Europapokal der Vereine: Favoriten starten kraftvoll

12.10.2018 – Die top Favoritenteams beim Europapokal der Vereine in Porto Carras kamen zur heutigen Auftaktrunde zu hohen Siegen. Auch die deutschen Mannschaften gewannen klar. Magnus Carlsen hatte in der ersten Runde noch Pause. |Fotos: Gerd Densing

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Davids gegen Goliaths ohne Chance

Start des Europa Club Cups in wunderschöner Umgebung in Porto Carras. Die Urlaubssaison ist eigentlich vorbei, doch der Sommer 2018 ist immer noch nicht zu Ende und so dürfen die Schachspieler sich hier im Süden Europas noch eines goldenen Oktobers erfreuen. 61 Teams haben zum Vereinspokal gemeldet. Zwar sind auch viele Topspieler, auch Supergroßmeister am Start - unter ihnen der Weltmeister persönlich, Magnus Carlsen -, doch in den letzten Jahren hat sich das Turnier, das zweitgrößte internationale Mannschaftsturnier nach der Schacholympiade, mehr und mehr zu einem Amateurturnier entwickelt. Das Elo-Niveau geht am Ende der Setzliste sogar bis auf etwa 1500 Punkte herunter.

Gespielt werden sieben Runden nach Schweizer System und gemäß dem Paarungssystem treffen die Topmannschaften in der ersten Runde auf Mannschaften aus dem Mittelfeld. Spannung kam da zumeist nicht auf. Es gibt in diesem Jahr vier Top-Teams, das sind Alkaloid, Novy Bor, Odlar Yordu und St.Petersburg. Valerenga Oslo bringt zwar mit Magnus Carlsen den besten Spieler an den Start, doch hinter dem Weltmeister klafft schon eine kleine Elo-Lücke.

Das aserische Team Odlar Yurdu

So gewann dann die vier Topfavoriten ihre Wettkämpfe auch mit dem Maximalergebnis, also 6:0. Auch Padova als Fünfter der Setzliste verhängte die Höchstrafe. Valerenga holte, heute noch ohne Carlsen, einem 4,5:1,5-Sieg. 

Im Wettkampf zwischen Odlar Yurdu und dem SK Comeon aus Finnland hatte Nijat Abasov mit ca. 1100 Punkten den größten Elovorsprung vor seinem Gegner.

 

Schwarz hatte seinen Springer abgezogen und auf h2 geschlagen mit Angriff auf den Se4. Schwarz nahm nun mit seinem Springer den Bauern auf d6, doch nach 15...Sf3 gefolgt von Dg3 war schnell Schluss.

Auch die vier deutschen Teams gewannen allesamt ihre Auftaktmatches mit eindeutigen Ergebnissen.  

Ergebnisse

Team MP Res. : Res. MP Team
Alkaloid 0 6 : 0 0 MuConsult Apeldoorn
KC Deloitte 0 0 : 6 0 AVE Novy Bor
Odlar Yurdu 0 6 : 0 0 SK Comeon
Blackthorne Russia 0 0 : 6 0 Mednyi Vsadnik St.Petersburg
Valerenga Sjakklubb 0 : 0 Echiquier Amaytois
Jetsmark 0 0 : 6 0 Obiettivo Risarcimento Padova
Molodezhka 0 : ½ 0 SK Reval-Sport
Partizan 0 0 : 6 0 Beer Sheva Chess Club
Itaka 0 5 : 1 0 Gambit Bonnevoie
Nordkalotten 0 ½ : 0 SV Werder Bremen
KGSRL 0 4 : 2 0 SF Wirtzfeld
Grantham Sharks 0 1 : 5 0 Schachfreunde Berlin 1903
Sloven Ruma 0 : ½ 0 Bronshoj Skakforening
White Rose 0 : 0 Schachgesellschaft Solingen
Dunajska Streda 0 4 : 2 0 Chess Club Aatos
Viking Chess Club 0 ½ : 0 DJK Aufwaerts Aachen

...

Partien

 

Frauenturnier

Für den Frauen-Club Cup haben nur 12 Teams gemeldet. Statt eines etwas albernen Turniers mit sieben Runden Schweizer System wurde das Feld in zwei Gruppen aufgeteilt. Die je sechs Teams pro Gruppe spielen nun erst einmal im Modus jeder gegen jeden. Dann folgt eine Finalrunde.

Die erste Runde

Partien

 

Ergebnisse

Gruppe A

Team Team Res. : Res.
 
  AMO Galaxias Thessaloniki
 
  Ugra
0 : 4
 
  Nona
 
  Beer Sheva Chess Club
: ½
 
  Mulhouse Philidor
 
  Kyiv Chess federation
1 : 3

Gruppe B

Elisabeth Pähtz spielt für Pentole

Team Team Res. : Res.
 
  SSHOR
 
  Caissa Italia Pentole Agnelli
2 : 2
 
  Caissa Italia Banca Alpi Marittime
 
  Cercle d'Echecs de Monte-Carlo
½ :
 
  Odlar Yurdu
 
  ZSK Maribor
3 : 1

Turnierseite...

Ergebnisse bei Chess-results...

 



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hockeyplayer hockeyplayer 13.10.2018 10:22
Der Europapokal im Schach ist auch nicht mehr das was er einmal war. Der Deutsche Meister verzichtet und auch andere russische Teams, die zuvor den Europapokal dominiert haben.
Dies mag daran liegen, dass der Europapokalwettbewerb zeitnah zur Schach-Olympiade in Batumi ausgetragen wird, und deshalb eine Überlastung (Ausnahme Mamedyarow) der 2700+ Spieler vorliegt.
Man stelle sich dies übertragen auf die Profisportart Fußball vor. Wenn keine zwei Wochen nach einer Fußballweltmeisterschaft die Champions-League beginnen würde, hätte dies ähnliche Auswirkungen, wie sie jetzt im Schach sichtbar werden.
Mein Mantra bleibt ein Zitat von Ewald Lienen (FC St. Pauli) : "Das ganze Sportsystem ist krank".
Mittlerweile auch, bedauerlicherweise, im Schach.
Da hilft dann auch eine Simultanveranstaltung von Carlsen beim "Spiegel" nicht weiter. Übrigens die zweite in Hamburg nach der zum 70jährigen Bestehen der Wochenzeitung "DIE ZEIT", die deutlich stärker besetzt war.
Aber dies ist nur eine Randbemerkung.
Fakt ist, dass auch der Schachkalender für Topturniere reformiert werden muss, damit Topturniere Topturniere bleiben. Aber das ist ein langer und steiniger (weil kosteninstensiver) Weg.
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