Flexibel, unberechenbar: Nico Zwirs erforscht die „Funky Löwenthal Variation“

von Carlos Colodro
05.02.2026 – Die Löwenthal-Variante der Sizilianischen Verteidigung stößt in theoretischen Diskussionen oft auf Vorsicht. Die detaillierten Untersuchungen von Nico Zwirs legen aber nahe, dass diese Variante durchaus einen größeren praktischen Wert besitzt, als ihr Ruf vermuten lässt. Der Autor kombiniert offensive Angriffsvarianten mit überlegteren und positionell soliden Alternativen. Er bietet damit ein Schwarz-Repertoire mit flexiblen und spielbaren Stellungen. Wichtig ist ihm, das Spiel von den ausanalysierten Hauptvarianten der Sizilianischen Verteidigung wegzulenken.

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Eine abgefahrene Alternative!

Die Sizilianische Verteidigung gilt schon immer als Antwort kämpferischer Spieler auf 1.e4. Sie wird für ihr Ungleichgewicht, das Gegenspiel und die Gewinnchancen mit Schwarz geschätzt. Ihre bekanntesten Varianten – darunter die Najdorf-, die Sveschnikov- und die Drachenvariante – zählen jedoch auch zu den am intensivsten analysierten Bereichen der Eröffnungstheorie. Umfangreiches Auswendiglernen ist dabei unabdingbar. Vor diesem Hintergrund können weniger bekannte Systeme eine praktikable Alternative bieten, die solide Ideen mit Überraschungseffekt verbinden.

Eine solche Variante ist die Löwenthal-Variante. Sie entsteht nach 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 e5 5.Sb5 a6.

Traditionell trifft das frühe ...a6 aufgrund der strukturellen Zugeständnisse von schwarzer Seite auf gewisse Skepsis. Die Variante konnte dennoch immer wieder wagemutige Denker auf ihre Seite ziehen. Anstatt etablierten Urteilen unkritisch zu folgen, untersucht der niederländische IM Nico Zwirs die Variation eingehend. Er widmet sich den Grundlagen und prüft ihr praktisches Potenzial.

Das Ergebnis ist ein auf Flexibilität basierendes Repertoire. Der Kurs liefert keine starrköpfige Herangehensweise, sondern zwei sich ergänzende Ansätze:

  • Scharfe, draufgängerische Fortsetzungen, die auf ein frühzeitiges Ergreifen der Initiative aus sind
  • Zurückhaltendere Varianten, die Struktur und eine langfristige aktive Strategie anstreben

Dieses Vorgehen des Autors erlaubt es dem Lernenden, seine Wahl an den Gegner, die Turniersituation oder einfach an die eigene Stimmung am Brett anzupassen.

Ein Teil dieses Kurses kann kostenlos angeschaut werden. Nachfolgend finden Sie einige Einblicke, um herauszufinden, ob in Ihnen ein Löwenthal-Spezialist steckt!


Ob auf der Suche nach spannenden Angriffen oder beständigem Positionsspiel, die Löwenthal-Variante hat mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick sieht.
Die Löwenthal-Variante (1. e4 c5 2. Sf3 Sc6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 e5 5. Sb5 a6!?) hatte lange Zeit einen zweifelhaften Ruf – aber ist sie wirklich so unsicher? Nachdem er sich tief in die Theorie vertieft hatte, um die Eröffnung zu widerlegen, stieß Nico Zwirs auf faszinierende Ideen, die ihn dazu brachten, alles zu überdenken. Jetzt ist er bereit, seine Erkenntnisse zu teilen und dich mit einem vollständigen Löwenthal-Repertoire auszustatten.
Was macht diesen Kurs so besonders? Flexibilität und Unberechenbarkeit!
Zwirs bietet dir zwei unterschiedliche Ansätze: Sehr aggressive, messerscharfe Varianten, um deine Gegner zu überraschen und zu überwältigen. Solide, sicherere Alternativen für Partien, in denen du verlässliche Stellungen ohne Aktivitätseinbußen bevorzugst. Dieser duale Ansatz ermöglicht es dir, dein Spiel zu variieren, deine Gegner im Unklaren zu lassen und den Stil zu wählen, der deiner Stimmung oder Spielsituation entspricht.
Ob du nun auf spannende Angriffe oder ein solides Positionsspiel aus bist, die Löwenthal-Variante hat mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick sieht. Mit Nico Zwirs als deinem Guide wirst du diese vielseitige Waffe meistern und sie zu einer gefährlichen Ergänzung deines Repertoires machen.
Bist du bereit, Löwenthal neu zu definieren? Fang jetzt an und dominiere deine Spiele!
Beispielvideo: 8.Qd1 Qg6


