Rechnen lernen mit dem ehemaligen Anand-Sekundanten
Der indische Großmeister und bekannte Schachautor Surya Ganguly zeigt in seinem neuen Kurs „Calculation Step by Step, Vol. 1 – Foundations“, wie man gutes Rechnen erlernt. Thematisch unterteilt ist der Kurs in mehrere Kapitel, die jeweils eine Technik der Variantenberechnung zeigen. Zunächst ein kleiner inhaltlicher Einblick:
Kapitel 1: Forcing Moves
Die meisten Rechenfehler passieren früh in einer Variante, wenn forcierte Züge nicht berücksichtigt werden. In Fernandez Garcia-Marino Bravo folgte hier 19.Df3 Dxa2. Wer hatte dabei etwas übersehen?
(Die Lösungen zu den Aufgabe finden Sie unter dem Beitrag)
In diesem Kurs macht Großmeister Ganguly das Rechnen zu einer trainierbaren Fähigkeit – mit einem klar strukturierten Lernpfad für jedes Spielniveau.
Wenn es eine Fähigkeit gibt, die mehr Partien entscheidet als jede andere, dann ist es das Variantenberechnenung. Eröffnungen verblassen, Pläne ändern sich – doch klar zu sehen, Varianten zu vergleichen und selbstbewusst zu entscheiden bringt die Punkte. In diesem Kurs macht Großmeister Ganguly das Rechnen zu einer trainierbaren Fähigkeit – mit einem klar strukturierten Lernpfad für jedes Spielniveau. Sie werden nicht einfach nur Taktikaufgaben lösen, sondern lernen, wie man denkt: Wo man beginnt, welche Varianten man verfolgt, wann man aufhört – und wie man auch unter Druck ein glasklares Bild der Stellung behält.
Free video sample: Introduction
Free video sample: Forcing moves
Kapitel 2: Short Calculation
"Before going very deep, go broader." (Ganguly)
Ganguly zeigt die Technik, erstmal nicht in einem Abspiel in die Tiefe zu gehen, sondern ganz am Anfang der Variante zunächst verschiedene taktische Ideen zu berücksichtigen. Andernfalls bleibt so manches Kunststück verborgen.
Bura-Paric, Weiß am Zug!
Kapitel 3: Visualisation
Ganguly lässt einige komplizierte Bauernendspiele berechnen, was er für ein probates Mittel hält, um diese Fähigkeit zu trainieren. Hier bin ich auf Vol. 2 des Kurses, Advanced Practice, gespannt, denn mit mehr Figuren auf dem Brett ist Visualisierung doch noch um einiges schwieriger.
In this two-volume course GM Ganguly turns calculation into a trainable skill with a structured path for any level.
If one skill decides more games, it’s calculation. Openings fade, plans change—but seeing clearly, comparing lines, and choosing with confidence wins points. In this two-volume course, GM Ganguly turns calculation into a trainable skill with a structured path for any level. You won’t just solve tactics; you’ll learn how to think: where to start, which branches to explore, when to stop, and how to keep a crystal-clear mental board under pressure.
Free video sample: Introduction
Free video sample: Attack & Defence
Kapitel 4: Elimimation
Oft führt der natürliche Zug nicht zum Ziel, dann spielt Elimination eine wichtige Rolle. Die letzte Trainingsstellung dieses Kapitels ist fantastisch, würde aber in einer Rezension zu weit führen!
Kapitel 5: Comparison – connect the dots (verbinde die Punkte)
Verschiedene taktische Ideen gegen den schwarzen König liegen in der Luft. Warum will es nicht so richtig funktionieren und wie bringt Weiß am Zug die Sache dann doch zum Laufen?
Natürlich weiß man in einer Partiesituation nicht, welche der Variantenberechnungstechniken gerade gefragt ist, häufig ist es auch eine Mischung. Aber es geht, wie der Kurstitel sagt, zunächst um die Foundations, die Grundlagen.
Wie wird man gut im Rechnen?
Was unterscheidet Gangulys Fritztrainer nun von den vielen anderen Kursen oder Büchern, die sich mit dem Thema Variantenberechnung befassen?
Der indische Großmeister spricht von Trainer zu Schüler – und macht klar, dass alle Stellungen blind im Kopf zu lösen sind, wie in einer Turniersituation.
"How would you play in a tournament game?"
In this video course, GM Surya Ganguly joins IM Sagar Shah and drawing from his colossal experience, shares some uncommon endgame wisdom. The material mostly features positions with rook against rook and a pawn, and starts by covering the fundamentals.
