Doping im Schach: Notwendige Kontrollen oder "Gesundheitsdiktatur"?

06.01.2009 – Auch über die Feiertage und den Jahreswechsel haben uns eine Reihe von Leserbriefen zur Diskussion um Dopingkontrollen im Schach erreicht. Viele Zuschriften verdeutlichen, dass unter den Schachfreunden große Unsicherheit darüber besteht, was die mit Wirkung vom 1.1. 2009 beschlossene Aufnahme des Anti-Doping-Codes in die Satzung des Deutschen Schachbundes konkret für die Schachfreunde bedeutet. Bisher hat der DSB seine Mitglieder weder über den Beschluss noch dessen Auswirkungen informiert. Herbert Bastian hat in einer neuen Zuschrift die Notwendigkeit des Beschlusses aus Sicht der DSB noch einmal verdeutlicht und die Größe des finanziellen Verlust, der bei Ausbleiben von Fördergeldern aus dem Innenministerium entstehen würde, beziffert. Walter Kastner erläutert als Generalsekretär seines Verbandes in einer Zuschrift den Standpunkt des ÖSB. Uneinigkeit herrscht weiter darüber, ob Doping im Schach überhaupt möglich ist oder nicht. Matthias Budzyn weist in seinem Beitrag darauf hin, dass dies gemäß der Vorschriften der NADA (bzw. WADA) auch unerheblich ist: "Doping" sei einfach nur ein Verstoß gegen die Vorschriften der NADA, die sich selber auch nicht überprüfen lassen wolle und (von den Schachspielern) demokratisch nicht legitimiert sei. Der DSB, so Matthias Budzyn, war nicht befugt, "die Schachspieler einer Gesundheitsdiktatur der WADA auszuliefern." Gerhard Schmidt fordert "Gleichberechtigung für die Fernschachspieler". Auch die Fernschachspieler seien Mitglieder des Deutschen Schachbundes und hätten ein Recht auf Dopingkontrollen. Wir rufen noch einmal alle Schachfreunde zur Teilnahme an der Diskussion auf und möchten diese dann langsam zum Abschluss bringen: Einsendungen an andreschulz@chessbase.comLeserbriefe bis 23.12.2008...Neue Beiträge...

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Diskussion: Doping im Schach

In seinem Beitrag "Von der Willkür der Dopingkontrollen" hat Robert Hübner sich gegen Dopingkontrollen im Schach ausgesprochen, Argumente für die Sinnlosigkeit derselben im Schach dargestellt und auf den unangemessenen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte durch die Kontrollen hingewiesen. Als Reaktion auf den Beitrag erhielten wir Hinweise von Lesern auf evtl. Möglichkeiten zum Doping auch im Schach mit Hilfe von konzentrationsfördernden Mitteln. GM Gerald Hertneck begrüßt explizit die Dopingkontrollen im Schach und sieht in modernen Designermedikamenten zur Steigerung der Hirnleistung durchaus eine Bedrohung für den Schachsport. Wir laden daher zur Diskussion ein: Gibt es (leistungsförderndes) Doping im Schach? Ist Doping im Schach zumindest denkbar? Sind die Dopingproben im Schach sinnvoll oder überflüssig? War es richtig vom Deutschen Schachbund, sich dem Anti-Doping-Code der NADA zu unterwerfen oder hätte der DSB mehr um seine Sonderstellung kämpfen sollen, auch auf die Gefahr hin, von der Sportförderung ausgeschlossen zu werden? Bitte schicken Sie uns ihre Meinung zu diesen Fragen und weiteren Aspekten des Themenkreises. Nach Abschluss der Diskussion verlosen wir unter allen Einsendern drei Ausgaben des ChessBase Magazins Nr. 123 mit original Autogramm von Weltmeister Viswanathan Anand. Schicken Sie ihre Zuschrift an andreschulz@chessbase.com

 

Leserbriefe
 


Veröffentlichung vom 6.1.2009



Der lesenswerte Beitrag von Harald Balló hat mir u. a. deutlich gemacht, dass die Debatte um die Frage, ob durch Doping beim Schach eine Leistungssteigerung möglich ist, letztlich am Thema vorbeigeht. Balló legt unter Nr. 2 seiner Ausführungen (Seite 4 der pdf-Datei) dar, dass die Leistungssteigerung gar nicht Bestandteil der Doping-Definition der WADA (World Anti-Doping Agency) sei. Balló hat Recht: Im WADC (World Anti-Doping Code) heißt es unter Nr. 2.2.1: "Es ist nicht entscheidend, ob die Anwendung eines verbotenen Wirkstoffs oder einer verbotenen Methode leistungssteigernd wirkt oder nicht. Es ist ausreichend, dass der verbotene Wirkstoff oder die verbotene Methode angewendet wurde oder ihre Anwendung versucht wurde, um einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen zu begehen."
Hieraus und aus den weiteren Bestimmungen des WADC geht hervor: Doping ist nicht die Einnahme leistungssteigernder Substanzen. Doping ist vielmehr der Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen, und die besagen zusammengefasst im Wesentlichen: Ein Verstoß liegt vor bei Anwendung eines auf der Dopingliste aufgeführten Wirkstoffs oder beim Versuch, sich einer entsprechenden Kontrolle zu entziehen.


Das heißt: Das von den Befürwortern von Dopingverboten und -kontrollen im Schach häufig angeführte und sicherlich auch populärste Argument, es gehe um Fairness im Wettkampf, indem verhindert wird, dass sich Spieler ungerechtfertigte Vorteile verschaffen, ist bei Licht betrachtet ein Scheinargument. Auch die Einnahme eines Wirkstoffs, der unstreitig keine Leistungssteigerung hervorrufen kann, ist Doping, wenn der Wirkstoff in der Dopingliste aufgeführt ist.


Dies wird bestätigt durch die in Nr. 4.3 des WDAC niedergelegten Kriterien für das Verbot eines Wirkstoffs: Es müssen von den drei Kriterien - a) Leistungssteigerungspotential, b) Gesundheitsrisiko und c) Verstoß gegen den Sportsgeist - lediglich zwei erfüllt sein, damit ein Wirkstoff verboten werden kann. Da die Definition (genauer gesagt: Umschreibung) des "Sportsgeistes" im WDAC u. a. Werte wie "Gesundheit" und "Anerkennung von Regeln und Gesetzen" enthält, kann praktisch jede Substanz, die nach Auffassung der WADA gesundheitsgefährdendes Potential hat, auf die Dopingliste gesetzt werden. Zudem gibt es keine Möglichkeit, sich darauf zu berufen, ein Wirkstoff sei zu Unrecht auf die Dopingliste gesetzt worden. In Nr. 4.3.3 des WDAC heißt es nämlich: "Die Festlegung der WADA von verbotenen Wirkstoffen und verbotenen Methoden in der Liste verbotener Wirkstoffe und verbotener Methoden ist verbindlich und kann weder von Athleten noch von anderen Personen mit der Begründung angefochten werden, dass es sich bei dem Wirkstoff bzw. der Methode nicht um ein Maskierungsmittel handelt oder dass der Wirkstoff bzw. die Methode nicht das Potenzial haben, die Leistung zu steigern, dass sie kein Gesundheitsrisiko darstellen oder gegen den Sportsgeist verstoßen."
 

Zu Deutsch: Alles, was die WADA verbietet, ist verboten. Und es gibt keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren. Wenn die WADA beschließt, dass Leute, die rauchen, Kaffee oder Alkohol trinken oder Schokolade essen, keine "richtigen Sportler" sind und deswegen bei Sportwettkämpfen nichts zu suchen haben, dann dürfen auch Schachspieler, die derlei Verwerfliches tun, nicht mehr in Ligen und DWZ/ELO-gewerteten Turnieren mitspielen, wenn sich der DSB den Regeln der WADA unterwirft.


Ich bleibe dabei: Die Funktionäre des DSB haben kein Recht, uns im DSB organisierten und Beiträge zahlenden - also das Einkommen der hauptamtlichen Funktionäre finanzierenden - Schachspielern direkt oder indirekt vorzuschreiben, wie wir zu leben haben. Erst recht ist der DSB nicht dazu befugt, die Schachspieler einer Gesundheitsdiktatur der WADA auszuliefern. Die WADA ist eine Organisation, die von uns Schachspielern nicht ansatzweise demokratisch legitimiert ist und die festgelegt hat, dass ihre Verbote von niemandem überprüft werden können. Die Unterwerfung unter den WADC verstößt mithin gegen elementarste Grundsätze von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Wer seine Mitmenschen darüber belehren will, was gesund ist und was nicht, mag Arzt, Ernährungsberater oder Missionar werden. Als Schachfunktionäre sind solche Leute fehl am Platz. Von einem DSB-Funktionär erwarte ich, dass er sich für die Rechte der Schachspieler einsetzt und nicht gegen uns Spieler arbeitet. Und wenn (was kaum glaubhaft ist) die Bereitstellung staatlicher Fördermittel (deren Höhe die Dopingverbot-Befürworter, die sich hierauf berufen, in der Chessbase-Diskussion nicht einmal überschlägig angegeben haben) wirklich davon abhängen sollte, dass wir uns der Willkür der WADA unterwerfen, dann müssen wir eben auf diese Mittel verzichten.


