GRENKE Chess Classic, Runde 5: Vincent Keymer gewinnt gegen Georg Meier

von Johannes Fischer
24.04.2019 – Vincent Keymer kam in Runde 5 der GRENKE Chess Classic zu seinem ersten Sieg. Er gewann mit etwas Glück, aber letztendlich verdient gegen Georg Meier und geht so mit einem Sieg in den morgigen Ruhetag. Die anderen vier Partien der Runde endeten alle Remis und damit liegen Vishy Anand und Magnus Carlsen weiter gemeinsam an der Spitze. | Fotos: Georgios Souleidis

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GRENKE Chess Classic 2019, Runde 5

V. Keymer 1-0 G. Meier

Vincent Keymer ist 14 Jahre alt, ein großes Talent, aber immer noch IM und so der große Außenseiter bei den GRENKE Chess Classic. Aber in der ersten Hälfte des Turniers hat er viele Zuschauer durch sein starkes Spiel überrascht. Gegen Carlsen, Caruana und Naiditsch erreichte er aussichtsreiche Stellungen, aber dann zeigte sich seine Unerfahrenheit im Kampf gegen die Weltspitze und er verlor alle seine vier Partien.

Auch Gegen Georg Meier stand Keymer nach der Eröffnung wieder aussichtsreich, aber hatte einmal mehr Schwierigkeiten, diesen Vorteil konsequent auszunutzen. Anstatt den Druck auf Schwarz weiter zu erhöhen, entschied sich Keymer für einen Bauerngewinn, aber gab Meier in dem dann entstehenden Endspiel hatte Meier Remischancen. Doch die nutzte Meier nicht und so entstand schließlich ein kompliziertes Damenendspiel, in dem Keymer aufpassen musste, Meier nicht Patt zu setzen. Doch Keymer umschiffte alle Klippen, holte sich eine zweite Dame, wich anschließend dem Dauerschach aus und kam schließlich zu seinem ersten Sieg bei den GRENKE Classic.

 

Georg Meier | Foto: Georgios Souleidis

M. Carlsen ½-½ A. Naiditsch

Magnus Carlsen spielte einmal mehr die längste Partie der Runde. Er setzte Arkadij Naiditsch sechs Stunden lang unter Druck, aber Naiditsch hielt diesem Druck stand und so musste sich Carlsen am Ende mit einem Remis begnügen.

 

Magnus Carlsen | Foto: Georgios Souleidis

V. Anand ½-½ F. Caruana

Auf 1.e4 spielt Fabiano Caruana gerne Russisch, aber gegen Vishy Anand entschied er sich für die Berliner Verteidigung. Anand fand keinen Weg, Schwarz unter Druck zu setzen und die Partie endete nach unspektakulärem Verlauf nach 40 Zügen mit Remis.

 

M. Vachier-Lagrave ½-½ L. Aronian

Maxime Vachier-Lagrave und Levon Aronian diskutierten eine Variante im Spanier, die sie schon oft auf dem Brett hatten, und im 13. Zug probierte Aronian ein neues Konzept, indem er mit 13...d4 das Zentrum abriegelte. Aber danach passierte nicht mehr viel und wenig später endete die Partie mit Remis durch Zugwiederholung.

 

Maxime Vachier-Lagrave | Foto: Georgios Souleidis

P. Svidler ½-½ F. Vallejo Pons

Francisco Vallejo hat im bisherigen Verlauf des Turniers noch keine Partie gewonnen, aber aktiv gespielt. Auch gegen Peter Svidler zeigte er sich von Beginn an unternehmungslustig und preschte in einem Italiener schon früh in der Eröffnung mit seinen Königsflügelbauern nach vorne. Das brachte ihm im weiteren Verlauf der Partie in Schwierigkeiten, aber Svidlers Vorteil reichte nicht zum Gewinn und so endete auch diese Partie mit Remis.

