Interview mit DSB-Präsident Ullrich Krause

von Thorsten Cmiel
07.08.2018 – Der Konflikt des Deutschen Schachbundes mit dem Organisator Dr. Dirk Jordan schlägt hohe Welle und wird in seinem Für und Wider eifrig diskutiert. Thorsten Cmiel führte unmittelbar nach der Seniorenmeisterschaft ein Interview mit DSB-Präsident Ullrich Krause. Zudem hat Thorsten Cmiel seine Sicht der Dinge in einem Kommentar dargelegt.

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30. Deutsche Senioren Meisterschaft mit Knalleffekt
 
Das folgende Gespräch mit dem Präsidenten des Deutschen Schachbundes Ullrich Krause wurde am 28. Juli 2018 in Hamburg-Bergedorf von Thorsten Cmiel geführt.

Foto: Schachbund

 

Wir haben soeben ein Grußwort von Ihnen mit einem Knalleffekt gehört. Können Sie das heute Morgen Gesagte noch einmal kurz erläutern?

Die Deutsche Senioreneinzelmeisterschaft (DSEM) ist eine Veranstaltung des Deutschen Schachbundes, welche in diesem Jahr vom Hamburger Schachverband (HSV) ausgerichtet wird. Dr. Dirk Jordan bot an, den Hotelvertrag für die DSEM auszuhandeln. Dieser Vertrag bestand aus zwei Teilen – dem Hauptvertrag, welchen Herr Jordan dem DSB und dem HSV zur Verfügung stellte und einer geheim gehaltenen Nebenabrede, welche uns erst kürzlich bekannt wurde und zu deren Abschluss im Namen des DSB er nicht berechtigt war. Diese Nebenabrede bestand darin, dass der Verein 64 Felder e.V. in Dresden zwölf Prozent der Übernachtungseinnahmen als Kommissionszahlung erhält. Da der Deutsche Schachbund der Veranstalter der DSEM ist und nicht Herr Jordan, steht dieser Geldbetrag dem DSB als Veranstalter oder dem HSV als Ausrichter zu. Das Hotel hat sich bereit erklärt, die Überweisung an uns auszuführen und nicht an den obengenannten Verein.

Was ist das für ein Verein?

Der Verein ist meines Wissens bisher nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Uns liegen lediglich die Satzung und der Auszug des Vereinsregisters vor.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir sind der Meinung, dass das Geld den Teilnehmern zusteht, denn eine Kommissionszahlung ist immer Teil des Gesamtpakets, d.h. sie wird vom Hotel bei der Preisgestaltung einkalkuliert. Jeder Teilnehmer des Turniers, der im Hotel übernachtet hat, kann sich deswegen einen entsprechenden Anteil seiner Übernachtungskosten erstatten lassen. Wahlweise können die Teilnehmer das Geld auch dem Förderverein der Senioren spenden. Dazu werden wir den Teilnehmern entsprechende Zettel aushändigen, auf denen sie entweder ihre Bankverbindung eintragen oder ihre Absicht dokumentieren können, das Geld dem Förderverein der Senioren zukommen zu lassen.

Es hatte bereits am 3. Juni 2018 eine Meldung vom Präsidium gegeben, in der es in Kurzform hieß, man arbeite nicht mehr mit Dirk Jordan zusammen. Diese Nachricht sorgte in der deutschen Schachöffentlichkeit für Aufmerksamkeit. Wie ist man darauf gestoßen, dass es Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung zu diesem Turnier gab?

Wir hatten gewisse Verdachtsmomente, konnten diese aber zum genannten Zeitpunkt Anfang Juni nicht belegen. Details möchte ich aus naheliegenden Gründen nicht nennen.

Ist schon abzusehen, welche Konsequenzen diese personelle Veränderung für andere Turniere hat? Ich meine insbesondere die Deutsche Amateurmeisterschaft (DSAM).

