Dortmund: Zwei Remis im Frauenturnier, Blübaum in Spitzengruppe im A-Open

von Stefan Liebig
04.08.2026 – Titelverteidiger Matthias Blübaum bleibt nach seinem dritten Sieg in der dritten Partie in der Spitzengruppe, die auf sieben Spieler geschrumpft ist. Der zweite Deutsche unter den Top 7 ist IM Luka Schwitkowski. Nicht mehr ganz vorne dabei ist hingegen Rasmus Svane, der gegen Ebrahim Ahmadinia einen halben Punkt abgab. Im Internationalen Frauenturnier einigten sich sowohl Song Yuxin und Dinara Wagner als auch die Führende Nataliya Buksa (Titelfoto von Dariusz Gorzinski) und Klaudia Kulon. | Fotos: Turnierveranstalter / Dariusz Gorzinski

Ihr persönlicher Schachtrainer - Egal, ob Sie Ihre ersten Schritte in die Welt des Vereinsschachs machen oder bereits auf Turnierniveau spielen: Mit FRITZ trainieren Sie effizienter, intelligenter und individueller als je zuvor.
FRITZ ist mehr als nur eine Schach-Engine – es ist eine Trainingsrevolution! Egal, ob Sie Ihre ersten Schritte in die Welt des Vereinsschachs machen oder bereits auf Turnierniveau spielen: Mit FRITZ trainieren Sie effizienter, intelligenter und individueller als je zuvor.

A-Open: Wenig Ausrutscher der Topgesetzten

Im A-Open schrumpft die Spitzengruppe natürlich von Runde zu Runde weiter zusammen. Nach drei gespielten Runden an den vorderen Brettern weisen nur noch sieben Spieler eine makellose Bilanz von 3 aus 3 auf – ein Umstand, der auch auf mehrere ungewöhnliche und teils kuriose Partieverläufe und unerwartete Patzer zurückzuführen ist.

Matthias Blübaum wird seiner Favoritenrolle bislang gerecht. | Foto: Turnierveranstalter

Am Spitzenbrett unterlief Großmeister Pavlovic ein folgenschwerer Fehler: In dem Versuch, seine Figuren umzugruppieren, entfernte er den Turm von der e-Linie, der ein wichtiger Verteidiger des weißen Zentralenbauern war:

Pavlovic zog 31.Tb2?? – diese Schwächung nutzte Matthias Blübaum unmittelbar aus, schlug den Bauern mit 31...Lxe4 ohne jedes Risiko und zwang Pavlovic damit zur sofortigen Aufgabe.

Eine noch deutlichere Vorlage erhielt der junge FIDE-Meister Luka Schwitkowski. Am neunten Brett patzte der chinesische Internationale Meister Kaifan Xie völlig unerwartet bereits im elften Zug in leicht vorteilhafter Stellung, als er eine einfache Gabel zuließ:

Der Chinese zog unvorsichtig 11.b3?? und der junge Deutsche antwortete mit dem nicht besonders schwer zu sehenden Zug 11...Dd4. Das kostete den Weißen unmittelbar eine Figur. Schwitkowski griff konsequent zu, sicherte sich den Materialvorteil und verwandelte die Partie problemlos und bereits zwölf Züge später. Neben dem vollen Punkt brachte ihm dies auch die Auszeichnung für die Partie des Tages ein.

Es gab viel Überraschendes zu analysieren für den aus Dortmund nicht wegzudenkenden Chefkommentator Artur Jussupov. | Foto: Turnierveranstalter

Im Schach führt kein Weg an sauberem Rechnen vorbei. Deshalb ist das verbessern der Fähigkeit sich Varianten im Kopf vorzustellen oder taktische Motive und Muster wiederzuerkennen unerlässlich. Lernen sie zudem ortgeschrittene Techniken wie das hin- und h
Varianten berechnen ist die wichtigste Fähigkeit im Schach. Alle strategischen Ideen die Sie in einer Partie haben, bauen auf einer korrekten Variantenberechnung auf. Deshalb sollten alle Schachspieler sich fortlaufend mit den wichtigsten Techniken und taktischen Mustern auseinandersetzten. Das Ziel dieses Kurses ist es Ihnen die Werkzeuge und Konzepte zum präzisen Rechnen an die Hand zu geben und darüber hinaus Ideen, wie Sie lange nach dem letzten Video dieses Kurses weiterüben können.
kostenloses Videobeispiel: Introduction

kostenloses Videobeispiel: Quiet Moves

Besonders glücklich verlief die Runde für den polnischen Großmeister Kacper Piorun. In seiner Partie gegen den kirgisischen FIDE-Meister Bayastan Sydykov hatte Piorun im Angriff bereits erhebliches Material investiert – zunächst einen Bauern, dann sogar die Qualität –, um ein vermeintliches Mattnetz zu knüpfen. Objektiv war die Stellung jedoch keineswegs zwingend, und Sydykov hätte mit einer präzisen Umgruppierung seines Läufers sämtliche Drohungen neutralisieren können. Diese Möglichkeit blieb jedoch ungenutzt, sodass er trotz laut Engine gewonnener Stellung schließlich die Partie aufgab:

Hinter den Führenden formiert sich eine dicht besetzte Verfolgergruppe mit 2,5 Punkten. Zu der auch mehrere prominente Spieler zählen, unter anderem Rasmus Svane, David Navara, Surya Ganguly und Elham Amar. Auch der Überraschungssieger von 2024, IM Nico Zwirs, gehört zu der 30-köpfigen Gruppe. In die Gruppe dahinter hat sich Christian Glöckler einsortiert. Nach dem Remis in Runde 1 und dem Sieg in der zweiten Runde spielte er erneut mit Schwarz Remis gegen FM Zhong Kangmin aus China.

Nach den Zügen 1.e4 c5 2.Sf3 werden alle schwarzen Antworten behandelt. Rossolimo, Moskauer Variante (nach 2...d6 & Sc6) und alle Nebenvarianten!
Sie möchten prinzipiell um Eröffnungsvorteil kämpfen, sind es aber leid, tonnenweise forcierte Varianten auswendig zu lernen, nur um am Ende festzustellen, dass sie zum Ausgleich führen, falls der Gegner seine Hausaufgaben ebenfalls erledigt hat?
Kostenlose Leseprobe: Einführung
Kostenlose Leseprobe: 2...Sc6 3.Lb5 Sd4

Ergebnisse Runde 3:

Br. Nr. Weiß Elo Pkt. Ergebnis Pkt. Schwarz Elo Nr.
1 36
GM Pavlovic, Milos 2400 2 0 - 1 2 GM Blübaum, Matthias 2689
1
2 4
GM Svane, Rasmus 2618 2 ½ - ½ 2 IM Ahmadinia, Ebrahim 2410
33
3 44
IM Xie, Felix 2384 2 ½ - ½ 2 GM Hong, Andrew 2604
5
4 6
GM Amar, Elham 2587 2 ½ - ½ 2 FM Heinrich, John 2398
39
5 10
GM Piorun, Kacper 2519 2 1 - 0 2 FM Sydykov, Bayastan 2381
45
6 14
IM Amilal Munkhdalai, 2481 2 1 - 0 2 IM Wagh, Suyog 2371
49
7 16
IM Poh, Yu Tian 2473 2 1 - 0 2 FM Talgatov, Nazar 2357
53
8 48
FM Zuferi, Enis 2372 2 ½ - ½ 2 IM Gan-Erdene, Sugar 2460
17
9 18
IM Xie, Kaifan 2452 2 0 - 1 2 FM Schwitkowski, Luka 2340
55
10 52
IM Panda, Sambit 2358 2 ½ - ½ 2 FM Nothnagel, Marian Can 2451
19

In diesem aufschlussreichen Videokurs gibt Großmeister David Navara praktische Tipps, wann man in einer Stellung Varianten berechnen sollte – und, was ebenso wichtig ist, wann man es nicht tun sollte.
In diesem aufschlussreichen Videokurs gibt Großmeister David Navara praktische Tipps, wann man in einer Stellung Varianten berechnen sollte – und, was ebenso wichtig ist, wann man es nicht tun sollte.
Kostenloses Beispielvideo: Introduction
Kostenloses Beispielvideo: Invisible moves

Tabelle nach Runde 3:

Rg. Name Pkt.  Wtg1 
1 Amilal Munkhdalai, 3 4
2 Blübaum, Matthias 3 4
3 Piorun, Kacper 3 3,5
Poh, Yu Tian 3 3,5
Itgelt, Khuyagtsogt 3 3,5
6 Silva, Pedro Gil 3 3
7 Schwitkowski, Luka 3 3
8 Svane, Rasmus 2,5 4,5
9 Zuferi, Enis 2,5 4,5
10 Gan-Erdene, Sugar 2,5 4,5
11 Webster, Dex 2,5 4,5
12 Amar, Elham 2,5 4,5
Besou, Hussain 2,5 4,5
Schuricht, Emil Frederick 2,5 4,5
15 Ahmadinia, Ebrahim 2,5 4,5
16 Belurkar, Nitish 2,5 4,5
Chitlange, Sakshi 2,5 4,5
18 Malinowsky, Levi 2,5 4
19 Parvanyan, Ashot 2,5 4
20 Xie, Felix 2,5 4
21 Bilguun, Sumiya 2,5 4
Heinrich, John 2,5 4
23 Nothnagel, Marian Can 2,5 4
24 Panda, Sambit 2,5 3,5
25 Mikhalevski, Victor 2,5 3,5