 

Ergebnisse der 5. Runde

  Name Land Elo Result   Name Land Elo
GM Magnus Carlsen
 
2845 ½ - ½ GM Arkadij Naiditsch
 
2695
GM Viswanathan Anand
 
2774 ½ - ½ GM Fabiano Caruana
 
2819
GM Maxime Vachier Lagrave
 
2773 ½ - ½ GM Levon Aronian
 
2763
GM Peter Svidler
 
2735 ½ - ½ GM Francisco Vallejo Pons
 
2693
IM Vincent Keymer
 
2516 1 - 0 GM Georg Meier
 
2628

Tabelle nach der 5. Runde

Rg.   Name Land Elo 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Pkt.
1 GM Magnus Carlsen
 
2845   ½ ½       ½ 1   1 3.5 / 5
2 GM Viswanathan Anand
 
2774 ½   ½ ½       1   1 3.5 / 5
3 GM Fabiano Caruana
 
2819 ½ ½   ½   ½       1 3.0 / 5
4 GM Maxime Vachier Lagrave
 
2773   ½ ½   ½   ½   1   3.0 / 5
5 GM Levon Aronian
 
2763       ½   1 ½ ½ ½   3.0 / 5
6 GM Peter Svidler
 
2735     ½   0   1 ½ 1   3.0 / 5
7 GM Arkadij Naiditsch
 
2695 ½     ½ ½ 0       1 2.5 / 5
8 GM Francisco Vallejo Pons
 
2693 0 0     ½ ½     ½   1.5 / 5
9 GM Georg Meier
 
2628       0 ½ 0   ½   0 1.0 / 5
10 IM Vincent Keymer
 
2516 0 0 0       0   1   1.0 / 5

Alle Partien

 

Turnierseite




Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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sleepy55 sleepy55 25.04.2019 02:38
DoktorM: Hört sich irgendwie an wie: Messi und Ronaldo fehlen eigentlich das Ballgefühl. Die schießen auch mal vorbei und sollten eigentlich keine Profis sein. Unter Wettkampfstress werden fehler gemacht immer. Bei Karpov, Kasparov, Fischer, Carlsen, einfach allen. Und wie kommst Du darauf, dass Du das besser beurteilen kannst als die Großmeister?
Don Claudio Don Claudio 25.04.2019 11:14
"Keymer aufpassen musste, Meier nicht Patt zu setzen" Hätte Meier im 47. Zug oder auch oder einige Züge später c4 gespielt, hätte Keymer nicht aufpassen müssen, denn er hätte seinen Bauer nicht vorbeiziehen können wegen Dame auf c1 und am Ende wäre eine Pattstellung entstanden. Carlsen z.B. hätte das sicher gesehen wie auch das Schlagen im 42. Zug auf f5, da sonst ein Bauernendspiel nach Ld2 entsteht, das man vorher bis zum Ende durchrechnen sollte und da h4 absolut keinen Sinn machte. Ungewöhnlich für GM mit über 2600 Elo? Allerdings hat Keymer dann außerordentlich perfekt gespielt und seinen kleinen Trick mit f5 zur Geltung gebracht.
Sturmaske Sturmaske 25.04.2019 12:43
Ob sie DoktorM allerdings vom richtigen Schach etwas verstehen, da haben wir mit Sicherheit unsere Zweifel.
DoktorM DoktorM 25.04.2019 12:02
So manchen Spielern fehlt das Gefühl für die Stellung. Nicht nur heute. Da werden Bauern ohne Sinn geopfert, da wird in Endspiele abgewickelt, die objektiv nicht remis sind. Als Zuschauer - ohne PC - erwarte ich eine Art von "Offenbarung"., die einen merkwürdigen Zug letztlich rechtfertigen. Da kommt meistens nichts. Wenn ich ehrlich bin, sollten 2600er keine Profis sein, sondern wirklich alles an ihrem Schach überprüfen. Das sind ganz selten Einsteller, das sind meistens keine falschen Pläne, das ist schlechtes Schach. So als ob man nichts von dem Spiel versteht.
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