Kleiner Denkanstoß zum Schluss: Wenn es um "Gesundheitsvorsorge" geht, ist es dann nicht der beste Rat, überhaupt kein Turnierschach mehr zu spielen? Ernsthaftes Schachspielen ist (wie übrigens auch die meisten Sportarten, insbesondere im Bereich des Leistungssports) ganz bestimmt nicht "gesund"; man sitzt stundenlang am Brett und der Körper wird infolge des psychischen Drucks extrem beansprucht, ohne dass man sich bewegt.


Matthias Budzyn
 


Diskussion „Doping im Schach“ bei ChessBase  27.12.2008

In der aktuellen Doping-Diskussion melde ich mich noch einmal zu Wort, weil die meisten der vorliegenden Beiträge sich nicht zum entscheidenden Punkt äußern und insofern am Thema vorbeigehen.

Zuerst ein kurzer Rückblick. Als die Diskussion über Doping-Kontrollen im DSB vor 2007 in den offiziellen Gremien des DSB begann, wurden inhaltlich die gleichen Argumente vorgetragen, wie wir sie jetzt in den Leserbriefen lesen können. Dies führte zu der Haltung, erst einmal abzuwarten, vielleicht käme man ja um Doping-Kontrollen herum, weil im Schach doch gar kein Doping möglich sei. Keiner unserer Ärzte hat damals z.B. auf das auf der Liste verbotener Substanzen stehende Methylphenidat (Ritalin) hingewiesen, obwohl die Problematik in den Schulen seit Jahren bekannt ist.

Dies ging so lange gut, bis der erste Landesverband seinem Landessportbund Rechenschaft über die Doping-Bekämpfung ablegen musste. Abwarten war nun nicht länger möglich. Als wir das Problem auf Bundesebene erörterten, sprach sich eine klare Mehrheit dafür aus, es nicht den einzelnen Landesverbänden zu überlassen, jeweils eigene Regelungen zu erarbeiten, sondern eine bundeseinheitliche Lösung anzustreben. Inzwischen ist das wegen des Drucks des Bundesinnenministeriums und des DOSB auch kaum noch anders möglich.

Es wird stets betont, dass die Landesverbände Hessen und Bayern (als einzige) der Einführung von Doping-Kontrollen nicht zugestimmt haben. Das ist nur insofern richtig, als dies für die Präsidenten dieser Landesverbände gilt. Ich kenne Spitzenfunktionäre aus diesen beiden Landesverbänden, die genau der entgegen gesetzten Meinung sind. Dies weist für mich auf ein Grundübel des Deutschen Schachbundes hin, nämlich auf die fehlende Diskussionskultur, die ein moderner Sportverband benötigt, wenn er sich weiterentwickeln will. Das unschuldige „wir wollen doch nur Schach spielen“, das mich seit den ersten Anfängen begleitet, wird künftig nicht mehr reichen, wenn man z.B. den Mitgliederbestand halten und vielleicht sogar eine noch bessere Rolle im Weltschach spielen will. Insofern bezweifle ich, dass die Verweigerungshaltung in der Doping-Frage in den genannten Landesverbänden mehrheitstauglich ist. Andererseits haben auch die Befürworter längst nicht alle die Diskussion mit ihren Mitgliedern geführt, so dass uns noch Überraschungen bevorstehen könnten.

Die inzwischen geklärte Frage, welchen spezifischen Status der Deutsche Schachbund innerhalb des organisierten Sports künftig erhalten solle, ist ein weiteres Problem, das dazukam und inhaltlich mit dem Doping-Thema zusammenhängt, aber es hat auch eigene Dimensionen.

Das Kernproblem ist für mich die strategische Ausrichtung des DSB in den kommenden Jahren. Im März 2007 fand in Eisenach eine Tagung statt, die sich dieses Problems annehmen sollte. Leider befindet sich der Strategieprozess nach vielversprechenden Anfängen momentan in einer Sackgasse. Damals wurde angeregt, die Strategiediskussion in die Basis zu tragen und beginnend mit den Vereinen die Erneuerung des DSB von unten nach oben anzugehen. Die Mitglieder könnten sich dann z.B. dazu äußern, ob sie weiter im organisierten Sport verbleiben oder eine Neuorientierung anstreben wollen.

Ob es jemals zu einer solchen Diskussion kommen wird, ist zweifelhaft. Im Moment muss sich jeder verantwortlich handelnde Funktionär an den Gegebenheiten orientieren. Diese besagen ganz einfach: Wer sich nicht aktiv an den Doping-Kontrollen beteiligt, riskiert den Ausschluss aus der Förderung. Für den DSB würde das kurzfristig wahrscheinlich bedeuten, dass durch Streichung von Zuschüssen und geförderten Stellen mehr als 1 € pro Mitglied fehlen, die durch eine Beitragserhöhung wieder hereingeholt werden müssten, wenn man den Leistungsstand erhalten will. Zwar sind die WM und die Olympiade inzwischen über die Bühne gegangen, aber es wäre fraglich, ob vergleichbare Veranstaltungen künftig noch gefördert werden. Besonders naiv wäre es zu glauben, dass der DSB beim Ausscheren aus der Sportorganisation mehr Sponsorengelder einwerben könnte als bisher. Auf jeden Fall müsste vor einem Ausscheren ein Alternativkonzept her, damit man in der Übergangsphase überleben könnte.

Wenn man also die Unterwerfung unter die Anti-Doping-Politik des DOSB ablehnt, was ich durchaus nachvollziehen kann, dann spielt man Vabanque mit der Zukunft des DSB. Der in diesem Zusammenhang häufig gehörte Vorwurf, die Funktionäre seien nur hinter dem „schnöden Mammon“ her, ist eine Beleidigung für alle Ehrenamtlichen, die ihre Zeit und ihr Geld einsetzen, um die finanzielle Basis des Deutschen Schachbundes zu sichern, von der letzten Endes die Gesamtheit aller Schachspieler profitiert.

Herbert Bastian
Präsident des saarländischen Schachverbandes


Mit Aufmerksamkeit verfolge ich die Diskussion um das Thema Doping auf der ChessBase-Website. Da die Diskussion so sehr polemisiert wird, möchte ich gerne von Seiten unseres Verbandes folgende Fakten klarstellen:

1.    Geld von Sportorganisationen
Schach ist in den meisten der FIDE zugehörigen Föderationen als Sport anerkannt UND bekommt von den nationalen Sportorganisation sehr viel Geld für Leistungssport und Jugendarbeit. In diesem Sinne sind alle entsprechenden Bestimmungen des Sports einzuhalten, es sein denn Schach will aus der Sportfamilie austreten und auf die entsprechenden Förderungen für den Schachsport verzichten. Hier gibt es keinen Mittelweg, weil die Anti-Doping-Bestimmungen in vielen Länder sogar den Status von Bundesgesetzen haben.

2.    Doping im Schach
Es ist nicht wesentlich, ob es für den Schachsport leistungssteigernde Mittel gibt oder nicht. Wesentlich ist, dass niemand gezwungen sein soll solche Mittel zu nehmen um in seinem Sport erfolgreich sein zu können. Wenn Doping in einer Sportart kein oder nur ein kleines Problem ist, dann sollte es für seine Vertreter auch kein Problem sein dies hin und wieder nachzuweisen. Schach hat bei den Anti-Doping-Agenturen den niedrigsten Prioritätslevel. Daher kommt es sehr selten zu Kontrollen. Probleme gibt es bisher nur, wenn Sportler/innen die Kontrolle verweigern.

3.    Gesundheitsgefährdung von Doping
Oft und gerne wird für den Schachsport eine Ausnahme gefordert. Welchen Sinn sollte aber eine solche Ausnahme machen, die es erlaubt im Schachsport gesundheitsschädigende Medikamente zu nehmen, die zudem keine leistungssteigernde Wirkung haben? Bei der ganzen Diskussion darf man nie vergessen, dass die Einnahme von Dopingmitteln teils dramatische Auswirkungen auf die Gesundheit der Sportler/innen hat. Will man die Jugend zum Sport bringen, dann ist es wichtig und richtig den Sport sauber zu halben und dies auch zu beweisen.

4.    Ausnahmegenehmigungen
Wer aus gesundheitlichen Gründen zur Einnahme von Medikamenten gezwungen ist, bekommt als Leistungssportler (Kaderspieler) eine entsprechende Ausnahmegenehmigung. Doping Kontrollen finden erfahrungsgemäß nur bei Kaderspieler/innen statt bzw. bei hohen Meisterschaften (Welt-, Europa-, Staatsmeisterschaften). Es braucht also niemand aufhören Schach zu spielen.

5.    Vorbild Spitzensportler
Die Spitzensportler im Schach sollten sich ihrer Vorbildwirkung bewußt sein. Die Argumentationskette Schach sei kein Sport ist kontraproduktiv. Fakt ist, dass nur Mittel aus der Sportförderung eine sinnvolle Arbeit im Leistungs- und Jugendschach erlauben. Dies auf das Spiel setzen zu wollen wegen ein paar Alibikontrollen pro Jahr scheint uns eine sehr kurzsichtige Denkweise. Das Argument des Eingriffs in die Privatsphäre ist viel strapaziert und sachlich auch richtig. Aber dieser Eingriff trifft auf alle Sportarten zu und trifft uns zudem in vielen anderen Lebensbereichen. Zum Glück gibt es Vorbilder wie Anand, der kein Problem hat sich einer Kontrolle zu unterziehen und stets auch den Sportaspekt des Schachs betont. Mögen seinem Beispiel viele folgen.

