Frauenschachturnier in Bad Homburg

11.07.2007 – Seit vergangenem Donnerstag wird in Bad Homburg ("Bad Homburg vor der Höhe" bei Frankfurt) ein internationales Frauengroßmeister-Schachturnier ausgetragen. Initiator des Turniers ist der schachbegeisterte Hotelier Joachim Petry, der das Frauenschachturnier zusammen mit dem Deutschen Schachbund in seinem Parkhotel Bad Homburg durchführt. Der Kurort kann auf eine große Schachtradition zurückblicken: 1927 gewann Efim Bogoljubow hier vor Richard Reti und und Saviely Tartakower ein - heute würde man sagen - Super-GM-Turnier. Ende der Neunziger Jahre gab es hier drei weitere große Turniere. Mit dem Frauenturnier wird der zunehmenden Bedeutung des Frauenschachs Rechnung getragen. Fünf Spielerinnen der deutschen Nationalmannschaft spielen zusammen mit fünf internationalen Spitzenspielerinnen. Nach fünf Runden führt Zhao Xue mit 4,5 Punkten das Feld an. Thomas Pähtz berichtet aus Bad Homburg.Offizielle Seite...Bericht, Bilder, Partien...

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Zehn Königinnen in Bad Homburg
Von Thomas Pähtz

Lange genug hatte es gedauert. Zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt geht in diesen Tagen in Deutschland wieder ein hochkarätiges Frauenturnier über die Bühne. Im noblen Parkhotel von Bad Homburg sitzen immerhin Mannschafts-Weltmeisterin Zhao Xue und Vize-Weltmeisterin Ekaterina Kovalevskaya mit am Brett. Deutschland ist durch die aktuelle Nationalmannschaft vertreten, zudem gibt Marta Michna ihr Debüt für Schwarz-Rot-Gold. Möge das noble Ambiente des Parkhotels dazu beitragen, dass sich das Turnier neben den Männer-Wettbewerben in Dortmund und Mainz zu einem Leuchtturm des deutschen Schachs entwickelt.

Bad Homburg: Die Partien bis Runde 5...

"Queens Chess" Titelbild des 1.Internationalen Frauenschachturniers in Bad Homburg



Vor dem Hotel



Die Lobby im Parkhotel



Joachim Petry mit seiner Empfangsdame



Joachim Petry spielt selber leidenschaftlich Schach. Von ihm kommt die Aussage: "Ich führe mein Hotel, wie ich Schach spiele, nur, dass Dame und Bauer Könige sind".



Die erst 16-jährige WGM Elena Tairova holte vor einigen Wochen mit der russischen Nationalmannschaft die Silbermedaille bei den 1. Weltmannschaftsmeisterschaften in Jekaterinburg.



WGM Corina Isabela Peptan, sechsmalige Landesmeisterin von Rumänien. Ihr größter Erfolg: 2000 erreichte sie des Viertelfinale der Frauen-WM in New Delhi.



Jessica Nill, deutsche Nationalspielerin. Ihre bisher größte Leistung: Bei der Mannschafts-Europameisterschaft 2005 in Göteburg errang sie eine Goldmedaille am 3. Brett



Ekaterina Kovalevskaya, russische Nationalspielerin. Bereits mit 5 Jahren begann sie mit dem Schachspiel und mit dem Titel Vizeweltmeisterin 2004 erreichte sie ihren größten Erfolg



Ketino Kachiani-Gersinska, deutsche Nationalspielerin. Zweimalige Junioren-Weltmeisterin in den 90er Jahren. Als ihren größten Erfolg bezeichnet sie die Teilnahme am Viertelfinale der Einzelweltmeisterschaft 2004.



v.l. Marta Michna-Keti Kachiani. Die Partie aus der gestrigen Runde endete remis.



