KazChess Masters: Dubov gewinnt gegen Smirnov – Muradli verliert zum Auftakt

von Stefan Liebig
27.10.2026 – Der Auftakt des KazChess Masters Almaty 2026 war umkämpft – es gab vier Sieger in fünf Partien: Daniil Dubov setzte sich gegen das 14-jährige kasachische Nachwuchstalent Mark Smirnov durch, während der Topgesetzte Mahammad Muradli gegen Denis Lazavik (Titelbild Lennart Ootes: Beim FIDE-WM Rapid & Blitz 2024: Lazavik gegen Magnus Carlsen) verlor. Auch die kasachischen Großmeister Edgar Mamedov und Denis Makhnev starteten mit Siegen. Shamsiddin Vokhidov und Aram Hakobyan spielten das einzige Remis. | Fotos: Lennart Ootes

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Vier Siege mit Weiß

Vier der fünf Erstrundenbegegnungen endeten mit einem Sieger. Auffällig: In allen vier Partien setzte sich der Spieler mit den weißen Steinen durch. Nur die Begegnung zwischen Shamsiddin Vokhidov und Aram Hakobyan endete remis. 

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Mit Denis Lazavik und Edgar Mamedov gewannen dabei auch zwei Spieler mit der etwas niedrigeren Elozahl als ihr Gegner. Lazavik, der vor ein paar Wochen noch in das Finale des Esports-Worldcups vorstieß, dort aber gegen Magnus Carlsen verlor, schlug dabei den topgesetzten Mahammad Muradli. Der 19-jährige Minsker Onlinespezialist zeigte, dass mit ihm auch am Brett zu rechnen ist. Gegen den aserbaidschanischen Turnierfavoriten übernahm er nach einer Sizilianischen Eröffnung im Mittelspiel die Kontrolle. Nach ein paar nicht so starken Zügen entstand eine trotz der ungleichen Materialverteilung laut Engine ausgeglichene Stellung. Muradli hatte sich mit 28...Le5?? auf eine gewagte Bauernjagd begeben. Lazavik reagierte mit 29.c4?! – auch nicht optimal, aber die Stellung war schon spürbar besser für Weiß:

Lazavik gegen Muradli

Der U12-Weltmeister von 2015 blieb bei seinem (falschen) Plan und schlug auf g3: 29.Lxg3??+-. Es folgte 30.Lc3! Te6? 31.Dg5 Lc7 32.Td7 und Schwarz gab die schnell gekippte, hoffnungslose Stellung auf. Die Drohungen Txc7 nebst Dd8+ oder auch das Matt mit Dame und Läufer auf der langen Diagonale sind nicht abzuwehren.

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Erfahrung schlägt Talent

Der an 2 gesetzte Daniil Dubov erfüllte seine Favoritenrolle gegen Mark Smirnov. Der russische Großmeister, Schnellschach-Weltmeister von 2018, gewann mit Weiß gegen den erst 14-jährigen kasachischen Internationalen Meister. Smirnov hat als zweifacher Jugendweltmeister natürlich die besondere Aufmerksamkeit auf seiner Seite. Aber gegen den mit 203 Elo-Punkten mehr bewerteten Dubov anzutreten, war für den jungen Kasachen (noch) eine zu anspruchsvolle Aufgabe. Dubov übernahm von Beginn an die Initiative und gewann das Endspiel mit einem Mehrbauern im 59. Zug.

Souveräner Turnierstart für Daniil Dubov: Er schlug das kasachische Talent Mark Smirnov. | Foto: Lennart Ootes

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Mamedov und Makhnev punkten für Kasachstan

Auch die Gastgeber konnten zwei Siege verbuchen. Edgar Mamedov, der Jugendweltmeister von 2025, gewann das kasachische Duell souverän gegen den amtierende kasachischen Landesmeister Sauat Nurgaliyev. 

Den zweiten Erfolg für Kasachstan erzielte Denis Makhnev gegen Alua Nurman. Makhnev, der bereits zweimal kasachischer Landesmeister wurde, ließ der einzigen Frau im zehnköpfigen Teilnehmerfeld keine Chance. Die Internationale Meisterin gehört zu den Spitzenspielerinnen Kasachstans und bringt unter anderem zwei olympische Silbermedaillen mit der Frauenmannschaft sowie den Titel der Asienmeisterin im Frauenblitz von 2025 mit. 

Vokhidov und Hakobyan teilen den Punkt

Die einzige Punkteteilung des Tages gab es zwischen Shamsiddin Vokhidov aus Usbekistan und Aram Hakobyan aus Armenien. Vokhidov, der bei den Schacholympiaden 2022 und 2026 Mannschaftsgold gewann und 2024 in Budapest Einzelgold holte, konnte sich mit Weiß keinen Vorteil erkämpfen.


Tabelle nach Runde 1

Partien 


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Spielplan

  • 26. Oktober bis 2. November: Runde 1 bis 8 jeweils um 11 Uhr 
  • 3. November: Runde 9 um 7 Uhr

Links


Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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