Mit sportlichen Grüßen,

Walter Kastner
Generalsekretär des Österreichischen Schachverbandes



*Gleichberechtigung für Fernschachspieler !*

Bei der Diskussion um Doping im Schach habe ich den Eindruck, daß die Fernschachspieler - wie meistens - einfach übersehen werden. Die Fernschachspieler sind auch Mitglied des Schachbundes.
Für die Akzeptanz einer Tätigkeit als Sportart ist es bekannterweise ein wichtiges Kriterium, ob gedopt werden kann.

Die Nutzung von Computern und Schachsoftware hat keinen bedrohlichen Einfluss auf die Entwicklung des Fernschachsports. Anders sieht es aus hinsichtlich der Leistungsverbesserung durch die Einnahme von Anabolika. Von dieser Seite droht offensichtlich die Gefahr. Also erwarte ich, daß auch die Fernschachnationalmannschaft bei den Testen der NADA oder WADA nicht weiterhin ignoriert wird. Ich wäre an dem Ergebnis interessiert, ob beispielsweise der Schachpräsident und Nationalmannschaftsmitglied Prof. Dr. Robert von Weizsäcker durch Einnahme muskelbildender Präparate seine Spielstärke im Fernschach verbessert hat.

Gerhard Schmidt


Auch wenn ich in letzter Zeit scheinbar nur noch Links schicke, möchte ich Ihnen diesen letzten nicht vorenthalten. Quasi zum Thema "legales Gehirndoping" :-) http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,597556,00.html

Ansonsten muss ich zur laufenden Diskussion anmerken, dass einige Beiträge aus meiner Sicht ziemlich engstirnig sind bzw. einfach nicht offen genug für neue Entwicklungen. Ich bin nicht der (in der Diskussion häufig geäußerten) Meinung, dass die Wirksamkeit von Doping im Schach erst nachgewiesen sein muss, um Regeln gegen Doping einzuführen.

Vielmehr geht die Vermutung bereits jetzt dahin, dass solches Doping bereits jetzt möglich ist, und das genügt mir. Natürlich sind Doping-Kontrollen lästig, keine Frage, aber wie viel Prozent der Spieler werden denn davon betroffen sein? Vermutlich weniger als ein Promille.

Insofern verstehe ich auch nicht, wieso sich normale Vereinsspieler darüber echauffieren.

Gut hat mir die Argumentation gefallen, wonach sich die Schachspieler entscheiden müssen: entweder sie wollen, dass Schach als Sport anerkannt ist (mit den damit verbundenen Vor- und Nachteilen), aber dann müssen sie sich auch den aus mancher Sicht "entwürdigenden" Dopingregeln unterwerfen. Oder sie verzichten auf diesen Status, aber dann wird Schach in seiner Struktur noch "ehrenamtlicher" als ohnehin schon, und das sehe ich gerade als Manko, dass die ganze deutsche Schachorganisation "mangels Masse" mehr oder weniger auf das Ehrenamt fokussiert ist. Nichts gegen das großartige Engagement der Ehrenamtlichen, aber wenn wir die letzten vom Innenministerium geförderten Stellen auch noch aufgeben, dann gute Nacht schöne Schachwelt!

Man kann es natürlich auch ganz anders sehen: nachdem man im modernen Schach ohnehin andauernd betrogen wird, und sei es nur durch ausgefeilte, zum Teil bis über den 20. Zug hinausreichende Vorbereitungen am heimischen PC oder Notebook, durch "variantenreiche"

Unterhaltungen während der Partie oder durch mitlaufende Engines, ist es ja beinahe schon egal geworden, ob man auch noch sein Gehirn dopt... Aber dann gibt man wirklich das letzte Quäntchen an Fairness-Kontrolle auf.

Glücklicherweise scheint mir, dass Doping bei den wichtigsten Spielstärkefaktoren machtlos ist, nämlich Talent und Erfahrung. Insofern kann Neurodoping aus meiner Sicht nur einen Teil der schachlichen Kompetenz verbessern, nämlich aus meiner Sicht die Fähigkeit zur Variantenberechnung und die Konzentrationsfähigkeit über die volle Partiedistanz. Dass ein "Wachmacher"-Präparat hier keine Wirkung erzeugen sollte, erscheint mir völlig abwegig, auch wenn es dutzende Male in der Diskussion bezweifelt wird. Dabei spielt natürlich der Faktor der Nebenwirkungen eine große Rolle. Ein Medikament, das in erster Linie euphorisierend wirkt, ist als Dopingmittel natürlich ungeeignet, weil es die im Schach notwendige Objektivität herabsetzt.

Noch ein Gedanke zum Schluss: wenn wirklich durch Einnahme von Modafinil oder anderen Substanzen Prüfungsergebnisse verbessert werden, wieso sollte dies nicht auf das Schach übertragbar sein? Auch bei Prüfungen zählt Konzentration und abstraktes Denken, allgemein gesagt: ein wacher Geist. Ich sehe hier keinen Unterschied zur Situation am Brett!

Gerald Hertneck


Die ganze Diskussion über Doping im Schach ist doch grotesk und überflüssig und nur Vorwand für speziell monetäre Interessen einer Kreise. 

Wie entstand sie und wem nützt sie? Dies sind die entscheidenden Fragen. Es dürfte wohl so sein, dass einige Schachfunktionäre gern an Geld für die Sportförderung kommen wollten und somit mußte Schach zu Sport erklärt werden. Einfacher wäre es zu argumentieren, dass Schach auf geistig, psychischem Gebiet zumindest das leistet, was Sport in physischer Hinsicht tut und somit ein eigenes Fördergeld beansprucht und entprechende Maßnahmen wie z. B. in östlichen Ländern seit Jahrzehnten.

Der Nutzen liegt also bei Funktionären in der Geldgewinnung und vor allem bei der "Dopingmafia", also Dopingärzten, Labors und alles was daran hängt. Für diese wird es ein Riesengeschäft, wenn sich alle Schachspieler Dopingtests unterziehen müssten. Deshalb findet jetzt auch verstärkt in den Medien, ausgehend von diesen Gruppen und sicherlich auch vom Fidepräsidenten, der seine Hände ja bei alen dubiosen Geschäften im Spiel hat,eine große Aktion statt, die Menschheit davon zu überzeugen, dass Schach ein Sport sei und die meisten fallen tatsächlich darauf herein.

 Zu allem Überfluss soll es noch als olympische Disziplin erklärt werden. Man stelle sich diesen Blödsinn einmal bildlich vor: die Sportler reisen an mit ihren Trainingsgeräten (Fußballschuhen, Hockeyschläger, Degen, Säbel, usw), bereiten sich körperlich auf die Wettkämpfe vor, wärmen sich vor den Kämpfen lange auf und erbringen dann körperliche Höchstleistungen in Laufen, Schwimmen,usw. Jeder kann sich alles gut vorstellen. Nun kommen die Schachspieler mit laptops, ruhen sich erst einmal aus, gehen gemütlich spazieren, rauchen ein Zgarettchen und trinken ein Bier, vor den Runden legen sie sich erst einmal 1 Stündchen hin, um sich bei dem anschließenden fünf- oder sechsstündigen Sitzen nicht zu überanstrengen.

Jeder normale Mensch, der sich dies einmal vorstellt, wird doch jeden für verrückt erklären müssen, der Schach für Sport hält. So wird Schach auch schon immer als Gegenteil von Sport in allen Bevölkerungsschichten und allen Ländern angesehen. Jeden den man fragt, ob Schach ein Sport sei und der nicht mit der verwirrenden manipulativen Diskussion vertraut ist, wird lachen und klar nein sagen .

Selbst GM betreiben Sport wie Fußball, Tischtennis, Joggen, usw als Ausgleich für ihre sitzende antisportliche Tätigkeit, um fit zu bleiben für ihre schweren geistigen Anstrengungen, die selbstverständlich auch Auswirkungen auf den Körper haben und daher eine gewisse körperliche Kondition erfordern. Dies trifft aber auch z.B. auf Managertätigkeit zu oder auf jemanden der längere Zeit geistig arbeitet, vielleicht stundenlang Kreuzworträtsel löst, was ja auch als "Denksport" bezeichnet wird. Auch langes Computerspielen strengt körperlich an. Niemand käme auf die Idee, hier von Sport zu sprechen.

Primär wird beim Schach der Geist und die Psyche gefordert, die im Körper starke Ermüdungserscheinungen auslösen. Umgekehrt lösen starke körperlich Anstrengungen auch psychische Erschöpfung aus und Sportler sind oft nach starken körperlichen Belastungen wochenlang ausgebrannt und leiden teilweise sogar unter Depressionen und Antriebslosigkeit.

Mein Aufruf an alle Verantwortlichen für diesen Unsinn: bitte denkt nach und lasst uns Schachspieler ganz einfach wieder Schachspielen und dies ohne Verdruss genießen wie schon seit hunderten von Jahren. Schach ist wirklich ein wunderbares Spiel, das schon viele Freude und Freunde geschaffen hat und sollte nicht durch die Profitgier gewisser einflußreicher Leute im "Schachestablishment" in Mißkredit gebracht werden und uns die Lust, Freude und Laune daran nehmen. Schach ist definitiv kein Sport im korrekten Sinne der Bedeutung des Worte Sport.

Klaus Künitz


Auch ich möchte mich an der Diskussion „Doping im Schach“ beteiligen und auf einen Bereich aufmerksam machen, der m.E. bisher noch zu kurz gekommen ist, durch die Ausführungen von Herrn Balló u.U. aber eine gewisse Brisanz beinhaltet: Die Kontrollierbarkeit des Sportlers!

