Nachdem vier der fünf Erstrundenbegegnungen von Weiß gewonnen wurden, waren die Schwarzspieler in Runde 2 besser präpariert und gewannen mit 2:1 bei zwei Remisen.
Nach den ersten beiden Runden führt also der am niedrigsten geratete Großmeister im Feld, und der Topgesetzte teilt sich die rote Laterne mit der einzigen Frau im Turnier.
Der nach zwei Runden alleine in Front liegende Edgar Mamedov hatte allerdings in seiner zweiten Partie schwer zu kämpfen. Der armenische Großmeister Aram Hakobyan, der mit seinen 25 Jahren nur ein Jahr jünger als der Turnierälteste Denis Makhnev ist, setzte dem neun Jahre jüngeren Mamedov in der Eröffnung ordentlich zu. In einer Italienischen Partie übernahm der an vier Gesetzte sofort die Kontrolle und baute die Stellung bis zum 29. Zug zu einer deutlich besseren Stellung aus. Dann patzte er allerdings in beidseitiger Zeitnot. Die Partie war plötzlich ausgeglichen und blieb es auch bis ins Turm-und-Springer-Endspiel mit beidseitig drei Bauern. Hier griff Hakobyan erneut fehl und Mamedov ließ sich die Chance nicht nehmen. Nach 92 Zügen musste sich der U12-Weltmeister von 2013 geschlagen geben.
Das größte Talent im ohnehin sehr jungen Teilnehmerfeld steht natürlich im Fokus des Interesses: Mark Smirnov musste sich in Runde 1 gegen den „Senior“ im Feld, Daniil Dubov (Jahrgang 1996), geschlagen geben. Doch gegen seine Landsfrau Alua Nurman, die zuvor ebenfalls verlor, konnte der junge IM den ersten vollen Punkt einfahren und sich zunächst ins Mittelfeld der Tabelle vorkämpfen.
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Zurück im Turnier nach der Auftaktniederlage Daniil Dubov: Das kasachische Talent Mark Smirnov (oben, bei der Jugend-WM) schlug in Runde 2 Alua Nurman (unten, in Prag 2026). | Fotos: Nils Rohde

Smirnov gegen Nurman
Nach einer durch Zugumstellung entstandenen Königsindischen Eröffnung stand Smirnov schnell besser. Nurman verteidigte sich aber gut, glich aus und gelangte in die obige Stellung: Weiß steht aktiver, aber das schwarze Gegenspiel hält den Vorteil in Grenzen. Schwarz hätte hier mit 29...La6 den tollen weißen Springer attackieren sollen. Stattdessen ging die doppelte Olympiasilbermedaillengewinnerin in beiderseitiger Zeitnot auf Bauernfang: 29...Txa2?? 30.Txe8 Dxe8 31.Te1 Df8 32.Dxd3 Ta7 33.Sb6 Noch besser wäre 33.Db3 gewesen 33...La6 Zu spät! 34.Dc3 Dd8?!+-.
Eine nutzlose Attacke auf den Springer. Den Weiß spielt einfach 35.Te6! und der Springer ist ohnehin wegen des Mattangriffs mit Dame und Turm auf den dann schutzlosen König tabu. Nurman deckte den g-Bauern mit 35...Tg7. Doch die Stellung war bereits hoffnungslos und Smirnov verwertete seinen Vorteil souverän.
Shamsiddin Vokhidov gewann in Runde 2 gegen den Elo-Favoriten Mahammad Muradli. Der Usbeke reiste sicher mit großem Selbstvertrauen an: Seiner Goldmedaille bei der Schacholympiade 2022 fügte er kürzlich das zweite Mannschaftsgold hinzu und 2024 in Budapest sicherte er sich das Einzelgold an seinem Brett. Der 24-Jährige erzielte nach ausgeglichener Nimzoindischer Eröffnung im Mittelspiel große Teilerfolge: Er stand auf gewinn und hatte deutlich mehr Zeit auf der Uhr. Doch dann spielte er mehrfach nicht die besten Züge und fand sich in ausgeglichener Stellung wieder. Nach dem aber auch sein aserbaidschanischer Gegner im ausgeglichenen Endspiel mit Mehrbauern für Schwarz und gleichfarbigen Läufern des Öfteren danebengriff, fuhr Vokhidov den Punkt ein.
Der Nimzo-Inder ist ein Grundpfeiler meiner Schachkarriere, ein treuer Begleiter, der mir über viele Jahrzehnte in unzähligen Partien gute Dienste geleistet hat. Mein persönlicher Weg mit dem Nimzo-Inder ist reich an Erfahrungen und hat mir wirklich unvergessliche Momente beschert. Der vielleicht bedeutendste davon war mein Remis mit Schwarz in der Schlussrunde gegen den 14. Weltmeister Wladimir Kramnik beim renommierten Turnier in Dortmund 2003, ein entscheidendes Remis, das mir den Turniersieg sicherte.
Doch der Nimzo-Inder ist weit mehr als eine Abfolge von Eröffnungszügen. Er ist ein tiefgründiges strategisches System und eine Schule für sich. In diesem Kurs lernen wir nicht einfach Varianten auswendig. Wir tauchen tief in die typischen Bauernstrukturen ein, verstehen die entscheidenden Manöver und erfassen die strategischen Ideen, die diese Verteidigung so außerordentlich stark machen. Der Nimzo-Inder lehrt Sie Schach spielen, nicht nur eine Eröffnung.
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Die einzige Partie zwischen zwei Sieger des ersten Spieltags endete Remis: Daniil Dubov und Denis Lazavik einigten sich nach 31 Zügen und ausgeglichenem Spielverlauf auf eine Punkteteilung. Einen Zug weniger spielten Sauat Nurgaliyev und Denis Makhnev. Auch ihre Partie hatte die Remisbreite nicht verlassen.