GRENKE Chess Classic, Runde 2: Vitiugov siegt erneut

von Klaus Besenthal
01.04.2018 – Beim "GRENKE Chess Classic" in Karlsruhe ist Nikita Vitiugov der Mann der Stunde. Nach seinem schönen Sieg gestern gegen Matthias Blübaum schlug der russische Großmeister heute in der zweiten Runde mit Georg Meier auch den anderen deutschen Teilnehmer (Foto: Georgios Souleidis). Blübaum hingegen rehabilitierte sich: Der WM-Kandidat Fabiano Caruana konnte sich mit Weiß keine Gewinnchancen erarbeiten und musste gegen den Deutschen mit einem halben Punkt zufrieden sein. An den anderen drei Tischen gab es ausschließlich Weißsiege: Magnus Carlsen gewann gegen Hou Yifan, Maxime Vachier-Lagrave gegen Viswanathan Anand und Levon Aronian gegen Arkadij Naiditsch.

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Fotos: Georgios Souleidis

Tabelle nach der 2. Runde

Rang Nr. Teilnehmer TWZ 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Punkte Siege
1. 1. Vitiugov, Nikita 2735 **         1 1       2.0 2
2. 2. Vachier-Lagrave, Maxime 2789   **           ½ 1   1.5 1
2. 3. Aronian, Levon 2794     **       ½ 1     1.5 1
2. 4. Carlsen, Magnus 2843       ** ½         1 1.5 1
5. 5. Caruana, Fabiano 2784       ½ ** ½         1.0 0
6. 6. Bluebaum, Matthias 2631 0       ½ **         0.5 0
6. 7. Meier, Georg 2648 0   ½       **       0.5 0
6. 8. Naiditsch, Arkadij 2701   ½ 0         **     0.5 0
6. 9. Anand, Viswanathan 2776   0             ** ½ 0.5 0
6. 10. Hou, Yifan 2654       0         ½ ** 0.5 0

Caruana - Blübaum 0,5:0,5

In einer französischen Partie mit blockiertem Zentrum konnte Caruana als Weißer nichts gegen Matthias Blübaum ausrichten. Der deutsche Großmeister fuhr gegen den WM-Herausforderer ein sehr sicheres Remis ein. 

Matthias Blübaum strahlte schon vor der Partie gegen Fabiano Caruana Zuversicht aus - zu Recht!

Vitiugov - Meier 1:0

In einer eigentlich sicheren Stellung entschied sich Georg Meier für eine Abwicklung, die am Ende nicht funktionieren wollte:

 

Georg Meier konnte die "harte Nuss" Nikita Vitiugov heute nicht knacken.

Carlsen - Hou Yifan 1:0

Magnus Carlsen präsentierte sich wieder einmal so, wie die Schachwelt ihn kennt. Der Weltmeister hatte es in der Eröffnung nicht eilig, irgendwelchen Vorteil für sich zu reklamieren, und er hatte ebenso wenig ein Problem damit, in ein eigentlich gleich stehendes Endspiel überzuleiten. Eigentlich(!) - zwei unscheinbare Pluspunkte in Stellung und Material reichten Carlsen, um seine chinesische Gegnerin bei stark reduzierten Material gewaltig unter Druck zu setzen:

 

Magnus Carlsen lieferte gegen die Nr. 1 der Frauen-Weltrangliste einen ziemlich unwiderstehlichen Auftritt ab. Das war stark!

Vachier-Lagrave - Anand 1:0

Nach einem einzigen schwächeren Zug des Verteidigers Anand erreichte Maxime Vachier-Lagrave einigen Vorteil - ein eingestellter Bauer markierte dann schließlich das Ende von Anands Rettungsversuchen.

 

Viswanathan Anand ist in Karlsruhe bislang noch nicht in Bestform. 

Aronian - Naiditsch 1:0

Passiv oder aktiv spielen? Arkadij Naiditsch wollte aktiv spielen, und das war wohl weniger gut. Aber es zeigt wieder einmal, welchen Stellenwert die Großmeister heutzutage dem aktiven Spiel beimessen. Ein kraftraubendes Abwarten, bei dem man sich keine Schwäche leisten kann, kann angesichts der stark begrenzten Bedenkzeitreserven nicht mehr das Ziel im modernen Schach sein.

 

Nach seinen Problemen beim Kandidatenturnier ist Levon Aronian in Karlsruhe wieder gut dabei.

Partien

 

Turnierseite




Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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