In einem zweiten Abschnitt möchte ich den Themenkomplex „Verweigerung einer Dopingkontrolle“ anhand von Fragen an den DSB näher beleuchten.

Zu 1.) Kontrollierbarkeit des Sportlers/Spielers
Wie bitte stellt sich der DSB die Kontrollierbarkeit von 100.000 Sportlern vor? Sollen alle Spieler, die an Mannschaftswettbewerben teilnehmen, ein entsprechendes Tagebuch führen und Auslandsreisen anmelden? Wie viele Sportler machen sich dann durch ihre Anmeldungen verdächtig, da diese evtl. sehr kurzfristig erfolgt sind? Hat hier überhaupt irgendjemand daran gedacht, dass es hier nicht um Sportler, sondern um Amateurspieler geht, die „nebenbei“ auch einen Beruf haben und u.U. extrem kurzfristig auf Auslandsreise gehen müssen (oh, das ist kein Trainingslager!)?

Wie kann es angehen, dass sich keiner im DLV für meine Reisetätigkeit interessiert, obwohl ich an offiziellen (Lauf-)Veranstaltungen bis hin zum Marathon teilnehme, mir jedoch nun gemäß der Zusammenfassung von Herrn Balló eben exakt eine solche Pflicht durch meine Teilnahme an Mannschaftskämpfen beim Schach droht?

Entweder wird hier auf Chessbase (von wem auch immer) ein riesiger Popanz aufgebauscht, hinter dem nichts, aber auch rein gar nichts steht und auch nichts stehen kann. Oder der DSB verpflichtet sich hier in lächerlicher Weise zu einer Vorgehensweise, die nicht einmal in den von Doping bedrohten (oder soll man sagen „verseuchten“?) Sportarten durchgeführt wird.

Daher bitte ich hier um konkrete Aufklärung seitens des DSB (Herren Balló, Bedau, …):

1.) Wer ist mit der Personengruppe gemeint, für die Herr Bedau eine Kontrollschlüssel von 0,3 zugestanden hat? Die Gruppe derjenigen Sportler, mit denen Einzelvereinbarungen getroffen wurden oder alle Spieler, die an Mannschaftskämpfen teilnehmen? Eben nur für diejenige Gruppe (so jedenfalls mein bisheriger Informationsstand) ist die Kontrollierbarkeit außerhalb des Wettkampfes überhaupt relevant.
2.) Wie will der DSB die Kontrollierbarkeit von Amateurspielern handhaben?
3.) Ist es notwendig, dass ich als Schachspieler in Zukunft meine Reisetätigkeit anmelden muss? Wenn ja, ab welcher Liga? Muss ich mit einer Sperre rechnen, wenn ich die üblichen Vorwarnzeiten regelmäßig NICHT einhalte?
4.) Gibt es für unangemeldete bzw. sehr kurzfristig angesetzte (Auslands-)Reisen ebenfalls eine „Standard-Entschuldigung“, die ich mitführen oder dem DSB in regelmäßigen Abständen vorlegen muss – sozusagen analog der vom Arzt ausgestellten Atteste für Krankheiten, die die Einnahme von Dopingmitteln erlauben – erstellt durch meinen Arbeitgeber? Darf sich ein Selbständiger diese Entschuldigung dann selbst erstellen? In welchen Statuten ist das geregelt?

Ich hoffe, die Fragen 2.) – 4.) sind aufgrund der „richtigen“ Antwort auf Frage 1.) irrelevant.

Zu 2.) Verweigerung von Dopingkontrollen
Bisher habe ich für mich die Frage nach Dopingtests wie folgt beantwortet:
So unangenehm Dopingkontrollen sein mögen, wenn ich als Amateur an entsprechenden Veranstaltungen teilnehme, muss ich damit rechnen, dass ich kontrolliert werde, wenn ich das nicht will, muss ich den Veranstaltungen fern bleiben. Soweit ich mich auf DLV-Veranstaltungen befinde, habe ich mich damit abgefunden.

Dies erscheint mir jedoch für Veranstaltungen des DSB eher fragwürdig:
Warum soll ich mich einem Dopingtest unterziehen, wenn Herr Ivanchuk als Profi (!!) diesen auf einer Olympiade (!!!) UNGESTRAFT (!!!!) verweigern darf und sich darüber nicht einmal irgendjemand in der FIDE aufregt? Veranstalter war doch der DSB, oder? Welche Maßnahmen hat der DSB bisher unternommen:

Ist Herr Ivanchuk von jeglichen Veranstaltungen des DSB in Zukunft ausgeschlossen?
In wie fern haben Sie bisher Druck auf die FIDE ausgeübt, Herrn Ivanchuk zu sperren?
Wie stehen Sie nun zu Turnieren mit Teilnahme von deutschen Spielern, an denen auch Herr Ivanchuk starten wird?
Wie stehen Sie zu Spielern, die an Turnieren teilgenommen haben oder teilnehmen werden, an denen auch Herr Ivanchuk NACH
seiner verweigerten Dopingprobe teilgenommen hat oder teilnehmen wird? Dürfen diese in Zukunft noch an Veranstaltungen des
DSB teilnehmen?

Die Antworten auf diese Fragen stellen m.E. einen Lackmustest für Ihre Ernsthaftigkeit (und Sinnhaftigkeit) bei der Einführung von Dopingproben dar. Keine Antwort ist auch eine Antwort! Nehmen Sie Stellung! Nur eines Vorweg: Ein Rückzug auf rechtliche Winkelzüge der Art „anderer Verband“, „keine Einflußnahme möglich“, „keine rechtliche Verpflichtung gg. BMI“, „war doch vor dem 1.1.2009 und somit für Deutschland nicht relevant“, … wird Sie zumindest moralisch (evtl. auch rechtlich - zumindest vor einem Zivilgericht – aber das mögen Anwälte beurteilen) in eine äußerst schwierige Situation bringen, wenn Sie Dopingverweigerer bei Amateurveranstaltungen sperren wollen.

Jürgen Feiler
 


Nicht die Wirksamkeit von Intelligenzpillen u.ä. muss bewiesen werden, um Doping zu verbieten, sondern die schädlichen Nebenwirkung. Nur die negativen Auswirkungen können ein Verbot rechtfertigen, nicht die positiven.

Christian Vogel


In der Diskussion scheint mir eine gewisse Einigkeit darüber zu herrschen, dass aktuell kein Weg des Doping bekannt ist, der über längere Zeit funktioniert. Vor diesem Hintergrund stellt sich mir nicht die Frage danach, ob die Fairness sichernde Dopingkontrollen gemacht werden sollen, es stellt sich mir die Frage, ob ich Kontrollen über mich ergehen lassen will, die sinnlos sind. Mit anderen Worten: Kontrollen darauf hin, ob ich elektronische Hilfsmittel nutze, lasse ich mir gerne gefallen, sie sind ein Beitrag zur Fairness im Schach. Weder die NADA, noch der DSB oder gar der DOSB haben zur Zeit irgend eine Idee, wonach sie bei Schachspielern suchen wollen. Ändert sich das, dann bin ich gerne bereit, mich kontrollieren zu lassen.

In diesem Sinn muss ich auch Herrn Bastian entgegenhalten, dass weniger die Verweigerung das Thema ist, als vielmehr die Frage danach, ob eine Alternative zu etwas sinnlosem überhaupt gesucht werden muss. Nicht diejenigen sind in der Bringschuld, die nachfragen, ob hier das geprüft wird, was Sinn macht, sondern die, die sagen, dass auf diesem Weg betrogen wird sollten zumindest in der Lage sein, auch nur ein Beispiel anzugeben, wie sie diesen Betrug aufdecken wollen, wie der Betrug überhaupt durchgeführt werden könnte. Ändert sich das, haben also die ehrlichen Spieler die Gefahr vor Augen, Partien aufgrund von Doping statt spielerischer Leistung zu verlieren, so ändert sich mit Sicherheit auch die Akzeptanz der Kontrollen.

Solange dem aber nicht so ist, ist die Dopingkontrolle nicht mehr als ein grundloser Eingriff in meine Persönlichkeitsrechte.

Ralph Ottenburg


Mit einiger Verwunderung nehme ich zur Kenntnis, dass selbst Mediziner bestreiten, dass beim Schachwettkampf durch Medikamente Einfluss auf die Leistungsfähigkeit genommen werden kann. Es dürfte einsichtig sein, dass zu einem erfolgreichen Spiel/Schachwettkampf auch physische und psychische Stärke gehören, die durch die Einnahme von Hilfsmitteln günstig im Sinne des Schachspielers beeinflusst werden können.

So betrachtet macht eine Dopingkontrolle Sinn.

Auf der anderen Seite wird ein Schachspieler jedoch seine eigentliche Schachleistungsfähigkeit hierdurch nicht steigern können. Noch gibt es keine Tabletten, die einem Wissen in Eröffnung, Mittelspiel oder Endspiel verschaffen.Insoweit unterscheidet sich Doping beim Schach wesentlich von anderen Sportarten, bei denen unmittelbar die Leistungsfähigkeit im ausgeübten Sport gesteigert wird und damit der gedopte Sportler verdeckt, dass er eigentlich schlechter als der ungedopte Kollege ist. Durch Doping wird ein mittelmäßiger Schachspieler nicht besser als ein besser ausgebildeter oder begabterer Spieler.