... insgesamt 208 Teilnehmer

Partien:

Internationales Frauenturnier: Natalia Buksa bleibt vorne

Im Internationalen Frauenturnier gab es am zweiten Turniertag zwei Punkteteilungen. Die Partie zwischen Song Yuxin und Dinara Wagner endete mit einer Punkteteilung. In einer recht lebhaften Stellung entschied sich Yuxin für eine Zugwiederholung, was die deutsche Nationalspielerin ein wenig überraschte: „Ich bin zufrieden mit dem Remis. Ich hatte das Gefühl, dass sie statt der Zugwiederholung durchaus noch Ideen hatte, zum Beispiel mit Sf5 weiterzuspielen. Also war das für mich in Ordnung.“ Tatsächlich hätte der vorgeschlagene Zug zu einer leicht besseren Stellung für Yuxin geführt. Nach der Auftaktniederlage wollte sie es aber offensichtlich vorsichtig angehen und begnügte sich mit einem halben Punkt.

Gab sich in guter Stellung gegen Dinara Wagner mit einem Remis zufrieden: Song Yuxin. | Foto: Turnierveranstalter

Klaudia Kulon wählte gegen Natalia Buksa, die am Vortag eine scharfe Najdorf-Partie gewinnen konnte, die solide Russische Verteidigung. Kulon ließ wie am Vortag mit Schwarz nichts anbrennen und tauschte recht zügig in ein Springerendspiel ab, in dem sich die beiden Spielerinnen auf ein Remis verständigten. Zuversichtlich sein können beide: Kulon spielt in den nächsten vier Partien dreimal mit Weiß und Buksa führt das Feld mit einem halben Punkt Vorsprung an. 

Der Kurs zeigt klare Figurenaufstellungen, zentrale Schlüsselfelder und typische Mittelspielpläne. Mit vielen Beispielen und einem Übungsteil lernen Sie, systematisch Druck aufzubauen – für ein modernes Repertoire gegen Sizilianisch auf Turnierniveau.
In der Strategieschule 8 steht der Offene Sizilianer im Mittelpunkt – eine der wichtigsten und dynamischsten Eröffnungen im modernen Schach. Statt Varianten bis ins letzte Detail auswendig zu lernen, vermittelt dieser Kurs einen praxisnahen Zugang: Hauptvarianten spielen, die dahinterliegenden Ideen verstehen und mit gesundem Selbstvertrauen ans Brett gehen. Ziel ist es, strategisches Verständnis und taktische Schlagkraft zu entwickeln, nicht bloß Theorie zu reproduzieren.
Kostenloses Beispielvideo: Einführung
Kostenloses Beispielvideo: Figurenopfer auf d5

Ergebnisse Runde 2:

Tabelle nach Runde 2:

Partien:

Ausblick auf Tag 4 der Dortmunder Schachtage:

Im A-Open kommt es unter anderem zu folgenden Partien:

Ergebnis

Br. Nr. Weiß Elo Pkt. Pkt. Schwarz Elo Nr.
1 1
GM Blübaum, Matthias 2689 3 3 IM Poh, Yu Tian 2473
16
2 30
IM Itgelt, Khuyagtsogt 2425 3 3 GM Piorun, Kacper 2519
10
3 55
FM Schwitkowski, Luka 2340 3 3 IM Amilal Munkhdalai, 2481
14
4 3
GM Navara, David 2619 3 FM Silva, Pedro Gil 2351
54
5 32
GM Bilguun, Sumiya 2415 GM Svane, Rasmus 2618
4
6 5
GM Hong, Andrew 2604 FM Korchynskyi, Mykola 2408
34

Die Damen spielen im Deutschen Fußballmuseum ihren Blitz-Tiebreak für das Turnier aus. Die Partien lassen sich ab 18:45 Uhr online verfolgen – oder, noch besser, vor Ort, denn der Eintritt zu der Veranstaltung ist kostenlos.

Links:

Two Super Grandmasters from India explain the ins & outs of Attack, Tactics an Calculations in these two video courses.


Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
Diskussion und Feedback Senden Sie Ihr Feedback an die Redakteure