28.05.2026 – Als Josefine Safarli, Charis Peglau und Jana Schneider zur dritten Runde der Frauen-EM in Batumi an den Brettern mit den Nummern 1, 2 und 7 Platz nahmen, herrschte Einigkeit unter den deutschen Damen: „Hieran kann man sich gewöhnen.“ Erstgenannte fügte noch an, dass sie „nicht erwartet hatte, dass so viele Favoritinnen in der zweiten Runde einen halben Punkt abgeben würden.“ Unter den besagten Spielerinnen befand sich unter anderem die Setzlistenerste Stavroula Tsolakidou aus Griechenland. | Fotos: Matthias Muth
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Zu Beginn der Runde ließen einige Gegnerinnen die DSB-Starterinnen warten. Die aserbaidschanische IM Ulviyya Fataliyeva (2450) erreichte das Spitzenbrett gegen Josefine Safarli sogar erst 14 Minuten nach Freigabe der Bretter durch den Hauptschiedsrichter. Ob es sich dabei um carlseneske Psychospiele oder schlechtes Timing bei der Vorbereitung handelte, bleibt unklar. Die Deutsche blieb jedenfalls unbeirrt, kam mit den schwarzen Steinen angenehm aus der Eröffnung und ergriff die Initiative. Dann vereinfachte sie jedoch die Stellung, anstatt stärkeren Druck auf die deplatzierten Figuren der Europameisterin von 2024 auszuüben. Hierdurch entstand ein ausgeglichenes Endspiel, das in letzter Konsequenz in einer Punkteteilung endete.
Die deutschen Spielerinnen an den vorderen Brettern warten auf ihre Gegnerinnen (v.l.n.r.): Jana Schneider, Josefine Safarli und Charis Peglau. | Foto: Matthias Muth
An Brett 2 spielte ebenfalls eine Deutsche: Estlands Topspielerin Mai Narva (2426) baute aber gegen Charis Peglau, die in der Runde zuvor mit ihrem Sieg gegen die an Nummer 2 gesetzte Ukrainerin Yuliia Osmak für eine große Überraschung gesorgt hatte, in geschlossener Stellung Druck auf. Die Estin, die in der Frauen-Bundesliga regelmäßig für Baden-Baden im Einsatz ist, erreichte ein Doppelturmendspiel mit einem Mehrbauern. Diesen verwertete die Internationale Meisterin gekonnt.
Dinara Wagner nutzte ihren Vorteil, indem sie gegen die Schwächen der hängenden Bauernstruktur ihrer Gegnerin WGM Viktoria Radeva (2242) spielte. Deutschlands topgesetzte Spielerin erreichte ein vorteilhaftes Endspiel. In diesem sah sich die Bulgarin nach einem Doppelangriff gezwungen, erst eine Leichtfigur zu geben und wenige Züge später die Waffen zu strecken.
Jana Schneider gelang es gegen WIM Gülenay Aydin aus der Türkei nicht, ihre Figuren zu koordinieren. Dies kostete in Zeitnot einen Läufer und alsbald auch die Partie.
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Luisa Bashylina steht nach drei Runden bei 50 Prozent. | Foto: Matthias Muth
Nach ihrer ersten Niederlage steht Luisa Bashylina nun mit einer Ausbeute von 50 Prozent da und zeigt sich damit nicht zufrieden: „Ich hätte die zweite Partie gewinnen müssen, habe aber den Vorteil mit einem ärgerlichen Fehler abgegeben.“ In der dritten Runde gelang ihrer Gegnerin IM Alina Bivol (2361) dann eine fehlerfreie Partie, in welcher die Favoritin aus Serbien alle entscheidenden Kombinationen richtig berechnete.
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Fiona Sieber sah sich nach unnötigem Springermanöver dem Druck der erfahrenen IM Lilit Mkrtchian (2366) ausgesetzt. Diese konnte einen Isolani der DSB-Spielerin erobern. Allerdings entstand im Turmendspiel eine theoretische Remisstellung mit vier gegen drei Bauern auf einem Flügel, in der die Armenierin noch einige Zeit erfolglos versuchte, auf Gewinn zu spielen.
Hanna Marie Klek konnte mit den weißen Figuren im WGM-Duell gegen die Tschechin Tereza Rodshtein (2218) nichts aus der Eröffnung herausholen. In bereits komplizierter Stellung ließ die Deutsche später einen Mattangriff ihrer Gegnerin zu.