So betrachtet ist m.E. schlicht pragmatisch abzuwägen, ob man hinnehmen will, dass ein Schachspieler keinen Leistungsverlust durch Erschöpfung/Nervosität o.ä. erleidet - also mit Hilfsmitteln seine volle Spielstärke bewahren kann  - oder ob der durch Verbot bedingte Leistungsverlust ein so wesentlicher Teil des Schachwettkampfes ist,  dass es im Sinne der Gerechtigkeit unerträglich  wäre, diese Hilfe zu dulden.

An dieser Stelle neige ich bereits dazu, dass im Vordergrund die schachliche Stärke stehen sollte - also vernachlässigt werden kann, ob jemand Wachmacher oder Beruhigungsmittel nimmt.

Ein weiteres Argument gegen Dopingproben sind die Bedeutung und die finanzielle Situation des Schachs. Dopingproben kosten bekanntlich Geld und verursachen Umstände.

Sollen tatsächlich nach Bundesligakämpfen mit weniger als 10 Zuschauern ( so am vorletzten Spieltag an beiden Tagen in Dresden erlebt), Ärzte oder sonstiges Hilfpersonal bestellt werden, die Urinproben nehmen? Muss dann demnächst die Rückreise so gebucht werden, dass ein Spieler nach der Höchstspielzeit noch 2 Stunden für eine Dopingprobe besitzt. Muss der Heimverein in Zukunft noch in den Etat die Kosten der Dopingproben einplanen - bei einer Liga, für die sich mutmaßlich nur in tausenden zu zählende Liebhaber interessieren.

Eine lächerliche Vorstellung !

So betrachtet gibt es gleich eine Vielzahl von Argumenten gegen Dopingproben im Schach. Da spielt es dann auch keine Rolle mehr, dass sowieso keine reale Chance besteht, dass Schach olympisch wird.

Dr. Hans Joachim Schneider


Mir wird in der jetzigen Diskussion das Doping zu sehr als Kavaliersdelikt dargestellt, als ob es da nur um Fairness, was ja ein sehr relativer Begriff ist, gehen würde. Für viel wichtiger halte ich aber die Gesundheitlichen Gefahren.

Als ich im Sommer ein Thema für meine C-Trainer-Arbeit gewählt habe, hätte da um ein Haar nicht "Bauernstrukturen" sondern "Doping und Drogen unter besonderer Beachtung des Schachs" gewählt. Wegen des Aufwandes und weil ich ja nicht immer auffallen muss, wurde letzteres verworfen. Es hätte jede Menge Zeit für Recherche und Interviews bedeutet, obwohl ich sicher eine Menge Sozialarbeiter, Ärzte und sogar Sportwissenschaftler kenne, ich also wahrlich nicht bei 0 gestartet wäre. Ich bitte, meine vielen unbewiesenen Behauptungen zu entschuldigen, hoffe aber, dass ich diese umgangssprachlich markiert habe.

Einige Gedanken

Der wissenschaftliche Ansatz wäre gewesen, dass der Körper über Hormone gesteuert wird. Das bedeutet, dass zu jedem hormonellen Stellrad im Körper mindestens ein Hemmer und ein Aktivator existiert somit ein Gleichgewicht existiert. Die meisten Doping- und Drogensubstanzen verändern dieses Gleichgewicht, sorgen also für eine Hormon(-gleichgewichts-)verschiebung. Ich hätte mich in der Arbeit auf diesen Aspekt beschränkt und hätte andere Wirkmechanismen nicht weiter untersucht. Beispielsweise hätte ich nicht recherchiert, ob das gezielte Ausschalten von neuronalen Funktionen durch niedrig dosierte Gifte wie Alkohol oder bestimmte Kräuter und Pilze im Endeffekt auch auf Hormonverschiebungen projiziert werden könnte (wahrscheinlich nicht).

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Körper von selbst in der Lage ist, ein vernünftiges Gleichgewicht zu wählen. Und weil eine gute Leistungsfähigkeit des Gehirns sicherlich ein evolutionärer Vorteil ist, muss es schwerwiegende Gründe geben, warum wir nicht noch besser denken können.

Meine Vermutung ist, dass wer an diesen Gleichgewichten herumschraubt, ähnlich wie ein zu ehrgeiziger Autotuner eine Schädigung des Mototor bzw. Denkorganes riskiert. Zusätzlich würde bei regelmäßiger Dopingeinnahme das Hormongleichgewicht beim Absetzen unweigerlich in die andere Richtung pendeln.

Entsprechend hätte ich mir in der Arbeit herausgenommen, GM Timman für seine Aussage zu kritisieren, dass er "intelligenter machende Mittel" sofort nehmen würde. Beispiele von Hormonverschiebungsmissbrauch in anderen Sportarten sind schlimm genug. Ob es ehemalige DDR-Athletinnen mit männlichen Körpern und Nierenversagen sind oder tot zusammengebrochene aufgeputschte Radsportler in den 60ern und 70ern. Ein nicht ganz so dramatisches ober sehr wohl abschreckendes Beispiel sind manche Fussballer der 80er Jahre. Durch Captagon waren die Spieler 90 Minuten aggressiv und nicht müde zu bekommen. Die Müdigkeit haben die dann die nächsten Tage über nachgeholt und trotzdem wurde dadurch sicherlich auch der Körper geschädigt. Ein recht harmloses Beispiel sind Lightprodukte, die natürlich auch zur Insulinproduktion anregen und damit auf längere Sicht zu Eßstörungen führen können.

Im Schach kann ich mir 3 Bereiche vorstellen, in denen man eventuell Nachhelfen könnte.

Anregung der Aktivierung bzw. Neubildung von Gehirnzellen

Ich habe Artikel gelesen, in denen davon ausgegangen wird, dass auch Gehirnzellen nachwachsen und gehe inzwischen auch selbst davon aus. Eine Wachstumsstimulation sollte auf alle Fälle das Krebsrisiko steigern, aber auch Wesensveränderungen durch seelische Krankheiten kann ich mir bei einem solchen Eingriff (Aktivirung oder Neubildung) ins Gehirn gut vorstellen.

Depressionen bis hin zur Schizophrenie oder geistige Umnachtung für ein paar Elopunkte riskieren? Ein grauenhafter Gedanke.

Steigerung der Aufmerksamkeit - das Gegenteil von Betablockern

Normalerweise arbeiten alle Organe, auch das Gehirn, weit unterhalb der möglichen Kapzität. Eine Eigenschaft von guten Sportlern war es von jeher, im entscheidenden Moment mehr abrufen zu können. In außergewöhnlichen Situationen, z.B. Notsituationen, ist jeder Körper leistungsfähiger.

Diesen Modus im Sport künstlich zu unterdrücken kann nicht gut sein. Es geht also darum, den Puls nicht künstlich wieder auf 120 oder gar 80 zurückzufahren, sondern einen leistungsfähigen Körper zu haben, der mit einem Puls von 160 oder gar 180 eine bestimmte Zeit umgehen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass es Mittel gibt, die bei der Adrenalinausschüttung im richtigen Moment helfen. Hier sollte auf alle Fälle manipuliert werden können, dass man künstlich aufmerksamer ist.

Steigerung der Kondition

Ich habe es selbst schon hinter mir, dass ich eine gewonnene Stellung nicht nach Hause gespielt habe, weil ich konditionell abgebaut habe. Meinen Gegnern ist das natürlich auch schon passiert, dass die nach 4 Stunden regelrecht kollabiert sind.

Mir fallen dabei zuerst 2 verdächtige Größen, die bei Mangel die Leistungsfähigkeit herabsetzen und die in fast jeder Sportart wichtig sind.

Sauerstoff und Glukose. Sinkt der Sauerstoffgehalt, findet keine saubere Verbrennung der Glukose mehr statt, habe ich irgendwann mal gehört. Sollte dies ein Problem darstellen, könnte sogar EPO ein Mittel sein. Bei einem halbwegs trainierten Menschen sollte aber die Sauerstoffaufnahme nicht das schwächte Glied der Kette sein. Trotz allem hat man während einer Schachpartie erhöhte Atemaktivität.

Bei der langen Zeit, die das Gehirn mit Energie versorgt werden muss, kann ich mir natürlich gut vorstellen, dass man da manipulieren kann. Aber ich vermute, dass auch hier kein Flaschenhals vorhanden sein muss. Ein gut verstandener und trainierter Stoffwechseprozeß sollte in der Lage sein, genug Energie bereitzustellen. Ein interessanter Anfang könnte z.B. hier liegen (man beachte den ersten Satz :-) ): http://www.dr-moosburger.at/pub/pub023.pdf

Dann bleibt als Flaschenhals also doch nur das Gehirn (als beanspruchter Muskel) mit seinen anderen "Verbrauchsmaterialien". Sofern es Substanzen gibt, die der Körper selbst bilden muss, wäre auch hier das Anstoßen der Produktion durch das entsprechende Hormon denkbar. Man kann aber sicherlich durch normales Training von Geist und Körper mit einfacher Nährstoffzuführung, was ja legal ist und bleibt, auch ein sehr hohes Niveu erreichen.

Ausblick

Ich hoffe, dass das Thema Doping demnächst etwas negativer dargestellt wird.

Jeder Mensch, der aus gesundheitlichen Gründen auf Hormonpräparate angewiesen ist und sich damit beschäftigt hat, würde bestimmt gerne darauf verzichten.