Hauptschiedsricher Klaus Deventer, Leistungsreferent des Deutschen Schachbundes, gibt vor dem Startschuss zur 5. Runde einige Erläuterungen zum Tagesablauf



v.l.: Zhao Xue-Corina Peptan. Die Chinesin ereichte in der 5. Runde schnell Stellungsvorteil, den sie dann in einem vollen Punkt umwandelte



Elisabeth Pähtz gelang gegen die deutsche Nachwuchshoffnung Manuela Mader ihr erster Sieg bei diesem Turnier



Zhao Xue, chinesische Nationalspielerin. Sie holte vor wenigen Wochen mit der chinesischen Auswahl den WM-Titel. Als Turnierfavorit mit einer Elo-Zahl von 2500 ausgestattet, kann sie mit ihren bisherigen Leistungen zufrieden sein. Mit 4,5 Punkten aus 5 Spielen ist sie alleinige Spitzenreiterin



v.l.: Elena Tairova-Ekaterina Kovalevskaya Remis nach hartem Kampf



Blick in dem Turniersaal



v.l.: Jessica Nill-Monika Socko. Für Jessica geht es nun wieder aufwärts. Sie erzielte in der 5. Runde ein Remis gegen die hohe Favoritin.



v.l.: E. Pähtz-M. Mader



Marta Michna, bekannter unter ihrem Mädchennamen Zielinska. Sie wird (hoffentlich) bald unser deutsches Nationalteam verstärken. Zu ihren größten Erfolgen zählt der zweimalige Gewinn der polnischen Landesmeisterschaften für Frauen und der Titel der U18-Europameisterin von 1995. Darüber hinaus wurde sie 2005 in Göteburg Mannschaftseuropameisterin.



Monika Socko, polnische Nationalspielerin. Bei der Schacholympiade 2002 im slowenischen Bled gewann sie die Bronzemedaille mit der polnischen Mannschaft.



E. Tairova-Kovalevskaya



Blick in dem Turniersaal



Hauptschiedsrichter Klaus Deventer bei seiner täglichen Arbeit



Guido Feldmann, Mitarbeiter des Deutschen Schachbundes. Er ist verantwortlich für die Übertragung der Partien ins Internet. Aber dass es nicht so richtig funktioniert, ist nicht seine Schuld. Der kanadische Server (Monroi) scheint etwas Ladehemmungen zu haben.



Zhao Xue betritt den Analyseraum nach ihrer gewonnenen Schlacht gegen Corina Peptan.



Bundestrainern GM Uwe Bönsch kommentiert live die Partien fürs Publikum.



Bei lockerer Atmosphäre verfolgt der erste Vorsitzende des Schachklubs Bad Homburg 1927 e.V., Jürgen Roser, die Partieanalysen des Großmeisters.



Joachim Petry, der Hauptsponsor und Initiator dieser Veranstaltung bei seiner täglichen Arbeit im Büro



Keine andere Frau hat Bad Homburg v.d.Höhe so nachhaltig beeinflusst wie Victoria Kaiserin Friedrich. Im Sommer 1870 weilte die aus England stammende Prinzessin erstmals in der Kurstadt. Mit Bad Homburg verband Kaiserin Friedrich zeitlebens eine Reihe guter Erinnerungen.



Als Kaiser Wilhelm I. am 9. März 1888 starb, war sein Sohn, der ihm als Friedrich III. auf den Thron folgte, bereits schwer von seiner Krankheit gezeichnet. Von politischer Seite setzte man schon auf dessen Nachfolger Prinz Wilhelm. Nur unter großen Mühen konnte Friedrich III. von seinem Kuraufenthalt in San Remo nach Berlin zurückkehren um die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Schon seit Monaten hatte er die Stimme verloren und konnte nur über Notizzettel kommunizieren.


Am 15. Juni 1888, nach nur 99 Tagen der Regierung, starb Friedrich III. dort unter großen Qualen. Seine letzten „Worte“, geschrieben auf einen seiner „Sprechzettel“ waren: „Victoria, ich und die Kinder...“




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