer von 27 Tagen angewachsen und ließ sich damit immer schwerer in den internationalen Turnierkalender einfügen.

Neues zweistufiges Format

Ab 2027 werden beide World Cups über 19 Tage ausgetragen und bestehen aus zwei klar voneinander getrennten Phasen.

  1. Phase: Schweizer System

Die erste Phase besteht aus Turnieren im Schweizer System mit einer klassischen Bedenkzeit von 45 Minuten plus 30 Sekunden Zuschlag pro Zug.

Der World Cup wird in vier Gruppen im Schweizer System ausgetragen, der Women's World Cup in zwei Gruppen. Jedes dieser Turniere umfasst neun Runden an fünf Tagen. Die Gruppen werden so zusammengestellt, dass sie eine möglichst vergleichbare Spielstärke aufweisen.

Die besten Spieler jeder Gruppe qualifizieren sich für die K.-o.-Phase:

  • World Cup: Die vier Bestplatzierten jeder der vier Gruppen (insgesamt 16 Spieler)
  • Women's World Cup: Die acht Bestplatzierten jeder der beiden Gruppen (insgesamt 16 Spielerinnen)
  1. Phase: K.-o.-Finale

Die zweite Phase wird im traditionellen K.-o.-Format ausgetragen. Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale werden wie bisher mit klassischer Bedenkzeit gespielt. Zwischen den beiden Phasen liegt ein Ruhetag; während der K.-o.-Runden sind zwei weitere Ruhetage vorgesehen.

Mit der Kombination aus einer Qualifikation im Schweizer System und einem anschließenden K.-o.-Finale will die FIDE die Spannung und das Ansehen des World Cup bewahren und zugleich dafür sorgen, dass alle Teilnehmer deutlich mehr Partien spielen und insgesamt bessere Turnierbedingungen vorfinden.

Mehr Teilnehmer

Mit dem beschlossenen Format wird auch die Zahl der Teilnehmer in beiden Wettbewerben erhöht:

  • World Cup: von 206 auf 224 Spieler
  • Women's World Cup: von 103 auf 128 Spielerinnen

Die zusätzlichen Plätze sollen die Turniere noch offener gestalten und Spielern aus allen Regionen der Welt bessere Chancen auf eine Teilnahme bieten.

Zudem wurden mehrere neue Qualifikationswege eingeführt:

  • Die vier Bestplatzierten des jüngsten FIDE Grand Swiss und FIDE Women's Grand Swiss qualifizieren sich direkt für den jeweiligen World Cup.
  • Der Sieger der Total Chess World Championship 2026 qualifiziert sich für den World Cup.
  • Für den offenen World Cup und den Women's World Cup wird eine Qualifikation über den FIDE Circuit eingeführt.
  • Die Zahl der den Kontinenten zugeteilten Qualifikationsplätze wird auf sieben pro Kontinent erhöht und damit die kontinentale Vertretung gestärkt.
  • Für den höchstgewerteten Senior wird ein neuer Qualifikationsplatz geschaffen.

Mehr Anreize für die Teilnehmer

Der Gesamtpreisfonds beider Turniere wird deutlich erhöht: von 2,67 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 3,3 Millionen US-Dollar im Jahr 2027. Mit dieser beträchtlichen Steigerung unterstreicht die FIDE ihr Ziel, den Wert des World Cups für die Spieler auf allen Ebenen weiter zu erhöhen.

Auch künftig erhält jeder Teilnehmer ein Preisgeld. Im Vergleich zu den Ausgaben von 2025 steigen insbesondere die Prämien für die Spieler auf den hinteren Plätzen. Der erste Preis für den Sieger bleibt zwar unverändert, doch das neue Format ermöglicht es den Titelanwärtern, denselben Hauptpreis in einem deutlich kürzeren Turnier zu gewinnen. Dadurch verbessert sich das Verhältnis zwischen Turnierdauer und finanzieller Entlohnung.

Tradition bewahren und zugleich für die Zukunft gerüstet sein

"Das neue Format soll den besonderen Charakter des FIDE World Cup bewahren und ihn zugleich an die sich wandelnden Anforderungen des modernen Schachs anpassen. Wir sind überzeugt, dass die Verbindung einer Qualifikation im Schweizer System mit einem K.-o.-Finale sowohl Spielern als auch Zuschauern ein reizvolleres Turniererlebnis bieten wird", sagte FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich.

"Gleichzeitig machen wir die FIDE World Cups offener als je zuvor. Die höhere Zahl an Plätzen, darunter zusätzliche Qualifikationsplätze für Afrika und Amerika, wird talentierten Spielern aus allen Kontinenten mehr Möglichkeiten geben, auf einer der größten Bühnen des Weltschachs anzutreten. Mit diesen Änderungen werden der FIDE World Cup und der FIDE Women's World Cup auch künftig zu den meistbeachteten Wettbewerben im internationalen Schach gehören und zugleich für Spieler aus allen Teilen der Welt wichtige Wege in den Weltmeisterschaftszyklus eröffnen", fügte er hinzu.

FIDE...


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