Und dann gibt es Leute, die sowas freiwillig ohne Grund nehmen. Sowas sollte auf keinem Fall gesellschaftlich akzeptiert sein.

Dass man Dopingkontrollen trotzdem auf einem vernünftigen durchdachten Niveau halten sollte, möchte ich auch noch erwähnen. Um Manipulationen mit Fremd- oder älterem Eigenurin zu vermeiden, müssen die Genitalien bei einer Dopingkontrolle weiträumig freigelegt werden die Sportler werden beim Pinkeln natürlich beobachtet. Das ist schon für Leichtathleten, die meist auch modeln könnten, ein sehr unangenehmer Vorgang. Was soll da ein Mann oder eine Frau mit etwas Übergewicht und 40 Lenzen sagen?

Ein durchdachtes Konzept, das Kontrollen nicht ausufern lässt, nur um dem IOC zu gefallen, ist gefragt. Aber Kontrollen und gesellschaftliche Ächtung von Doping müssen meiner Ansicht nach sein.

Falk Petigk


Eine Immergrüne, gespielt in Sperrejahren?

Vor der Analyse ein Gefühlsausbruch:

Pharmakonzerne, freut euch nicht zu früh! Wahre Meisterinnen und Meister werden sich zur Leistungssteigerung weder Eigenblut spritzen noch ambivalent wirkende Stoffe einnehmen. Eher meiden sie künftig Verbrennungsmotoren und Feinstaub, als dass sie den Versprechen des Neuro-Enhancing trauen.

Jene Organisatoren, die ohne Verständigung mit den Aktiven, ja selbst ohne hinreichende Klärung praktischer und juristischer Fragen die Dopingkontrolle ins Schachleben einführen, möchte man an den Schultern packen und durchrütteln: Welcher Teufel hat euch geritten? Statt der Öffentlichkeit das Wesen des Schachs näher zu bringen, unterstellt ihr ohne Anlass eine reale Gefahr des Wirkstoffbetrugs im Schachwettkampf und setzt die Würde eines Kulturzweigs aufs Spiel! Und dann dreht einer von euch den Spieß um, spricht von gesellschaftlichem Interesse und unterstellt Kritikern Individualismus! Dies auch gegenüber einem so verdienstvollen Angehörigen des Deutschen Schachbundes wie Großmeister Hübner, der auf einen gefährlichen Prozess in der Gesellschaft aufmerksam macht. (Zumindest er darf eine Entschuldigung erwarten.) Vielleicht das Erstaunlichste angesichts eines historischen Einschnittes: Obwohl die Dopingkontrolle Anfang 2009 einsetzen soll, erhält die Schachwelt bisher keine Erklärung zum Beschluss der jüngsten Hauptversammlung:

Wer hat ihn gefordert? Wie wird er begründet? Welche Vorstellungen vom Schach liegen ihm zugrunde?

Wurden Hirnforscher und Ärzte konsultiert?

Geriet der DSB in eine (vermeintliche) sportpolitische Zwangslage?

Welche Argumente wurden auf der Hauptversammlung ausgetauscht?

Welchen Aktivenkreis soll die Kontrolle betreffen? Wie weit greift sie in den Lebens- und Arbeitsrhythmus und die Privatsphäre ein? Welche Strafe ist im Fall verweigerter Unterwerfung vorgesehen? Wie ist zu verhindern, dass sich abstrakte Rechtsprechung in Unrecht verkehrt?

Nun besorgt, aber ohne Zorn zur Sache.

1. Athletensport, Schach und die Olympischen Spiele

Wenn ich es richtig verstehe, steht der DSB-Beschluss im Zusammenhang mit dem Bestreben der gegenwärtigen FIDE-Führung, Schach zum Bestandteil der Olympischen Sommerspiele zu machen. Unklar ist, inwieweit der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) angesichts seiner Definition von Sport, die Schach ausschließt, diesen Wunsch unterstützt. Wenn sich der IOC-Präsident, wie zu hören ist, distanziert verhält, so meines Erachtens keineswegs nur aus organisatorischen Gründen. Möglicherweise ist er mit Schach gut vertraut und achtet seine eigenständigen Traditionen. Mit Sicherheit aber versteht Jacques Rogge, dass Schachkämpfe eine andere Art des Kontaktes mit dem Publikum verlangen als athletische Wettbewerbe. Da Schach ein viel tieferes, angestrengteres und anhaltenderes Mitdenken fordert, eignet es sich wenig für bloßes Zuschauen und Schau-Berichterstattung. Es mag durchaus interessant sein, die äußeren Regungen der Partner am Brett zu beobachten. Entscheidend aber ist nun einmal das Unsichtbare, das sich in ihren Köpfen abspielt und als Resultat in der Figurenbewegung hervorscheint. Dieses äußerlich nicht allzu reizvolle Geschehen bietet dem IOC kaum Chancen, den Vermarktungsgewinn der Olympischen Spiele weiter zu steigern. Wenn die FIDE und angeschlossene Verbände dennoch mit der Einführung von Dopingkontrollen Schach als reif für die Sommerspiele erscheinen lassen möchten, so ist das mit großer Wahrscheinlichkeit vergebliche Mühe.

Umso mehr, als Athletensport und Schach unterschiedlichen Sinn haben. Dabei geht es keineswegs nur um die verschiedene Gewichtung des körperlichen Einsatzes (auch beim Schachkampf arbeitet der gesamte Organismus mit).

Leicht- und Schwerathleten vollbringen außergewöhnliche Leistungen. Im Beifall für ihre Rekorde feiert sich die Menschheit: Da unsere Fähigkeiten in vielerlei Hinsicht den Möglichkeiten anderer Lebewesen nachstehen, stärken grenzüberschreitende athletische Triumphe unser Selbstbewusstsein. Diese Taten wie auch Leistungen in anderen athletischen Disziplinen (vielleicht mit Ausnahme von Ansätzen der ballettnahen Eislaufkür) bedeuten allerdings nicht, dass der Athletensport bleibende Werke schafft – man lese bitte nicht: Werte.

Wenn Siegbert Tarrasch feststellte: „Der eigentliche, feinste Reiz des Schachspiels liegt darin, dass man dabei geistig produktiv ist“, so ist dieses Produktiv-Sein wörtlich zu nehmen. Schachmeister schaffen Werke. Zug um Zug verzahnen die miteinander kämpfenden Partner ihre Argumente zu einem reproduzierbaren Ganzen. (In seinem schachlichen Testament „Wie Wanja Meister wurde“ vergleicht Emanuel Lasker das Schachspiel mit dem Redestreit.) Das Werk kann zu „Abfall“ geraten. Aber oft erweist es sich, ungeschädigt von Blackouts, für tausende oder Millionen Menschen als nachspielenswert. Und in Sternstunden entstehen Meisterstücke, die noch Jahrhunderte später Genuss bereiten und begeistern, seien es Shortstorys oder Dramen in fünf Akten.

Man mag gewisse Analogien zwischen Schach und athletischen Zweikampf-Sportarten (Boxen, Ringen) oder Mannschaftsspielen bemerken; Fussballreporter sprechen von „Rochade“ und fälschlich von „Rasenschach“; man kennt den „Angriff auf beiden Flanken“ und den „Durchbruch im Zentrum“ nicht nur beim Schach. Aber die Gemeinsamkeiten berühren nicht den Wesenskern des Schachs. Sein werkschaffender Aspekt warf bekanntlich sogar urheberrechtliche Fragen auf – siehe die erwähnte Erzählung Laskers und Anläufe Hübners. Beim Athletensport war davon nie die Rede; hier ist offenbar der Spielraum für Schöpfertum begrenzter. (Am weitesten gespannt ist er wohl beim Turnen und bei Künstlerischer Gymnastik. Bei Ball- und Puckspielen erscheint er manchem ungeachtet von Trainerintelligenz und Spielwitz nervend eng.)

Mit dem werkschaffenden Charakter des Schachs ist eine weitere Besonderheit verbunden. Wie Athleten trainieren auch Schachmeisterinnen und -meister vor dem Wettkampf. Aber sie tun mehr: sie forschen. Sie erschließen ständig neue Wege der Auseinandersetzung auf den 64 Feldern – ein Ende ist vorerst nicht abzusehen. Sie suchen Initiative versprechende Ideen für Eröffnung und Mittelspiel und lösen ungeklärte Endspielfragen. Falls sportartspezifische Forschung das Training der Athleten begleitet, so ist der Sportler hieran nicht unbedingt persönlich beteiligt. Der ernsthafte Schachkämpfer befindet sich hingegen in einem unablässigen Erkundungs- und Schöpfungsprozess, annähernd vergleichbar mit dem Schaffensprozess eines Schriftstellers oder der Arbeit des Wissenschaftlers. Dabei ist es zweitrangig, ob sich ein Großmeister auf Computer und Helfer stützt – ohne eigenes Schöpfertum keine stimulierende Freude und kein dauerhafter Erfolg.

(Dass neben das beschriebene Erkunden – Hübner nennt es Problemlösen – in einem entwickelten Land philosophische, kulturhistorische, pädagogische, trainingsmethodische und medizinische Schachforschung tritt, versteht sich. Einen Einblick gewährte in den 80er und 90er Jahren die Rubrik „Schachakademie“ der Zeitschrift „Schach“.)

Fazit: Schachspieler und Athleten (weibliche Wortformen mitgedacht) mögen sich im Olympischen Dorf gut vertragen, ein enges Beieinander beim Wettkampf aber brächte vermutlich keiner Seite Gewinn. Auch dem Publikum nicht. Der Sinn ihrer Betätigung und ihre Beziehung zum Publikum sind zu verschieden – sie leben nicht auf demselben Stern und atmen nicht dieselbe Atmosphäre.