Vorweg: Das Turnier ist ein Riesenerfolg. Der Modus ist fantastisch, die Teilnehmerzahlen sprechen für sich. Wir wollen die Turnierserie so erhalten, wie sie ist. Das gilt insbesondere für die bereits bekanntgegebenen Termine und Orte. Wir müssen jetzt allerdings zunächst neue Hotelverträge abschließen und können erst danach die Anmeldung freischalten. Ich bin optimistisch, dass das in den nächsten Wochen erfolgen wird. Wir brauchen natürlich auch einen neuen Turnierdirektor, aber auch da bin ich optimistisch, dass wir jemanden finden, der diese verantwortungsvolle Tätigkeit ehrenamtlich ausführen wird.

Lässt sich der Deutsche Schachbund juristisch beraten auch in Bezug auf zahlreiche Veranstaltungen aus der Vergangenheit?

Ich will es mal so sagen: Wir sind an dem Thema dran. Die heutige Mitteilung bezieht sich aber nur auf die DSEM 2018.

Ein Blick in die Zukunft

Kann man Turniere wie die genannten Großturniere überhaupt noch mit einer komplett ehrenamtlichen Struktur ausrichten?

Das ist eine berechtigte Frage. Nehmen wir zum Beispiel die Senioreneinzelmeisterschaft: Das Team aus Schiedsrichtern und Turnierhelfern ist zehn Tage am Stück ehrenamtlich tätig im Rahmen unserer Regeln. Das heißt, jeder erhält pro Tag das laut Finanzordnung zulässige Honorar, das nicht besonders hoch ist, und die Kosten (Reisekosten, Übernachtungen und Verpflegung) werden erstattet. Das gilt für alle Ehrenamtler, also zum Beispiel auch für den Präsidenten, dessen Tagegeld übrigens noch deutlich geringer ausfällt. Das bedeutet, niemand übt ein Ehrenamt aus, weil er damit Geld verdienen möchte, sondern man tut das, weil man sich gerne zum Wohle der Allgemeinheit engagiert.

Ob es noch zeitgemäß ist, große Turniere rein ehrenamtlich durchzuführen, ist eine immer wieder diskutierte Frage. Man könnte ein Turnier wie den Meisterschaftsgipfel im kommenden Jahr auch an einen professionellen Ausrichter vergeben, der sagt: Ich führe die Veranstaltung im Auftrag des DSB zum Preis von X durch, wobei X je nach der Attraktivität der Veranstaltung positiv oder negativ sein kann. Dann schließt man einen entsprechenden Vertrag ab, in dem alle Details geregelt werden, insbesondere auch die Zahl X. Es ist grundsätzlich nichts dagegen zu sagen, wenn jemand sein Geld mit Schach verdient, aber das muss natürlich transparent sein und vor allem außerhalb des ehrenamtlichen Bereichs erfolgen.

Wie ist denn der Stand bezüglich des Gipfels?

Es gibt keine Zusammenarbeit mehr mit Dr. Jordan. Im Fall des Gipfels ist der Verein ZMDI Schachfestival der Veranstalter, bei dem Herr Jordan eine führende Rolle spielt. Das ist ein Problem, für das wir noch eine Lösung finden müssen. Ob der Gipfel wie geplant in Radebeul stattfinden kann, steht zurzeit in den Sternen.

Dirk Jordan ist auch im Eventbereich und Seniorenbereich bei der FIDE aktiv. Hat die Entscheidung, dass der DSB nicht mehr mit Dirk Jordan zusammenarbeitet, Auswirkungen dort? Gab es ein Ticket des DSB?

Bei den Kommissionen gibt es keine Tickets. Es handelt sich vielmehr um lauter einzelne Wahlgänge, die auf dem FIDE-Kongress durchgeführt werden. Dort hat der Deutsche Schachbund genau eine Stimme wie alle andere Föderationen auch, d.h. wir haben keinen größeren Einfluss auf das Ergebnis der Wahlen.

Seit wann sind Sie Präsident? Die letzten Wochen waren vermutlich die bislang unerfreulichste Episode ihn Ihrer bisherigen Amtszeit.