Der Unterschied zur Turnierpartie ist bei den Trainingsstellungen jedoch, dass Aufgeben keine Option ist. Ganguly betont immer wieder sein Konzept, es so lange zu probieren und nach Ideen zu suchen, bis er eine Stellung gelöst hat. Auch wenn es eine halbe Stunde dauert oder eine Stunde oder länger.
Als gewissenhafter Schüler habe ich mich selbstverständlich an seine Vorgaben gehalten :-). Und ja, am Ende fühlt es sich dann doch gut an, wenn man aus eigener Kraft eine harte Nuss geknackt hat. Auch Gangulys Tipp, sich eine nicht gelöste Stellung abends vor dem Schlafen nochmal blind im Kopf vorzunehmen, habe ich getestet. Das „Krasenkow Problem“ war dann aber doch eine zu harte Nuss:
Schwarz am Zug gewinnt. Unglaublich schwer, aber nicht lang – die Lösung finden Sie im Kapitel „Short Calculation“.
Die Arbeitsethik, die Ganguly von sich und seinen Schülern einfordert, könnte auch etwas darüber aussagen, weshalb Indien so viele starke Großmeister hervorbringt. Nebenbei gibt Ganguly noch ein paar Tipps, um das Rechentraining in den Alltag zu integrieren: Social-Media-Konsum unterwegs auf Reisen? Nutzt das Handy lieber für Taktikaufgaben!
Fazit
Surya Gangulys Fritztrainer „Calculation Step by Step, Vol. 1 – Foundations“ ist keine Sammlung von Trainingsstellungen, sondern eine Anleitung, wie man gutes Rechnen erlernt. Der indische Großmeister gibt Tools, um sich selbst zu trainieren:
"You are your own coach."
Der Kurs ist herausfordernd und spricht ambitionierte Vereinsspieler an. Mir hat der Kurs Spaß gemacht – zumal der indische Großmeister mit viel Begeisterung dabei ist und als ehemaliger Anand-Sekundant auch die ein oder andere Anekdote zu erzählen weiß.
Alles basiert auf Konzepten und Verständnis, nicht auf Auswendiglernen. Wenn du das Konzept einer Festung einmal verstanden hast, wirst du es nie wieder vergessen. Lasst uns jetzt dieses Geheimnis lüften!
Warst du während deiner Schachpartien jemals unsicher, ob es eine Festung ist? Entweder von der angreifenden oder von der verteidigenden Seite aus erreichen wir oft Positionen, die zu grundlegenden Festungen führen könnten. Es gibt zahlreiche Partien, in denen ein Spieler aufgrund mangelnder Kenntnisse über Festungen Punkte verliert. Wie kann man diesen anspruchsvollen Bereich verstehen? Lass uns gemeinsam auf diese Reise gehen, bei der du verschiedene praktische Stellungen kennenlernst, die man unbedingt kennen muss. Wie du im Video sehen wirst, basiert alles auf Konzepten und Verständnis und nicht auf Auswendiglernen. Sobald du das Konzept verstanden hast, wird es dir im Gedächtnis bleiben. Lass uns jetzt dieses Geheimnis lüften!
Lösungen zu den Aufgaben:
Zum Autor:
Surya Shekhar Ganguly ist einer der am meisten ausgezeichneten Großmeister, die Indien hervorgebracht hat. Zu seinen größten Erfolgen zählen der Gewinn der Nationalen Meisterschaft, die er von 2003 bis 2008 sechs Mal in Folge gewann, die Asiatische Kontinentalmeisterschaft im Jahr 2009 und so bedeutende offene Turniere wie das Fujairah International Open im Jahr 2012 und das Belt and Road Open im Jahr 2019. Er vertrat Indien auch bei sechs Olympiaden und holte zweimal Einzelgold bei der Mannschaftsweltmeisterschaft, 2010 und 2019. Außerdem gehörte er zu dem Team von Sekundanten, das Vishy Anand in drei Weltmeisterschaftskämpfen zum Sieg verhalf, und zwar gegen Kramnik, Topalov und Gelfand in den Jahren 2008, 2010 und 2012.
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Ganguly bringt in mehreren wichtigen Passagen neue Ideen rein – sogar in den bekanntesten Hauptthemen.
Die Ragosin-Variante (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.Sc3 Lb4) ist zu einem Eckpfeiler der modernen Schachtheorie geworden. Da 3.Nf3 immer beliebter wird, um Nimzo-Indisch und Herausforderungen zu vermeiden, denen Schwarz in der Damenindischen Verteidigung gegenübersteht, bietet die Ragosin-Variante eine solide und dynamische Alternative.
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