2. Ist Schach Sport?

Auf einem anderen Blatt steht die Frage, ob Schach Sport ist. Sie erledigt sich natürlich nicht mit dem Verweis auf die DOSB-Definition. Mir gibt zu denken, dass Lasker im erwähnten „Testament“ zu Schachfragen das Wort „Sport“ lediglich im Kontext mit Athletik und einer Moskauer Örtlichkeit verwendet. Dennoch: Da „Sport“ auch schlicht ein System von Wettkämpfen bedeutet, habe ich mich bisher durchaus (auch) als „Schachsportler“ gefühlt und ansatzweise entsprechend zu leben versucht.

Jacques Mieses sah im Schach „nur dem Namen nach ein Spiel“: „in der Bedeutung seines geistigen Inhalts ... erhebt es sich zur Höhe künstlerischer Betätigung.“ Er begründete dies ähnlich wie Botwinnik im Essay „Ist Schach eine Kunst?“, die den Gegenstand der (angenommenen) Schachkunst zu bestimmen suchte. Zugleich betonte Mieses:

„Nun hat das Schachspiel noch eine zweite Seite, und zwar eine solche, die mit der Kunst gar nichts zu tun hat. Das Schach ist ein Kampfspiel; es gilt, einen Gegner zu besiegen, und dieser Kampf muss natürlich durch gewisse Gesetze und Vorschriften geregelt sein. Die Kämpfe der Schachmeister in der modernen Form der Turniere und Matche haben daher notwendigerweise einen durchaus sportlichen Charakter angenommen. Der Künstler kann arbeiten, wann und solange er dazu aufgelegt ist. Der Schachmeister muß, gleichgiltig, ob in guter oder schlechter Verfassung, am festgelegten Tag antreten und die ganze Partie hindurch in jeder Stunde eine vorgeschriebene Anzahl von Zügen machen. Und wird er eher müde als sein Gegner, so beweist dies nur, dass er weniger ,Stehvermögen’ als dieser besitzt, also sportlich der Schwächere ist. Mit einem Wort: Das Schachspiel stellt eine Vereinigung von Kunst und Geistessport dar.“ (Der hier zitierte, nach wie vor aktuelle Artikel „Amateur und Berufsspieler im Schach“ ist nachlesbar bei H. Wieteck: Meister Mieses. [...] Ludwigshafen 1993.)

Aus dieser Sicht verdient Schach Sportförderung, und dies selbstverständlich auch dann, wenn es seine eigene „Olympiade" behält.

3. Müsste der Schachspieler gegnerische Stimulation fürchten?

Bleibt noch die interessante Frage Robert Hübners: Muss ich es als unsportlich, als Erschleichung eines unzulässigen Vorteils ansehen, wenn sich der Gegner in möglichst gute Verfassung bringt? Er verneint die Frage, weil es ihm um die Qualität der Partie zu tun ist und er aus ihr lernen möchte.

Ich stimme ihm zu, vorausgesetzt, die benutzten Mittel und Verfahren dienen dauerhaft der Gesundheit. Enhancer dürften kaum hierzu gehören. Wer sich’s leisten kann, nimmt wie Kasparow Kaviar. Die Hauptsache ist freilich zurzeit, das Übel verbrauchter Luft in Wettkampfstätten zu beenden. Wohlklimatisierte, augenfreundliche Schach-Kulturhäuser in Deutschland, für Jung und Alt, Amateure wie Berufsspieler, Mannschaftskämpfe und Turniere, für Außenstellen der Schachakademie und für Foren zu Verbandsbeschlüssen – wäre das nicht eine Idee fürs Krisenprogramm der Regierung?

Zum Schluss ein Gruß von Leipzig nach Österreich. Vielleicht, liebe Frau Galambfaly, wird dereinst ein Vermerk zu einem Partieabdruck an den Beginn des 21. Jahrhunderts erinnern:

„Eine immergrüne Partie, gespielt in Sperrejahren“.

Viel Freude am Schach in kafkaesker Zeit! Das Spielen kann man ja niemandem verbieten, und einer „Sauberen“ schon gar nicht!

Dr. Gottfried Braun
Deutscher Seniorenmeister 1995


„Olympia mit Schach – Schach mit Dopingkontrollen?“ so betitelte ich in SACHSENSPORT Nr. 02/2002 Teil 2 einer dreiteiligen Artikelserie in Vorbereitung auf den Jubiläumskongress des DSB 125 Jahre nach dessen Gründung 1877 in Leipzig.

Doping im Schach hatte ich dabei eigentlich mehr als publikumswirksames Kuriosum mit eingefügt, ohne im mindesten zu ahnen, dass es sich zu einem wirklich ernsten Problem ausweiten könnte, noch nachdem alle Olympia-Illusionen zerstoben sind. Letztere haben mit der Unterwerfung der FIDE unter die Doping-Regularien des IOC für eine unliebsame Hinterlassenschaft gesorgt, die nunmehr zum Störfaktor im normalen Spielbetriebsalltag zu werden droht.
Was die mögliche Wirksamkeit von „Hirndoping“ mittels Psychopharmaka angeht, teile ich – auch in meinem besagten Artikel - den skeptischen Standpunkt von Dr. Helmut Pfleger, der eine solche bezweifelt.
Mein heutiger Beitrag zum Thema zielt jedoch in eine ganz andere Richtung: Die neuerdings immer wieder gern wiederholte Behauptung, ein wirksames Doping im Schach sei während einer Schachpartie der unerlaubte Einsatz von Computern mit leistungsfähigen Schachprogrammen bzw. der Zugriff auf deren Dateien, ist eine oberflächliche Gedankenlosigkeit. Ein einmal in die Welt gesetzter Gedanke ist bekanntlich nicht so leicht totzukriegen, wie falsch er auch sein möge. Unerheblich ist dabei auch, wie prominent derjenige war oder ist, der dafür verantwortlich zeichnet. Die Oberflächlichkeit besteht darin, das Mittel Doping mit seinem gewünschten Zweck gleichzusetzen, der in einer unfairen (aber nicht als solche erkennbaren!) Leistungssteigerung besteht.

Wohl ist es wahr, dass mit Computerhilfe während der Partie eine unfaire Leistungssteigerung erzielt werden kann, aber Doping im Sinne der körperlichen Eigenmanipulation wäre das längst noch nicht, sondern eben nur der Einsatz unerlaubter Hilfsmittel! Oder wäre es etwa Doping, wenn ein Radsportler einen miniaturisierten Hilfsmotor (z.B. auch noch mit einer unerschöpflichen Atombatterie!) ins Tretlager seines Rennrades einbauen ließe, um steile Anstiege besser bewältigen zu können? Oder wenn ein Hochspringer mit extrastarken und künstlich federnden Schuhsohlen anträte, die einen spürbaren Zugewinn an Sprunghöhe garantieren? Letzteres hat es schon gegeben, ebenso wie das verbotene Vorheizen von Schlittenkufen, aber Doping wäre das alles eben nicht, wenn auch im Wettkampf verboten, obschon als Trainingsgerät oder -methode nicht zu verbieten! Genauso wie das Nachlesen in Schachbüchern während einer Partie schon immer verboten war, zu Hause beim Training aber eher Pflicht ist.

Und hier komme ich zum Kern dieser Erkenntnis: Was im Sportwettkampf als Doping verboten ist, ist dort auch im Training verboten, daher gibt es dort eben auch Trainingskontrollen.
 
Wäre aber Computerhilfe Doping im Schach, müsste man es dann doch auch im Training verbieten! Spätestens hier merkt doch wohl der letzte Leser, dass da etwas aus dem Ruder zu laufen beginnt. Denn in der Endkonsequenz dieser absurden Gedankenkette sollte dann wohl ChessBase seine Aktivitäten lieber ganz schnell einstellen, ehe die Firma gar noch als vermeintliches oder mutmaßliches Dopinglabor im Auftrag des Schachbundes von Staatsanwälten heimgesucht wird...

Für die Qualität des Weltschachs wäre dies zwar eine Katastrophe, aber nicht für den IOC-Präsidenten und seine nationalen Erfüllungsgehilfen, sondern vielleicht sogar ein weiterer Schritt in Richtung zum angestrebten „sauberen Sport“.

Die Klarstellung und gegenseitige Abgrenzung der Begriffe Doping, Einsatz unerlaubter Hilfsmittel und unfaire Leistungssteigerung ist durchaus keine Wortklauberei, sondern dient einem sehr praktischen Zweck. Auf die Frage von Außenstehenden, ob es denn im Schach auch Doping gäbe, darf man als Schach- und Sachkundiger eben nicht mit „Na ja, wenn...“ antworten, sondern wahrheitsgemäß nur mit einem klaren „Nein! Gibt es nicht!“. Denn jegliches „Na ja, wenn ...“ oder auch „Ja, aber nur elektronisches Doping!“ würde doch nur die Fortschreibung eines für den Schachsport gefährlichen Missverständnisses bedeuten.

Solange es technisch noch nicht machbar ist, sich einen Mikrochip ins Hirn implantieren zu lassen, der für starke Schachzüge sorgt, gibt es übrigens auch noch kein „elektronisches Doping“ im Schach, möchte ich als Schlussbemerkung noch anfügen.