Die Variante mit 8.Dd1 Dg6

Die Rückkehr der Dame nach d1 nach dem schwarzen Zug 7…Df6 ist die Hauptvariante der Löwenthal-Verteidigung. Die Hauptvariante wird dann mit 8.Dd1 Dg6 fortgesetzt.

Diese Stellung war beispielsweise in der 11. Runde des Kandidatenturniers 1962 in Curaçao zu sehen. Bobby Fischer besiegte damals Michail Tal mit Weiß. 2005 schlug Paco Vallejo den damals auf seinem Höhepunkt befindlichen Vladimir Kramnik mit Schwarz im Blindschach beim Melody-Amber-Turnier.

Nico Zwirs beginnt an dieser Stelle, die vielen Alternativen zu dieser Stellung zu untersuchen. In vielen Varianten bietet Weiß mit dem Springer auf c7 Schach, worauf Schwarz mit ...Ke8-e7 antworten muss. Wie Zwirs erklärt, sollte Schwarz, selbst wenn Weiß den Turm auf a8 schlägt, nicht voreilig Material zurückgewinnen, sondern sich darauf konzentrieren, die Initiative zu ergreifen!

Zum Beispiel in der Nebenvariante, die aus 8.Dd1 Dg6 9.Sc3 d5 10.Sxd5 Sxe4+ 11.Le2 Sd4 12.Sc7+ Ke7 13.f3 Sxc2+ ... entsteht

...und nach 14.Kf2 Dc6 15.Sxa8 Dc5+ 16.Kf1...

Schwarz sollte nicht übereilt den Turm mit 16…Sxa1 zuschlagen, sondern stattdessen 16…Sf6 spielen und sich auf die Entwicklung konzentrieren.

Sobald wir die Stellung verstanden haben, erkennen wir, dass es genau diese Art von Entscheidungen ist, die diese Variante rechtfertigen. In verschiedenen Phasen der Eröffnung und des frühen Mittelspiels wird deutlich, dass Weiß schwierige Entscheidungen treffen muss – und wenn er nicht gründlich auf diese Variante vorbereitet ist, wird er wahrscheinlich Fehler machen – das erklärt Zwirs sehr anschaulich!



Kostenloses Einführungsvideo


Powerbook auf Basis von mehr als 618.000 Partien, in denen Weiß den Sizilianisch-Hauptvarianten bereits im 2. Zug ausweicht.
Kaum eine Eröffnung bietet so viele Möglichkeiten, den Hauptvarianten auszuweichen, wie Sizilianisch. An erster Stelle steht sicher das solide und dennoch anspruchsvolle 2.c3. Zahlenmäßig knapp danach folgt 2.Sc3 - bei Theoriemuffeln beliebt, aber eigentlich keine wirkliche Herausforderung für Schwarz. Ein paar Züge sind sehr aggressiv - 2.b4, 2.d4, 2.f4 -, doch das Risiko für den anziehenden Spieler darf nicht unterschätzt werden. Andere Züge (2.Le2, 2.g3, 2.d3) kann man vielleicht so zusammenfassen: mit geschickter Zugreihenfolge soll der Gegner ausgetrickst werden, so dass er seine gewohnten Stellungen nicht aufs Brett bekommt. Ähnliches lässt sich auch über die Anti-Najdorf-Waffe 2.Se2 sagen - nur nach 2...Sc6 geht Weiß doch zu Hauptvarianten mit d2-d4 über, muss aber nicht mehr mit Najdorf rechnen. Ein anderer Springerzug - 2.Sa3 - besitzt nun sogar das Privileg, von Magnus Carlsen gespielt zu sein. Recht giftig, aber dennoch solide ist 2.b3, weil der Läufer auf b2 immer unangenehm für Schwarz sein wird.



Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
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