Die inzwischen 14-teilige Serie „Understanding Middlegame Strategies“ des niederländischen Schachgroßmeisters und Autors Ivan Sokolov behandelt verschiedene Aspekte der Mittelspiel-Strategie. In den ersten Bänden werden Eröffnungs-unabhängige Themen besprochen wie dynamische Bauern oder das praktische Mittelspiel. Die weiteren Bände behandeln Stellungen, die aus häufig gespielten Eröffnungssystemen hervorgehen. Dabei geht es nicht um die Theorie dieser Eröffnungen, sondern um das Verständnis der Mittelspiel-Stellungen und die sich daraus ergebenden Strategien.
Im ersten Teil meiner Serie hatte ich die „allgemeinen“ Kurse besprochen.
In dieser Folge möchte ich drei Kurse vorstellen, die Stellungstypen aus meinem Eröffnungs-Repertoire (Sizilianisch, Französisch und Königsindisch) behandeln.
Hinweis:
Verwechseln Sie diese Kurse nicht mit Eröffnungs-Fritztrainern. Es werden hier zwar auch einige Theorievarianten besprochen, die Kurse bieten aber kein komplettes Repertoire für Weiß oder Schwarz. Um für diese Eröffnungen eine solide theoretische Basis zu bekommen, ergänzen Sie diese z.B. mit diesen Kursen:
Wie Sokolov in der Einleitung beschreibt, geht es im ersten Teil (Rossolimo-Strukturen) des Kurses um diese drei Stellungstypen nach 1.e4 c5 2.Sf3 Sc3 3.Lb5 und nun entweder 3…Sf6, 3…g6 oder 3…e6:

Vor der Besprechung dieser Stellungen und ihren strategischen Merkmalen zeigt der Autor zwei historische Partien von Mikhail Botvinnik, in denen Stellungen entstehen, die sehr an italienische oder spanische Strukturen erinnern, zum Beispiel:

Im zweiten Teil des Kurses ist die Ausgangsstellung einer sehr häufig gespielten Stellung der „Maroczy-Bind“ Struktur nach z.B. 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 g6 5.c4 Lg7 das Thema. Diese oder ähnliche Stellungen können z.B. auch aus dem Königsindischen oder der Englischen Symetrie-Variante entstehen.

Ergänzt wird der Kurs durch 15 Testaufgaben im interaktiven Fritztrainer-Format und Datenbanken mit Analysen und weiteren Beispielen.
Hinweis: Die Bände 9 und 11 zu Französosisch-Tarrasch und Königsindisch bespreche ich in verkürzter Form, da sich der grundsätzliche Aufbau der Kurse nicht wesentlich ändert.
Der Kurs betrachtet die Tarrasch-Variante der Französischen Verteidigung (1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2) aus Sicht des Nachziehenden und kann als „strategische Repertore-Empfehlung“ für Schwarz verstanden werden. Im Zentrum steht die Position nach 3… c5 4.exd5 exd5 (oder 4.Sf3 Sc6 5.exd5 exd5), bei der Schwarz mit dem „Isolani“ spielt.

Ein großer Anhänger dieser Variante war Viktor Kortschnoi, daher bespricht der Autor auch einige seiner Partien. Als „Bonus“ werden noch zwei andere typische Französisch-Stellungen besprochen und zwar die nach 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Sf6 (4.Lg5 dxe4 und 4.e5 Sfd7 5.f4 c5) und die Vorstoßvariante nach 1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 c5.
Das ergibt natürlich noch kein komplettes Repertoire, es macht den Kurs aber zu einer guten Strategieergänzung für Schwarz. Für Freunde der Französisch Winawer-Variante (3.Sc3 Lb4) hat Sokolov auch diesen Kurs im Angebot:
Sokolov beschreibt in diesem Kurs Strategien zu den Königsindisch-Stellungen, bei denen Weiß das Zentrum mit e4 besetzt, also Strukturen aus der Klassischen Variante mit Sf3, dem Samisch-Aufbau (f3) und ähnlichen Systemen:

Die Übungsaufgaben kommen in diesem Kurs in einer eigenen Datenbank und im interaktiven Format ohne Video:

Mit diesen Videokursen bekommen wir umfangreiches und fundiertes Trainingsmaterial zu spezifischen Stellungen aus „unserem“ Eröffnungs-Repertoire, welches von Ivan Sokolov gekonnt und sehr sympathisch präsentiert wird. Als Amateure sollten wir uns mehr auf die strategischen Merkmale konzentrieren, statt uns nur mit der Theorie zu beschäftigen. Ivan Sokolov kann uns dabei helfen!
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Bisher habe ich ChessBase-Produkte auf Windows-Computern genutzt, gelegentlich auch die browserbasierten „Web-Apps“ und die mobile ChessBase-App auf Smartphone und Tablet. Da ich mir unlängst mein erstes „MacBook“ gekauft habe, nutzte ich die Gelegenheit, diese Fritztrainer in der Apple-Version zu installieren und meine Erfahrungen als Mac OS-Einsteiger mit Ihnen zu teilen.
Fritztrainer ab Veröffentlichungsdatum Mitte 2019 werden in der Download-Version auch für Apple Macintosh-Computer angeboten. Wer den Kurs noch als DVD gekauft hat, kann die Aktivierungsnummer im Shop als Download registrieren. Danach steht neben der Windows-Version auch die Mac OS X-Version als Download zur Verfügung, Beispiel:

Die heruntergeladene Datei kann man einfach in zwei Schritten öffnen und dann bei Bedarf auch in den Anwendungsordner ziehen:

Nach der Aktivierung der Seriennummer ...

… können die Videos und Datenbanken gestartet werden:

Die Funktionen entsprechen der Fritztrainer App, die unter Windows installiert wird. Im Gegensatz zu den browserbasierten Web-App bzw. ChessBase Books-Versionen, die nur online zur Verfügung stehen, kann man die lokal installierten Apps auch offline verwenden. Ich bevorzuge aber nach wie vor die Nutzung der Fritztrainer mit ChessBase, Fritz oder auch dem dem Chessbase Reader, da man hier den direkten Zugriff auf die eigenen Datenbanken, PowerBooks und Engines hat.
Ivan Sokolov ist ein niederländischer Schachgroßmeister und Autor populärer Schachbücher. Er war 1988 jugoslawischer Meister und 1995 und 1998 niederländischer Meister. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehört er zu den Elite-Spielern und hat viele der stärksten Spieler der Welt geschlagen.