Burkhard Starke


Herr Gerd Lorscheid schreibt: Man sollte mit den Dopingproben bei den Senioren (WM) beginnen. Entweder ist dieser Herr ein Spaßvogel oder er meint das ernst, dann ist sein Zynismus der älteren Generation gegenüber unerträglich. Ich kenne keinen Senior (Schachspieler) in meinem Freundeskreis, der nicht gegen z.B.: Zucker, Cholesterin, Blutdruck ect. nicht irgendein Medikament nehmen muss. Die würden dann alle wegen Dopings überführt u. könnten dann ihr liebstes Hobby nicht mehr tätigen. Solchen Meinungen gehört ernstlich widersprochen.

Allen die mit Freude Schach spielen wünsche ich ein frohes Fest u. ein Prosit 2009 ohne Belästigung von Dopingjägern.

Hubert Koller


Mit einen Lächeln auf dem Gesicht lese ich die ganzen Beträge zum Thema Doping und Schach. Hexenjagd? Man weiss nicht ob man lachen oder weinen soll. Denn ich sehe das Problem nicht, wenn doch keiner Dopingsubstanzen im Schach braucht, warum hat er dann Angst vor Kontrollen? Schach will als Sport anerkannt werden, dann sollen sich diese "Sportler" doch bitte auch als solche sehen und verstehen und nicht sofort eine Extrawurst gebraten bekommen wollen! 

Witzig finde ich auch folgendens :

"Auch der Fall Ivanchuk sei kurios. Der Ukrainer wurde zur Dopingkontrolle eingeladen, nachdem er gerade eine Partie verloren hatte. "Was wollte man ihm beweisen?", fragt Gerd Lorscheid."

Dann frag ich einfach mal zurück wie viele Silber-, Bronze- oder "keine"- Medaillengewinner schon gedopt erwischt wurden? Doping ist keine Sieggarantie, da hat der Herr Lorscheid wohl was falsch verstanden.

Jonas Hoffmann


In diesem Punkt möchte ich mich der Meinung von Ludger Keitlinghaus anschließen, und somit Dopingkontrollen im Schach eindeutig befürworten. Nur weil im Schach bisher, zumindest konnte es nicht nachgewiesen werden, kein Gebrauch davon gemacht wurde, ist diese Maßnahme nicht sinnlos.

Das Beispiel Kramnik macht gesamte Problematik, auch hinsichtlich der Defintion von Herrn Dr. Hübner deutlich. In der 5. Partie der WM 2008 unterläuft besagtem Kramnik mit 29. Sxd4 ein für einen Spieler von 2700+ grober Rechenfehler, der auch von einem Kramnik-Befürworter Jan Gustafsson, kritisiert wurde.  Sollte nicht nur dieser Fehler sondern auch die meisten Patzer von Spielern mit einer ELO-Zahl über 2500 auf physische Schwächen zurückzuführen sein, so beweist dies zum einen, dass hier Doping im Gegensatz zum Radsport nicht zur Anwendung kam, zum anderen dass bei Schachspielern erhebliche physische Defizite bestehen (Laktat-Werte), die zu Fehlern wie in der 5. Partie der WM 2008 führen. Anands Verlustpartie bei der WM 2008 ist der gleichen Kategorie zuzuordnen.


Vergleicht man vor diesem Hintergrund den WM-Kampf 2008, mit nachfolgender Vertragsauflösung Kramniks mit seinem Manager (vielleicht wegen Bonn als Austragungsort), mit dem WM-Kampf Kramnik-Topalov, so muss hier unter Hübnerschen Dopingdefinition (elektronisches Doping, sprich Zuhilfenahme von Computern) der Fall vielleicht einer erneuten Betrachtung unterzogen werden. Denn ist Bonn geriet Kramnik bereits nach 6 Partien mit 0:3 in Rückstand und machte während des gesamten Wettkampfs einen nahezu hilflosen Eindruck, obwohl von den meisten Experten ein ausgeglichener Wettkampf erwartet wurde. In Elista gegen Topalov sah es hingegen ganz anders aus, da nahm Kramnik sogar einen kampflosen Verlust in Kauf.


Deshalb komme ich zu dem Ergebnis, dass die physischen Aspekte im Schach eine größere Beachtung verdienen sollten, auch wenn die meisten Schachspieler dies bisher dies bisher verneinen werden. Hier liegt ein Potential brach das bisher nicht ausgeschöpft wurde, obwohl der DSB dies in seinem RTP ausdrücklich erwähnt, da dort von Ausgleichssport die Rede ist.

Vielleicht sollte man statt Dopingproben die Laktate-Werte von Schachbundesligaspielern nehmen, und diese mit Leistungssportlern anderer Sportarten vergleichen, damit jedem deutlich wird, ´wie groß die physischen Defizite von Schachspielern gegenüber anderen Sportlern sind.

R. Suntrup


Chemisches Doping mit kleinen Leistungssteigerungen mag es geben. Natuerlich ist das reine Definitionssache, denn Kaffee kann ja auch munter machen (Neurodoping im Sinne einer Intelligenzsteigerung halte ich allerdings fuer Science-fiction; der Artikel in der SZ ist m.E. wenig ueberzeugend und sagt eigentlich nur aus, dass viele Leute in Panik zu Medikamenten greifen, weil sie offenbar ueberfordert sind). Aber wenn man den verbietet, sollte man dann das Kopf-unter-den-Wasserhahn-halten bei Muedigkeit als physikalisches Doping bezeichnen, etc.? Natuerlich ist das Problem Doping eher fuer das Profischach interessant. Allerdings spielen ja z.B. bei Open-Turnieren auch Amateure gegen Profis und Halbprofis, so dass das ganze verschwimmt. Der Fall Allwermann hat mir schon grosse Sorge bereitet, denn es mag ganz viele von ihm geben, die sich nicht so daemlich anstellen und demnach auch nicht so leicht zu ueberfuehren sind. Jeder, der auch nur ein wenig vom Schach versteht, weiss, dass das Betruegen mit Computern viel realistischer ist als mit irgendwelchen dubiosen Mitteln, die zweifelhaften Nutzen haben, aber moeglicherweise die Gesundheit beeintraechtigen. Hier muss man wohl in Zukunft mehr kontrollieren, was die Schachspieler ziemlich nerven und folglich das Schachspiel auf Turnierniveau weniger attraktiv machen wird. Ich sehe dazu keine Alternative, leider ... Ansonsten, denke ich, hat Matthias Budzyn Recht mit seinen Ausfuehrungen.

Naja, vielleicht bleibt ja zumindest das Blitzschach sauber; da hat man fuer Betruegereien mir dem Rechner einfach keine Zeit.

Jan Schoepe


Schach unterscheidet sich grundsätzlich von anderen Sportarten, in denen körperliche Leistungen gefragt sind. Die von der NADA praktizierten Dopingtests bei Schachspielern sind deshalb vollkommen unsinnig und geradezu lächerlich.

Fehlendes Schachverständnis kann man nicht durch die Einnahme von Medikamenten plötzlich erlangen. Die einzige Form von Doping, die beim Schach unterbunden werden muß, ist der Gebrauch von elektronischen Hilfsmitteln (Schachprogrammen). Dafür aber sind die NADA-Dopingtests nicht ausgelegt.

Christoph Schroeder, Hamburg


Veröffentlichung am 26.12.2008:


"Schachbund am Scheideweg" - die Dopingdiskussion
Auch über die Weihnachtsfeiertage hat die Diskussion um den ab 1.1.2009 vom Schachbund eingeführten Anti-Doping-Code der NADA die Schachfreunde bewegt. Einige weitere Leserbrief wurden eingesandt, in denen verschiedene Aspekte des Themas ganz unterschiedlich beurteilt werden. Grob unterteilt kann man drei Lager ausmachen: Manche Schachfreunde sind davon überzeugt, dass Doping auch im Schach möglich ist. Sie glauben, dass "Intelligenzpillen" - derzeit auch ein Modethema in den Medien - auch im Schach leistungsfördernd einsetzbar wären. Dopingkontrollen seien daher notwendig und richtig. Eine andere Gruppe hält das für Unsinn und beurteilt die Dopingkontrollen, die ja gerade nicht auf "Intelligenzpillen", sondern vor allem die klassischen Aufbaumittel für Kraft- und Ausdauersportler testen, als überflüssigen Eingriff in die Privatsphäre. Eine dritte Gruppe möchte in Ruhe Schach spielen, ganz egal ob Schach nun Sport ist oder nicht. Mit seinem sehr ausführlichen und Beitrag "Schachbund am Scheideweg" , den wir wegen seines Umfangs extra als pdf-Datei zum Anklicken anbieten, bringt Harald Balló viele neue Sachinformationen in die Diskussion ein. Als Mediziner und Präsident des hessischen Schachbundes hat Dr. Balló sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt und war an der Entscheidungsfindung des Deutschen Schachbundes zumindest am Rande beteiligt. Dr. Balló weist daraufhin, dass es keinerlei Nachweis für die Wirksamkeit von "Intelligenzpillen" oder "Konzentrationspillen" im Schach gibt. An der Art der Durchsetzung des Beschlusses im DSB übt er z.T. scharfe Kritik und hält den Beschluss selbst für eine "charakterlose Erfüllungspolitik" zum Nachteil der Mitglieder des DSB. Stattdessen hätte der DSB die Sonderrolle des Schach innerhalb der Sportbewegung herausstellen sollen.

"Schachbund am Scheideweg"...

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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