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Damit liegen nun Josefine Safarli und Dinara Wagner mit jeweils 2,5 Punkten aus drei Partien in Lauerstellung hinter einem führenden Septett mit voller Punkteausbeute. Charis Peglau, Jana Schneider und Fiona Sieber haben zwei Zähler auf dem Konto, während Hanna Marie Klek und Luisa Bashylina bei fünfzig Prozent stehen.
In der vierten Runde warten einige bekannte Gesichter aus der Frauen-Bundesliga auf die DSB-Spielerinnen: In den Paarungen Safarli gegen Eline Roebers (Niederlande, 2389) und Lela Javakhishvili (Georgien, 2442) gegen Schneider sind die vier Spitzenmannschaften aus Baden-Baden, Hamburg, Schwäbisch Hall und Bad Königshofen allesamt vertreten.
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Matthias MuthMatthias Muth, Jahrgang 1996, arbeitet als Jurist in München und gibt zudem Schachkurse für die Münchener Schachakademie GmbH. Er hat zuvor die laotische Nationalmannschaft trainiert und zur Schacholympiade 2022 in Chennai begleitet. Für seinen Verein SC 1934 Gelnhausen spielte er einst in der Hessenliga. Darüber hinaus konnte er sich als Hessischer Jugendeinzelmeister für eine Deutsche Jugendmeisterschaft qualifizieren.
27.05.2026 – Die zweite Runde der 26. Frauen-EM in Batumi wurde am georgischen Nationalfeiertag ausgetragen. Die DSB-Spielerinnen sind noch immer ungeschlagen. Dabei waren an den ersten zwölf Brettern gleich vier deutsche Starterinnen im Einsatz – am erfolgreichsten war Charis Peglau (Titelbild). Das deutsche-deutsche Duell endete im Endspiel remis. | Fotos: Matthias Muth
17.04.2026 – Nijat Abasov hat das Remis von David Anton Guijarro als einziger nutzen können: Mit einem Sieg gegen Benny Aizenberg schloss der Azerbaidschaner zum Führenden auf. Die beiden liegen jetzt einen halben Punkt vor einer zehnköpfigen Verfolgergruppe. Diese führt Ediz Gurel (Titelfoto) dank der besten Wertung an. Ein Highlight aus deutscher Sicht setzte IM Jari Reuker mit seinem Schwarzsieg gegen GM Jiri Stocek. | Foto: Offizielle Website / Anna Shtourman, FIDE
Die Aljechin-Verteidigung ist ein eher seltener Gast im Turnierschach, vielleicht zu Unrecht. Die Praxis zeigt nämlich, dass Schwarz gegen die Hauptvarianten ganz gut gewappnet ist. Hier setzt das Autorenduo Luther/Jordan an und schlägt nach den Anfangszügen 1.e4 Sf6 2. e5 Sd5 3. d4 d6 eine giftige Antwort vor: 4.Lc4. Damit vermeidet Weiß die theoretisch zum Teil tiefe analysierten Hauptabspiele und versucht eine gesunde Stellung mit Angriffschancen zu erhalten. Die beiden Autoren setzen sich in ihrer Präsentation mit den Antworten …Sb6, …dxe5, …c6 und …e6 auseinander und zeigen auf, wie der Anziehende jeweils auf Vorteil spielen und den Gegner mit „giftigen“ Zügen unter Druck zu setzen kann. Ein für die Praxis leicht zu erlernendes Angriffsrepertoire für den Weißspieler!
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Dieser kompakte Kurs wurde speziell für die Turnier- und Onlinepraxis entwickelt. Statt Sie mit endlosen Varianten zu überfordern, konzentriert er sich auf die wichtigsten Zugfolgen, typische Pläne und wiederkehrende taktische Motive.
Slawisch- und Halbslawisch Powerbase 2026 ist eine Datenbank und enthält insgesamt 11766 Partien aus der Mega 2026 bzw. der Correspondence Database 2026, davon sind 1136 kommentiert.
Für das Slawisch- und Halbslawisch- Powerbook 2026 wurde der Ratingschnitt erneut auf 2400 festgesetzt. 2,24 Mill. Partien aus dem Maschinenraum von Schach.de überschreiten diese Schwelle, dazu kommen über 130.000 von Menschen gespielte Partien.
Nach den Zügen 1.e4 c5 2.Sf3 werden alle schwarzen Antworten außer 2…d6 und 2…Sc6 behandelt. In den meisten Varianten setzt Weiß auf 3.c3 – eine moderne, flexible Form der Alapin-Idee.
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