Beim Freestyle Chess Grand Slam in Weissenhaus 2025 hatte Vincent Keymer das Turnier gewonnen. Jetzt ist die Veranstaltung in Weissenhaus zur Freestyle-Weltmeisterschaft aufgestiegen und Vincent Keymer spielt wieder ganz vorne mit.
Am ersten Spieltag, Freitag, den 13. Februar 2026, wurden die Partien in einem Rundenformat ausgetragen. Jeder Spieler spielte gegen jeden Spieler. Nach 7 Runden stand das Ergebnis fest nach dem entschieden wurde, wer ins Halbfinale weiterzieht und wer bei den Platzierungspielen um die Ränge 5 bis 8 dabei ist.
Nodirbek Abudattorov und Vincent Keymer können an Tag 2 um den Einzug ins Finale spielen, gelten jedoch beide als die Underdogs im Halbfinale | Foto: Lennart Ootes / Freestyle Chess
Magnus Carlsen, der erst in der vergangenen Woche die Speed Chess Championship in London gewonnen hatte, konnte auch in Weissenhaus wieder von sich überzeugen. Im Vorjahr hatte Vincent Keymer ihn in Weissenhaus im Halbfinale mit 1,5 zu 0,5 aus der Siegesbahn gebracht, so dass Carlsen beim Spiel um Platz 3 dabei war. Im diesjährigen direkten Duell zwischen Magnus Carlsen und Vincent Keymer im Rundenformat ging die Partie remis aus. Magnus Carlsen führt die Tabelle mit 4,5 Punkten aus 7 Partien an. Gefolgt wird er von Vincent Keymer, Fabiano Caruana und Nodirbek Abdusattorov mit je 4 Punkten.
Die einzige Niederlage, die Carlsen am ersten Spieltag einfahren musste, war gegen Arjun Erigaisi. Dieser gewann gegen Magnus Carlsen, Vincent Keymer und Javokhir Sindarov. Mit drei Punkten reichte es für ihn jedoch nicht, sich für das Halbfinale zu qualifizieren. Für ihn geht es weiter im Spiel um die Plätze 5 bis 8.
Levon Aronian konnte nur zwei Punkte im Rundenformat erspielen. In der K.O.-Phase kann er aber weiterhin auch um Platz 5 mitspielen | Grafik und Foto: Freestyle Chess, Instagram
Bei den Freestyle Chess-Veranstaltungen ist es Tradition geworden, dass sich ein Teil der Spieler seinen Gegner für die nächste K.O.-Runde selbst aus dem Pool der Gegner aussuchen darf. 2025 hatte Magnus Carlsen beim Halbfinale für Vincent Keymer entschieden. Spätestens nach Keymers Sieg 2025 in Weissenhaus beim Freestyle Chess und nachdem Keymer Weltrangplatz 4 im Standardschach erreicht hatte, weiß die Konkurrenz, dass auch Keymer nicht unterschätzt werden darf. Im Vorfeld zu Tag 2 entschied sich Magnus Carlsen für Nodirbek Abdusattorov als Gegner. So blieb für Vincent Keymer und Fabiano Caruana keine echte Wahl. Für Keymer stehen die Sterne gut. Im Rundenformat gelang ihm ein Sieg gegen den US-Amerikaner.
Fabiano Caruana hatte eine schwierige Stellung gegen Magnus Carlsen. Nicht viele Spieler können sich aus so einer Situation gegen den Magnus Carlsen zurückkämpfen. Zu einem rettenden Remis für Caruana kam es dennoch nicht:
Magnus Carlsen auf der Jagd nach dem nächsten Weltmeistertitel | Foto: Lennart Ootes / Freestyle Chess
Die Partie zwischen Vincent Keymer und Fabiano Caruana ist lehrreich bezüglich Qualitätsopfer und der stärke von Läuferpaaren. Dass beide Spieler im Endspiel eine Möglichkeit für Schwarz übersahen, ein Remis zu erzwingen, sei der kurzen Bedenkzeit geschuldet.
Tatsächlich waren dies die einzigen beiden Verlustpartien von Fabiano Caruana, weshalb er sich den Einzug ins Finale mit 4 aus 7 erspielt hat. Die vier Halbfinal-Partien werden zeigen, was die vier Spieler, die weiter um die Freestyle-Chess-Krone kämpfen, aus ihrem Einzug ins Halbfinale machen.
Vier Partien stehen Vincent Keymer noch gegen Fabiano Caruana bevor |
Foto: Lennart Ootes / Freestyle Chess
Pressekonferenz u.a. mit Vincent Keymer und Magnus Carlsen |
Foto: Lennart Ootes / Freestyle Chess
Sollten Vincent Keymer und Magnus Carlsen können am Sonntag entweder im Finale oder beim Spiel um Platz 3 aufeinandertreffen. Nur wenn einer im Halbfinale verliert und der andere gewinnt, dann wird es das direkte Duell dieses Wochenende nicht mehr geben.
Am Samstag beginnen die K.O.-Spiele. Wer hier verliert, kann danach nur noch bei einem Platzierungsmatch mitmachen. Alle Platzierungen werden ausgespielt. Am Samstag stehen das Halbfinale und die Vorentscheidungen zu den Platzierungen auf dem Programm. Diese Formate werden jeweils in vier Partien gegen denselben Gegner ausgespielt. Am Sonntag geht es dann um die konkreten Plätze. Das Finale und die Spiele um Platz 3, 5 und 7 werden dann ausgeführt. Zusätzlich finden an beiden Tagen auch Showkämpfe zwischen Bibisara Assaubayeva und Alexandra Kosteniuk zur Vorbereitung auf die Freestyle-Frauen-Weltmeisterschaft 2026 statt.
Abdusattorov und Carlsen spielten im Rundenformat remis gegeneinander. Keymer gewann im Rundenformat gegen Caruana. Der Samstag wird zeigen, ob ein Halbfinale mit vier Runden ähnlich ausfallen wird. | Grafik und Fotos: Freestyle Chess

Für das Halbfinale der Platzierungsspiele für Platz 5 bis 8 treten am Samstag Hans Niemann und Levon Aronian sowie Arjun Erigaisi und Javokhir Sindarov in vier Runden gegeneinander an | Grafik und Foto: Freestyle Chess
Alle Finalplätze von eins bis acht werden ausgespielt. Das Gesamtpreisgeld beträgt 300.000 US-Dollar, wovon 100.000 US-Dollar an den FIDE-Freestyle-Schachweltmeister gehen.
Das Schauturnier besteht aus vier Partien, die am 14. und 15. Februar jeweils um 15 Uhr gespielt werden. Die Bedenkzeit beträgt 25 Minuten plus 10 Sekunden Zeitzugabe pro Zug. Steht es nach den vier Partien unentschieden, entscheidet ein Tiebreak. Das Gesamtpreisgeld beträgt 15.000 US-Dollar.