Das neuntägige 15. Großmeisterinnen-Schachfestival – Krystyna Hołuj-Radzikowska Memorial – verband hochkarätiges Schach mit einem breit angelegten Rahmenprogramm zur Förderung des Frauenschachs und zur Ansprache eines breiten Publikums, von Titelträgerinnen bis hin zu lokalen Schachbegeisterten.
Die Veranstaltung ist dem Andenken an Krystyna Hołuj-Radzikowska gewidmet, einer der herausragendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des polnischen Schachs. Die neunfache polnische Meisterin und langjährige internationale Vertreterin Hołuj-Radzikowska prägte die Entwicklung des Frauenschachs in Polen maßgeblich. Das nach ihr benannte Festival spiegelt weiterhin die Werte wider, die ihre Karriere prägten: sportliche Höchstleistungen, Fairplay und Engagement für die Schachgemeinschaft.
Der sportliche Höhepunkt des Festivals war der Teamwettkampf zwischen Polen und dem Rest der Welt, der im Hotel im. Jana Pawła II. ausgetragen wurde. Die Partien wurden mit klassischer Bedenkzeit gespielt.

Alina Kashlinskaya, Klaudia Kulon (Polen), Olga Badelka (RoW), Oliwia Kiolbasa (Polen), Dinara Wagner (RoW) | Foto: Offizielle Website
Nach den ersten drei Runden hatte Polen einen knappen Vorsprung. Die Gastgeber gewannen das Auftaktspiel mit 3:2, gefolgt von einem deutlicheren 3,5:1,5-Sieg in der zweiten Runde. Der „Rest der Welt“ antwortete in der dritten Runde mit einem 3:2-Sieg und wahrten damit seine Chancen.
In der vierten Runde glich das Team „Rest der Welt“ mit einem 3:2-Sieg sogar aus. Vier der fünf Partien endeten remis. Die einzige Entscheidung erzielte Anna-Maja Kazarian mit einem Sieg gegen Jolanta Zawadzka mit den schwarzen Steinen. Da beide Teams jeweils zwei Partien gewonnen hatten, wurde der Ausgang des Hauptturniers erst in der letzten Runde am Freitag entschieden.

Anna-Maja Kazarian | Foto: Offizielle Website
Das entscheidende fünfte Spiel ging erneut an Polen, mit 3:2. Siege von Klaudia Kulon und Alina Kashlinskaya reichten aus, um den Gastgeberinnen den Gesamtsieg zu sichern, während Dinara Wagner für die Weltauswahl den Ehrentreffer erzielte.
Einer der bemerkenswertesten Momente des gesamten Wettkampfs ereignete sich in der Partie zwischen Alina Kashlinskaya und Bella Khotenashvili. In einer bereits bekannten scharfen Caro-Kann-Variante unterlief Khotenashvili mit 12…e5?? ein entscheidender Fehler.
Der Bauernvorstoß ermöglichte 13.Dxd6. Da der Bauer auf e7 gefesselt war, konnte Schwarz ihn nicht zurückschlagen, und die georgische Großmeisterin gab sofort auf (noch bevor Kashlinskaya die Dame schlagen konnte). In früheren Partien derselben Variante hatte 12…Sf6 zu ausgeglichenen Stellungen geführt. Was den Fehler umso kostspieliger machte: Das Ergebnis erwies sich für den gesamten Wettkampf als entscheidend – es verhalf Polen zum Gesamtsieg.

Die Atmosphäre im Hotel im. Jana Pawła II in Breslau | Foto: Offizielle Website

Dinara Wagner | Foto: Offizielle Website

Aleksandra Malzewskaja | Foto: Offizielle Website
Runde 1

Runde 2

Runde 3

Runde 4

Runde 5
