Emil Sutovsky: "Kandidatenturnier findet statt"

von Carlos Colodro
17.03.2026 – Ende März beginnt das Kandidatenturnier auf Zypern, doch der Krieg im Nahen Osten weckt Zweifel an der Sicherheit des Austragungsorts. In einem Interview mit Sagar Shah von ChessBase India versucht FIDE-CEO Emil Sutovsky, diese Bedenken zu zerstreuen: Die Planung steht, eine Verlegung ist kein Thema, auch wenn die Anreise komplizierter geworden ist. | Foto: FIDE / Rafal Oleksiewicz

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Ende März beginnt das Kandidatenturnier, zugleich herrscht im Nahen Osten Krieg. Das hat Fragen aufgeworfen, ob Zypern als Veranstaltungsort sicher ist. In einem Interview mit Sagar Shah von ChessBase India versuchte FIDE-CEO Emil Sutovsky, diese Sorgen zu zerstreuen. Er erläuterte die Vorbereitungen des Verbandes, die Einschätzung der aktuellen Lage und die Maßnahmen, mit denen das Turnier planmäßig stattfinden soll.

Nach Angaben Sutovskys bleiben die Planungen der FIDE trotz der jüngsten geopolitischen Spannungen unverändert. Zypern liegt zwar in der Nähe von Konfliktregionen, ist aber weder direkt betroffen noch mit einer akuten Notlage konfrontiert. Die Organisatoren beobachten die Entwicklung täglich und stehen in regelmäßigem Austausch mit staatlichen Stellen.

Zugleich betonte Sutovsky die Bedeutung des Kandidatenturniers für Zypern. Es gilt dort als internationales Spitzensportereignis, und der Präsident des Landes soll die Veranstaltung eröffnen. Die FIDE hat verschiedene Szenarien vorbereitet, sieht derzeit jedoch keinen triftigen Grund, das Kandidatenturnier zu verschieben oder an einen anderen Ort zu verlegen.

Cap St Georges Hotel & Resort

Das Cap St Georges Hotel & Resort ist Austragungsort des Kandidatenturniers 2026 | Foto: FIDE

Vor allem die Anreise nach Zypern ist ein Problem. Störungen im Flugverkehr über Drehkreuze im Nahen Osten haben die Reiseplanung erschwert, vor allem für Spieler aus Asien. Sutovsky erklärte, dass Ausweichrouten über europäische Städte wie London, Wien oder Frankfurt gefunden wurden. Die FIDE sei zudem bereit, zusätzliche Kosten zu übernehmen, damit alle Spieler und Spielerinnen sowie wichtige Begleitpersonen ohne größere Probleme anreisen können.

Der FIDE-CEO räumte ein, dass einige Teilnehmer wegen der Sicherheitslage Bedenken geäußert hätten. Diese Bedenken seien nachvollziehbar, insbesondere für Spieler, die mit der Region nicht vertraut sind. Entscheidend sei, verlässliche Informationen bereitzustellen und nicht vorschnell auf Spekulationen zu reagieren. Ein enger Austausch mit Spielern, Verbänden und Organisatoren sei daher ein zentraler Bestandteil der Vorbereitung.

Neben dem Kandidatenturnier planen die Veranstalter ein umfangreiches Rahmenprogramm, um das Turnier auch für Zuschauer attraktiver zu machen. Die offizielle Übertragung wird von den Großmeistern Peter Svidler und Jan Gustafsson begleitet. Ex-Weltmeister Viswanathan Anand und weitere bekannte Persönlichkeiten sollen sich an Kommentaren, Auftritten in der Fan-Zone und Trainingsangeboten beteiligen.

Geplant sind außerdem Ausstellungen zur Geschichte des Kandidatenzyklus sowie Veranstaltungen für den Nachwuchs vor Ort.

Das Interview


Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
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