Ice Chess in Moskau und London

18.01.2007 – Gelegentlich beschleicht einen während einer Partie das Gefühl, als würden die Figuren schneller verschwinden, als gut ist. Meist liegt das am eigenen Spiel, ganz selten am Wetter. Anders war dies beim Ice-Chess Städtewettkampf London gegen Moskau, bei dem die Städte per Satellit auf zwei Schachspielen aus Eis gegeneinander antraten. Beide Teams bestanden aus Schach- und Kulturprominenz und wurden von Nigel Short (London) bzw. Anatoly Karpov (Moskau) angeführt. Die Londoner führten ihre Züge auf dem Trafalgar Square, die Moskauer auf dem Puschkinplatz aus und der milde Winter machte den Figuren sichtlich zu schaffen. In Moskau zeigte das Thermometer 5° über Null während es in London nicht ganz 13° kalt bzw. warm war. Das gab den Figuren eine Lebenszeit von etwas mehr als einer Stunde und damit war die Partie nicht nur ein Wettkampf zwischen London und Moskau, sondern auch ein Wettlauf gegen die ZeitDie Partie...Video vom Wettkampf...Zum Bericht...

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Alle Figuren litten unter der Wärme, aber dennoch gab es beim Ausmaß der Schäden regionale Unterschiede. Die Figuren bildeten Londoner und Moskauer Sehenswürdigkeiten ab und während Big Ben, der König der Londoner, tapfer durchhielt, verlor der Moskauer Kremlturm seinen Stern bereits vor der Partie.


Big Ben auf dem Puschkinplatz

Dafür zeichnete sich in der Partie bald ein deutlicher Vorteil für Moskau ab. Das Moskauer Team bestand neben Anatoli Karpov aus Schachwunderkind Konstantin Savenkov, der ehemaligen Starturnerin Alina Kabaeva, dem Autor Viktor Yerofeyev und dem Schauspieler Vasily Livanov, der in vielen russischen Filmen Sherlock Holmes verkörperte.


Das russische Team. (Von links nach rechts) Alina Kabaeva, Anatoly Karpov, Vasily Livanov und Viktor Yerofeyev. Vorne: Konstantin Savenkov.

Nigel Short wurde von Jungtalent Darius Parvizi-Wayne, Peter Ackroyd, Autor von Biographien über T.S. Eliot, Charles Dickens, Thomas More, William Blake und William Shakespeare sowie Steven Moss, dem Schachkolumnisten des Guardian, unterstützt. Da sich Karpov und Short mit Ratschlägen zurückhielten, kamen die meisten Zugvorschläge von den beiden Nachwuchsstars Parvizi-Wayne und Konstantin Savenkov.


Das Londoner Team: (von links nach rechts): Steven Moss, Nigel Short, Darius Parvizi-Wayne und Peter Ackroyd

Doch am Ende rettete die Natur die Engländer: Da die Figuren zusehends schrumpften, boten die Moskauer in besserer Stellung Remis an. Die Engländer nahmen an und ein originelles Freundschaftsmatch kam zu einem friedlichen Ende.



Morgens auf dem Trafalgar Square


In Moskau wartet man auf den Beginn der Partie


Schachfiguren aus Eis


Vergängliche Schönheit



Sergey Tselebrovsky bei der Arbeit. Der 46-jährige, in Krasnoyarsk geborene, Tselebrovsky ist amtierender Weltmeister im Eisskulpturen fertigen. 2006 gewann er zum vierten Mal die World Ice Art Championships in Alaska. Tselebrovsky war auch der erste Eisskulpturenmacher, der am Nordpol gearbeitet hat.


Kühler Kopf und kalte Finger: Anatoly Karpov auf dem Schachbrett in Moskau


Nigel Short: Sein Gegenspieler in London


Nigel Short auf dem Brett


Die Figuren schmelzen, sie sind glatt, kalt und schwer zu ziehen


Wo soll der Bauer hin?


Konstantin Savenkov. Der achtjährige lernte Schach im Alter von vier Jahren von seiner Großmutter. Mit fünf besuchte er die Petrosian-Schachschule und spielte regelmäßig online. Sein schachliches Vorbild ist Capablanca, sein Lieblingsschulfach Mathematik. Außerdem spielt er gerne Fußball.


Darius Parvizi-Wayne, ebenfalls acht Jahre alt. Er begann mit dreieinhalb Schach zu spielen und lernte das Spiel von seinem polnischen Kindermädchen. Genau wie sein russischer Kontrahent beschäftigt sich Darius gerne mit Mathematik. Außerdem spielt er gerne Kricket, Tennis und Fußball. Wenn er groß ist, träumt Darius davon, in die Fußstapfen von Roger Federer zu treten, wobei er in der Freizeit gerne eine Mischung aus Kricketstar Shane Warne und Garry Kasparov verkörpern würde.




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