Ich wurde im Mai 2017 gewählt. Zu Beginn meiner Amtszeit gab es den Rücktritt meines Stellvertreters. Das war keine angenehme Zeit, aber die aktuelle Situation hat natürlich eine ganz andere Dimension. Ich habe in den letzten vierzehn Monaten viele Grußworte gesprochen. Das Grußwort heute war sicherlich das schwierigste von allen. Ich bin allerdings überzeugt davon, dass die Entscheidung des Präsidiums die richtige war, sowohl für die Teilnehmer als auch für den Deutschen Schachbund. Und die richtige Entscheidung ist nicht immer die einfachste.

Wie war es, Präsident des Deutschen Schachbundes zu sein, als die Gerüchteküche um das Ende der Zusammenarbeit mit Dirk Jordan brodelte?

Es war und ist eine intensive Zeit. Die Gerüchteküche im deutschen Schach ist dafür bekannt, sehr schnell auf aktuelle Ereignisse zu reagieren. Ich kann nachvollziehen, dass sich viele Schachspieler Anfang Juni gefragt haben, was die Hintergründe sein könnten, aber aus den bereits genannten Gründen konnten wir zum damaligen Zeitpunkt keine Details veröffentlichen.

Wahrscheinlich haben Sie auch viele Anfeindungen erlebt?

Wir sind dafür kritisiert worden, dass der Informationsgehalt unserer Veröffentlichungen nicht besonders hoch war. Das ist zutreffend, aber ich bin mir andererseits sicher, dass wir uns in den nächsten Wochen anhören müssen, dass man das ganze Thema intern hätte regeln sollen und dass die von uns jetzt hergestellte Öffentlichkeit nicht der richtige Weg war. Insofern kann man es nie allen recht machen. Direkte Anfeindungen gab es nur sehr wenige, und die nur unter dem Schutz der anonymen Kommentarfunktionen, die das Internet anbietet.

Sind die meisten Funktionäre also von der Situation gar nicht überrascht worden?

Das kann ich nicht beurteilen.

Wir sind hier bei der Seniorenmeisterschaft. Sie sind auch gerade Senior geworden (50+). Könnten Sie sich vorstellen an einem solchen Turnier teilzunehmen?

Ich hatte tatsächlich gestern überlegt, an der Blitzmeisterschaft teilzunehmen. Ich habe nur 50 Minuten Autofahrt von Lübeck hierher. Mir war es dann allerdings zu heiß zum Schachspielen. Ich habe seit meiner Wahl im Mai letzten Jahres genau eine Partie gespielt und seit Ewigkeiten keine Figuren mehr in der Hand gehabt. Das Spielen fällt leider momentan aus. Diesen Zustand muss ich unbedingt wieder ändern, damit ich mich noch daran erinnere, warum ich den gigantischen ehrenamtlichen Aufwand eigentlich betreibe, den mein Amt mit sich bringt.

Für wie lange sind Sie noch gewählt? 

Der nächste Kongress findet im Mai 2019 im Rahmen des Gipfels statt.

Sie haben nach dieser intensiven Zeit noch Motivation...?

Ich bin nach wie vor sehr motiviert, weil mir mein Amt die Möglichkeit gibt, viele Dinge zu verändern und zu gestalten. Meine Triebfeder ist dabei immer, das aus meiner Sicht Richtige zu tun. Schachpolitische oder sonstige wahltaktische Erwägungen spielen für mich keine Rolle. Glücklicherweise habe ich im Präsidium aktive Mitstreiter, die aus ähnlichen Motiven heraus handeln und mit denen ich offen und vertrauensvoll zusammenarbeiten kann.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Der Deutsche Schachbund muss aufräumen und sich endlich ehrlich machen

Ein Kommentar von Thorsten Cmiel
 
Bei der Deutschen Seniorenmeisterschaft kam es am vorletzten Tag zu einer überraschenden Ansage: Der Präsident des Deutschen Schachbundes Ullrich Krause gab bekannt, dass es für diese Meisterschaft finanzielle Nebenabreden von Dirk Jordan mit dem Hotel gab, die eine Überweisung von zwölf Prozent der Hoteleinnahmen an den 64 Felder e.V. in Dresden (Vereinsregister-Nummer 5611, gegründet 2012) vorsah. Das Präsidium des Deutschen Schachbundes stoppte die Auszahlung.

Zur Einordnung: Die Größenordnung der Überweisung dürfte für viele Teilnehmer und Funktionäre zumindest überraschend hoch ausgefallen sein. Sie entsprach etwa einem Jahresetat des Seniorenbereichs. Einige Tage zuvor hatten sich in Hamburg-Bergedorf mehrere Teilnehmer noch über die Kosten eines Verzehrgutscheins, der bei 60 Euro pro Teilnehmer lag, beschwert. Die Kosten der Nebenabsprache pro Hotelübernachter lag höher, bei etwa 75 Euro. Man kann also sagen, dass es bei der Nebenabrede um eine für viele Teilnehmer relevante Summe ging, über die nicht einfach geschwiegen werden darf.

Ende der Spekulationen mit Knalleffekt

Jetzt ist die Schachgemeinde endlich darüber informiert was im Juni zur Trennung von Dirk Jordan und dem Deutschen Schachbund geführt hat. Das DSB-Präsidium hatte sich aus meiner Sicht selbstverschuldet einiger Kritik ausgesetzt. Ohne Nennung von echten Gründen kann man einen Organisator der erfolgreichsten Dauerveranstaltung im DSB nicht zur Seite schieben. Das führt zwangsläufig zu Spekulationen, zumal die kritisierte zeitliche Nähe zur Siegerehrung in Leipzig – einen Tag später wurde die Trennung bekannt – noch mehr Fragezeichen hinterließ. Vielleicht diente die gewählte Sprachregelung – es war von unterschiedlichen Auffassungen die Rede - auch dem Schutz von Dirk Jordan, wer weiß das schon.

Jetzt hat sich die Situation um 180 Grad gedreht und die sprichwörtliche Katze ist aus dem Sack. Fakt ist: Der Vorstand eines ehrenamtlich organisierten Sportverbandes muss handeln bei Verstößen, die strafrechtliche Ermittlungen auslösen könnten – wie auch immer das dann ausgeht. So wird vor allem das Management des Hotels Ermittlern unangenehme Fragen beantworten müssen: Waren Provisionszahlungen, die offenkundig nicht an den bekanntermaßen ausrichtenden DSB geflossen sind, umsatzsteuerpflichtig und wurde diese Steuer entrichtet? Welchem Zweck diente das Geld letztlich und wer war der Begünstigte? Das sind Fragenkomplexe mit denen sich Staatsanwälte in solchen Fällen bevorzugt beschäftigen. Spätestens seit den Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Sommermärchen im Fußball wissen wir, dass dabei steuerliche Fragen oft der Joker von Staatsanwälten sind – auch aus Gründen der Verjährung.

Handeln des Präsidiums alternativlos

Der Deutsche Schachbund darf schon aus Gründen des Eigenschutzes – die eigene Gemeinnützigkeit könnte erneut auf dem Spiel stehen – nicht in die Ermittlungen gezogen werden und musste spätestens bei positiver Kenntnis von Unregelmäßigkeiten reagieren. Das Präsidium beschäftigt sich zurzeit vermutlich vor allem mit zivilrechtlichen Fragen. Denn die Vermutung liegt nahe, das die zuletzt bekannt gewordene Nebenabrede mit dem Hotel nicht die Erste in den letzten Jahren war. Dem DSB bleibt aus den genannten Gründen keine Alternative zu „brutalstmöglicher“ Aufklärung, wie es ein früherer Politiker aus Hessen anlässlich einer Pietätlosigkeit seiner christdemokratischen Partei einmal formulierte. Umfassende Aufarbeitung forderte in Hamburg Hans-Jürgen Dorn, langjähriger früherer Multifunktionär aus NRW. Jetzt müsse beispielsweise die ehemalige Führung über ihr Wissen befragt werden, denn Gerüchte über Unregelmäßigkeiten gab es spätestens seit der Schacholympiade in Dresden, also seit 2008.

Ehrlichkeit statt Naivität. Jetzt

Sie waren naiv das ist vermutlich die freundlichste Formulierung für die ehemaligen Verantwortlichen beim DSB. Möglicherweise haben viele Funktionäre in der Vergangenheit weg- oder nicht genug hingesehen. Kassenprüfer hatten sich beispielsweise in der Vergangenheit schon über einen Mangel an Transparenz im Zahlenwerk bei der Deutsche Amateurmeisterschaft (DSAM), das über zwei Perioden ging, beklagt. Dieses offene Geheimnis hat die Führung im DSB in der Vergangenheit offenbar jahrelang gehegt, vermutlich um die Megaveranstaltung DSAM nicht zu gefährden. Damit ist jetzt Schluss, endlich.

Der Kardinalfehler war es aus heutiger Sicht, dass der Deutsche Schachbund eine ehrliche Abrechnung zugunsten eines Turnierorganisators, der Geld mit Schach verdienen will und aus meiner Sicht auch sollte, nicht offen zugelassen hat. Die Scherben des jüngst zerbrochenen Porzellans lassen jedenfalls kurzfristig nur Verlierer zurück. Die DSAM steht vermutlich in der Saison 2018/19 auf der Kippe und die Motivation der Anhänger von Dirk Jordan in seinem Team dürfte ersten Berichten zufolge auf einem Nullpunkt sein. Über Jahre entstehen natürlich solche Loyalitäten und die sind zu akzeptieren.

Aber: Davon darf sich das Präsidium nicht beeinflussen lassen, selbst wenn es im kommenden Jahr bei der DSAM holpert oder die Veranstaltung gar nicht stattfindet. In Deutschland sind Tausende Schachspieler ehrenamtlich aktiv und für die sind die aktuell bekanntgewordenen Entwicklungen inakzeptabel und Motivations-Killer für das eigene, oft weniger medial Aufmerksamkeit erregende Wirken.

Turnaround schaffen

Die Teilnehmer waren offenkundig größtenteils mit den Konditionen unter der Ägide von Dirk Jordan zufrieden. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung kann und sollte von einem professionellen Anbieter betrieben werden. Und solch eine Organisation hat Dirk Jordan ohne Frage auf die Beine gestellt. 

Wichtig ist es für die Zukunft die richtigen Schlüsse zu ziehen: Der Deutsche Schachbund muss neben der notwendigen Aufarbeitung der Vergangenheit seine Verträge mit Ausrichtern prüfen und eventuell durch Einfügen entsprechender Klauseln sicherer vor Missbrauch machen. Die Geschäftsstelle wird das Aushandeln mit den Hotels zumindest in naher Zukunft an sich ziehen müssen und ein regelmäßiger Wechsel der Hotelkette und das öffentliche Ausschreiben des Organisators – sagen wir alle vier Jahre - ist zwar organisatorisch herausfordernd stärkt aber die Verhandlungsposition der Schachorganisation.

Immerhin kennt man jetzt beim Deutschen Schachbund die Marge, die zur Verteilung als Provision von einem Profi ausgehandelt werden kann und damit Teil der Verhandlungsmasse ist. Dieses neu erworbene Wissen gilt es künftig aktiv zu nutzen. Zumindest bei Großveranstaltungen mit vielen Teilnehmern und deutlich über 2.000 Übernachtungen haben wir Schachspieler echte Verhandlungsmacht. Wenn sich Funktionäre solche Gespräche mangels eigener Erfahrung nicht zutrauen, dann muss ein professioneller Intermediär eingeschaltet werden, der dann allerdings nicht ehrenamtlich auftreten sollte.

 

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder.

Auf seiner Seite "Perlen vom Bodensee" hat Conrad Schormann den Vorgang ebenfalls ausführlich kommentiert...

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Thorsten Cmiel ist Fide-Meister lebt in Köln und Milano und arbeitet als freier Finanzjournalist.
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